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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

25. November 2017 | 00:53 Uhr

Plau am See : Aus Bahnstation wird Busbahnhof

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Nach grünem Licht für Fördermittel bereitet Plau in den kommenden Monaten die Neugestaltung des ÖPNV-Umsteigebahnhofes vor

von
erstellt am 05.Jul.2017 | 08:00 Uhr

Der Juni war noch nicht ganz um, als das Schweriner Innenministerium mitteilte, dass Plau am See rund 435.000 Euro für die barrierefreie Neugestaltung des Busbahnhofs bekommt. Die Gesamtkosten des Projektes betragen rund 580  000  Euro. Vorgesehen ist, drei Bushaltestellen mit Fahrgastunterstand sowie Parkflächen für Pkw und Busse zu errichten. Gehwege, Entwässerungsanlagen sowie Beleuchtung werden ebenfalls erneuert bzw. umgestaltet.

Vier Jahre sind ins Land gegangen, seit sich die Stadt und ihre Stadtvertreter entschlossen, den Bahnhofsvorplatz samt Busbahnhof neuzugestalten. Dass es Zukunftsmusik für die „Mondlandschaft“ sein würde, war schon damals allen Beteiligten klar. Immerhin, die Stadt selbst wollte und konnte sich nicht durch eine weitere Kreditaufnahme verschulden. Dass es aber vier Jahre dauern würde, bis Schwerin die o.  g. Fördermittel bereit stellen würde, war im Mai 2013 nicht abzusehen.

Einen Vorteil hat die jahrelange Wartezeit. Lag der Schwerpunkt ursprünglich auf Funktionalität und Optik, soll das geplante Vorhaben nun auch der langfristigen Anbindung des Bahnhofes an den Öffentlichen Personennahverkehr gerecht werden. Mit der Stilllegung der Südbahn auf dem Abschnitt Parchim-Malchow und der Eröffnung der Linie 77 des kreislichen Busbetriebs ist Plau Umsteigebahnhof im Rahmen des Schienenersatzverkehrs.

„Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir die Menschen dorthin bekommen, wo die Angebote sind“, sagt Plaus Bürgermeister Norbert Reier. Und dabei sieht er neben den Kommunen auch Landtag und Bundestag in der Pflicht, Voraussetzungen zu schaffen, bei denen die Mobilität der Einwohner nicht vom eigenen Auto abhängig ist. Außerhalb der Schülerbusverkehre sei die Einführung des Rufbusses ein guter Ansatz. Bei 33 Einwohner auf den Quadratkilometer, müsse das System künftig noch mehr in der Fläche greifen und es müssen barrierefreie Mitfahrgelegenheiten vorgehalten werden. „Es nutzt nichts, wenn die Menschen in die großen Metropolen abwandern, wir alles daran setzen sie hier zu halten“, betont Reier. Dazu braucht es Einkaufsmöglichkeiten, eine flächendeckende medizinische Versorgung, Bildungseinrichtungen und eben auch den Öffentlichen Personennahverkehr.

In Plau ist man in diesen Tagen froh über die avisierten 435  000 Euro aus dem Infrastrukturministerium. Die entsprechen immerhin rund 75 Prozent der geplanten Bausumme. Die Stadt selbst wird etwa 140  000 Euro in die Hand nehmen müssen. „Wir werden das Projekt – einschließlich der Ausschreibung – in den nächsten Monaten vorbereiten, so dass wir Anfang kommenden Jahres dann zügig beginnen können“, kündigt Norbert Reier die nächsten Schritte an. Von Februar bis Oktober 2018 ist die geplante Bauphase. In dieser Zeit werden die Busverkehre umgeleitet.

 

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