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Waldbrandübung in Alt Schwinz : Ausnahmezustand im Pilzrevier

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Feuerwehr-Großeinsatz zwischen Dobbertin und Goldberg: Während halb Deutschland gegen das Hochwasser kämpft, trainieren die Feuerwehrmänner in Alt Schwinz den Einsatz im Falle eines Waldbrandes.

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erstellt am 02.Jun.2013 | 06:10 Uhr

Alt Schwinz | Es ist eine relativ ruhige Verbindungsstraße (Kreisstraße 36) von der B 191 zwischen Dobbertin und Goldberg bis zur B 103 nahe Bossow. Sie führt mitten durch einen reichen Waldbestand, vorbei an dem einstigen Schießplatz der NVA und der späteren Bundeswehr. Vor allem Pilzkenner und Naturfreunde schätzen diese Gegend. Doch am Freitagabend herrschte hier Ausnahmezustand. Ständig fuhren Feuerwehrautos mit Martinshorn und Blaulicht auf dieser Kreisstraße, Kameraden regelten den Verkehr…

Was mag hier wohl passiert sein, mögen sich manche Kraftfahrer gedacht haben, doch es war eher harmlos, zumindest nach außen. "Wir haben für diesen Tag eine landkreisübergreifende Großübung angesetzt und trainieren den Löscheinsatz eines Waldbrandes", so Christoph Hülsebeck von der Freiwilligen Feuerwehr Goldberg. Für ihn ist es eine ganz besondere Übung, denn er hat erstmals die Leitung.

Um 17.03 Uhr erfolgt die Alarmierung und bereits zehn Minuten später treffen die Dobbertiner und Goldberger Wehren als erste am angenommenen Brandort ein. Nur vier Minuten später sind auch die Kameraden aus Krakow am See da. Insgesamt sind es 60 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren aus Goldberg, Dobbertin, Diestelow, Wendisch Waren sowie der Kameraden aus Krakow am See und der Führungsgruppe des Amtes Krakow am See, die ihr Können und Wissen unter Beweis stellen wollen. Die meisten von ihnen kennen sich, denn die gemeinsamen Übungen im Bereich des Waldgebietes der Nossentiner/Schwinzer Heide haben seit über zehn Jahren Tradition. "Diese Gegend verlangt im Ernstfall ein gutes Zusammenwirken aller Kräfte, unabhängig der regionalen Zugehörigkeit, denn ein möglicher Waldbrand kann sich hier sehr schnell ausbreiten und dem wollen wir gut gewappnet entgegentreten", sagt Ulf Maaß, Wehrleiter in Goldberg. Remo Schmecht, Wehrführer von Krakow am See, ergänzt: "Jedes Mal stellen wir Mängel fest, die auszumerzen sind und wir wollen neben der Erlangung von Ortskenntnissen auch neue Techniken in der Gemeinsamkeit testen". In diesem Fall geht es um die neue Funktechnik. "Wir agieren im Landkreis Rostock bereits mit dem Digitalfunk, während die Kameraden im Landkreis Ludwigslust-Parchim noch analog funken", sagt Schmecht. Wie dieses Problem zu lösen ist, zeigt die Übung. Nach der Bildung von Abschnitten erhalten deren Leiter ein Digitalfunkgerät und so ist die Verständigung gesichert.

Nach dem Eintreffen nehmen jene Wehren den Erstangriff vor, die über ein Tanklöschfahrzeug verfügen. Da Goldberg noch immer keines besitzt, kümmern sich die Mildenitzstädter um die Wasserbereitstellung. Sie suchen eine Zisterne auf, die etwa 600 Meter von der angenommenen Brandstelle entfernt liegt. Von hier soll durch Pendelverkehr Löschwasser zur Verfügung gestellt werden. Eine weitere Zapfstelle bietet ein Tiefspiegelbrunnen in rund 900 Meter Entfernung. Während die Fahrzeuge aufgetankt werden, sind die Krakower Kameraden dabei, zwei zusätzliche Wasserspeicher als Puffer aufzubauen. "So können wir insgesamt rund 8000 Liter Löschwasser bereitstellen, das in solchen Waldgebieten naturgemäß nicht vorhanden ist", sagt Schmecht. Da die Zisterne mittlerweile nicht ausreichend Wasser zur Verfügung stellt, wird eine zusätzliche Quelle angezapft, die allerdings weiter entfernt ist. "In rund fünf Kilometern Entfernung sind die Diestelower Kameraden dabei, Löschwasser aus dem Krummen See zu pumpen und es ebenfalls mittels Pendelverkehr zur Brandstelle zu bringen", erklärt Maaß.

Derweil haben sich Anfangsprobleme gelegt und die Einsatzleitung kann mit Unterstützung der Führungsgruppe des Amtes Krakow am See ruhig und besonnen agieren. Nach rund zwei Stunden ist alles vorbei.

Bei der ersten Auswertung ist sich die Übungsleitung mit Schmecht und Maaß an der Spitze einig, dass "vor allem der Einsatz am Tiefspiegelbrunnen künftig mehr in die Ausbildungseinheiten integriert werden muss. Hier haben sich Reserven aufgezeigt". Auch der erstmals als Einsatzleiter agierende Hülsebeck besteht die Premiere: "Klar zu Anfang war die Nervosität da und so gab es Startschwierigkeiten. Aber dadurch lerne ich ja", sagt er und nach dem allgemeinen Imbiss und dem Dank von Einsatzleitung und Bundesforst an alle Kameraden geht es in die Heimatorte.

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