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Rettungsschwimmer : Aus „Wasserratten“ werden Wasser-Retter

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Rieseninteresse bei Rettungsschwimmer-Ausbildung des Arbeitersamariterbundes ASB in Plau am See

Ungewohnter Trubel herrschte Samstagnachmittag im Kleinschwimmbecken des MediClin-Rehazentrums im Plauer Ortsteil Quetzin. Die sonst überwiegend medizinischen Zwecken vorbehaltene Schwimmhalle mit 25 Meter-Becken war fest in der Hand des Wasserrettungsdienstes vom ASB-Kreisverband Schwerin-Parchim. Zur besonderen Freude von Fachberater Wolfgang Westphal hatten sich sage und schreibe 20 Interessenten – die Jüngsten gerade acht und wahre „Wasserratten“ – aus der Region zur Erstausbildung als Rettungsschwimmer beworben und am Vormittag in der Parchimer Mauerstraße bereits vier Stunden Theorie absolviert.

Sonst habe er im Durchschnitt sechs Anwärter pro Lehrgang für den im „Land der Seen und Wälder“ dringend benötigten Rettungsschwimmer-Nachwuchs, merkt der 73-Jährige an, der selbst bereits 60 Jahre ehrenamtlicher Wasserretter ist und auch schon auf 50 Jahre Ausbildungstätigkeit auf diesem Gebiet zurückblickt. Beim Auftakt der praktischen Ausbildung zwischen 13 und 17 Uhr in der Plauer Schwimmhalle baute der „alte Hase“ auf aktive Unterstützung durch die jungen Schwimmlehrer Katrin Glinka und Philipp Reich. Denn das Pensum dieses intensiven Nachmittags hatte es in sich – allein schon, um die individuellen Grundfertigkeiten der schwimmbegeisterten Neulinge zu testen und ihnen erste Techniken zu vermitteln, die ein Wasser-Retter nun mal braucht.

Die bunte Mischung aus unterschiedlich qualifizierten Rettungsschwimmern, Bundeswehrreservisten und „Anfängern“ (die ausnahmslos bereits über alle üblichen Schwimmstufen verfügen) erweis sich dabei als Glücksfall, denn so ergab sich das Von-Einander-Lernen praktisch ganz spontan. Dankbar angenommen wurden praktische Tipps wie etwa die „beinahe eingetauchte“ Kopfhaltung beim Brustschwimmen zur Entlastung der Halswirbel, Armwinkel und verzögerter Atemrhythmus beim Kraul-Stil oder die exakte Körperhaltung bei Kopf-, Start- oder Paket-Sprung (letzterer landläufig „Arschbombe“ genannt). „Die Stunde der Wahrheit“ schlug dann u.a. beim Streckentauchen und Einsammeln handlicher Ringe vom Grunde des Schwimmbeckens.

Sichtlich stolz und glücklich waren nach dieser Anstrengung diejenigen, welche sowohl die volle Distanz schafften als auch alle zehn Ringe fanden und bargen. Doch damit sei das Tagespensum noch lange nicht erledigt, erläuterte Wolfgang Westphal, nachdem er erfolgreichen Qualifikanten vor versammelter Mannschaft ihre Zeugnisse bzw. Abzeichen überreicht und eine kurze Entspannungspause für alle ausgerufen hatte.
Als Beispiele der immer wieder zu übenden Fertigkeiten nannte er u.a. Rückenschwimmen ohne Armeinsatz, Kleiderschwimmen und natürlich die speziellen Befreiungs- bzw. Rettungsgriffe, welche „automatisiert“ in Fleisch und Blut übergehen müssten, denn beim Rettungseinsatz bliebe keine Zeit zum Nachdenken.

Für weitere Trainingseinheiten hat der ASB-Wasserrettungsdienst die Plauer Schwimmhalle bereits am 21. Februar, 21. März sowie 18. April (Schwimmlehrer-Ausbildung mit bereits 12 Bewerbern) reserviert. Dann hoffentlich sind die künftigen Jung-Rettungsschwimmer und Rettungsschwimmer „Bronze“ oder „Silber“ bereit und in der Lage, gemeinsam mit den Erfahreneren für mehr Sicherheit an den Badegewässern der Region ehrenamtlich einzutreten.

Der ASB-Wasserrettungsdienst vom Kreisverband Schwerin Parchim betreut derzeit saisonal acht offizielle Badestellen auf Anforderung der zuständigen Kommunen in Brüel, Demen, Goldberg, Matzlow-Garwitz, Neustadt Glewe, Kreien, Kukuk sowie Zachun.


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