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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

21. November 2017 | 05:44 Uhr

gesundheit : Aus dem Takt - Herzwochen in Plau

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

KMG Klinik Silbermühle auf Herz-Kreislauferkrankungen spezialisiert / Vortragsreihe im November will Betroffene und Interessierte aufklären

von
erstellt am 15.Okt.2014 | 21:30 Uhr

Viele Menschen leiden an Herzrhythmusstörungen, 1,8 Millionen Menschen allein unter der häufigsten Form, dem Vorhofflimmern. Ein Großteil von ihnen ist unsicher, ob diese harmlos oder gefährlich sind, ob und wie sie behandelt werden können. Der Leidensdruck kann erheblich sein. Für alle diese Menschen ist es wichtig, den heutigen Stand der Medizin zu kennen.

Mit den „Herzwochen 2014“, zu denen die KMG Klinik Silbermühle GmbH im November einlädt, soll Aufklärungsarbeit in der Öffentlichkeit, vor allem aber bei den Patienten geleistet werden. Als Aktionspartner beteiligt sich das Plauer Zentrum daher an der Kampagne der Deutschen Herzstiftung „Aus dem Takt – Herzrhythmusstörungen heute“. Die Stiftung ist ein gemeinnütziger Verein, der die Herzwochen seit Jahren aus eigener Kraft und mit Hilfe solcher Einrichtungen wie der Plauer Klinik sowie ehrenamtlichen Mitarbeitern organisiert. Finanziert wird die Kampagne vollständig aus Mitteln, die Mitglieder und Förderer spenden.

Seit 1995 arbeitet die Plauer Klinik im Bereich der Rehabilitation, hat sich auf die Behandlung von Patienten mit Herz-Kreislauf- sowie Tumorerkrankungen spezialisiert. „Überwiegend behandeln wir Patienten nach Herzoperationen, Patienten mit Beipässen, Herzklappen-OPs und Patienten nach Herzinfarkten, denen in aller Regel ein Stent gesetzt wurde, Patienten mit Herzmuskelschwäche, was ein hohes Infarktrisiko in sich birgt und Patienten mit Herzrhythmusstörungen“, erklärt Dr. med. Hartmut Brauer. Der Chefarzt der Plauer KMG Klinik, der die Herzwochen an der Plauer Einrichtung leiten wird, ist erklärter Freund der zentralen Kampagne. „Unsere Zielgruppen sind zum einen natürlich die Betroffenen, die Patienten selbst, darüber hinaus aber auch Angehörige und andere Interessierte. Und bei vielen – Kranken wie Nichtkranken – herrscht tatsächlich eine große Ungewissheit, wie mit der Erkrankung umzugehen ist.“ Fundiertes Wissen um die Krankheit, um Therapiemöglichkeiten, Behandlungsmethoden und Medikamentierung hält er deshalb für immens wichtig. Auch darum bringt sich die Plauer Einrichtung regelmäßig mit eigenen Vortragsreihen in die Aufklärungskampagnen ein.

Drei Vorträge und ein Seminar sind für November in der „Silbermühle“ geplant. Alle vier Termine liegen dem Plauer Chefarzt am Herzen. Dank der Stiftung sind sie offen für jedermann und alle können kostenfrei besucht werden. Etwa die Auftaktveranstaltung am 5. November, bei der Herzrhythmusstörungen im Mittelpunkt stehen werden oder der Vortrag: Leben mit dem Defibrillator am 12. November. Ausnahme das Seminar am 15. November, das mit „Gerinnungshemmung bei Vorhofflimmern und Klappenersatz“ überschrieben ist. Kostenfrei ist es auch. „Nur sollten die Teilnehmer hier Betroffene selbst sein“, sagt Dr. Brauer und erklärt auch warum. Bei diesen Patienten gehe es um den Einsatz, die Dosierung und Überwachung des zur Therapie eingesetzten Blutgerinnungsmittels. Was normalerweise Sache des behandelnden Arztes sei. „In unserem Seminar vermitteln wir Herzklappen- und Vorhofflimmerpatienten jedoch, wie sie den Medikamenteneinsatz selbst überwachen und die Therapie steuern können“, so der Chefarzt. „Natürlich ist dafür nicht jeder Patient geeignet. Das kann nur mit Probanden funktionieren, die klug und zuverlässig sind.“ Dass dieses Modell der Selbsttherapie funktionieren kann, davon ist Dr. Brauer überzeugt. „Wir bilden diese Patienten aus. Und wenn sie Interesse haben, können sie ihr Wissen jährlich immer wieder bei uns auffrischen.“

Sehr am Herzen liegt Dr. Brauer auch der Vortrag zu psychischen Belastungen bei Herzrhythmusstörungen, den er am 26. November gemeinsam mit der Diplom-Psychologin Marita Dahlke gestalten wird. Als gesunde Menschen würden wir das Herz als eine Selbstverständlichkeit nehmen, die rund um die Uhr fünf Liter, bei großen Anstrengungen wie etwa Leistungssport sogar 20 Liter Blut durch unseren Körper pumpt.  Erst wenn es Probleme mache, würden wir anfangen, uns Gedanken zu machen. „Und dann gibt es Patienten, die nach Behandlung, nach OP, trotz Medikamentierung der Gedanke an das kranke Herz nicht mehr loslässt. Das kann bis zu Panikattacken gehen, sogar zu Depressionen führen“, sagt Dr. Brauer. „Das muss intensiv behandelt werden.“ Bei Patienten, die zu ängstlichen Reaktionen und Depressionen neigen, werde deshalb ein psychologischer Test gemacht.

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