landwirtschaft : Augzin: Erntekapitäne in der Gerste

Große Herausforderung: Beim Fahren am Feldrand muss Udo Paarmann besonders gut aufpassen.
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Große Herausforderung: Beim Fahren am Feldrand muss Udo Paarmann besonders gut aufpassen.

Udo Paarmann ist derzeit mit seinem 360 PS-starken Mähdrescher am Tag und manchmal auch bis spät in die Nacht hinein am Dreschen

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23. Juli 2015, 19:08 Uhr

Seine Augen wandern – von einem Außenspiegel zum anderen – und  zum dritten Auge, das des Mähdreschers, auf dem Udo Paarmann sitzt. Der Landwirt der Augziner Marktfrucht eG hat alles im Blick.  Wenn das Wetter mitspielt und er noch vorm Mittag auf dem Mähdrescher sitzt, schafft Udo Paarmann 25 Hektar am Tag zu dreschen. Zurzeit holt er die Gerste rein.

Angefangen mit der Ernte hat die Augziner Genossenschaft ein bisschen später als andere landwirtschaftliche Betriebe. „Unser Boden ist anders beschaffen“, erklärt Fred Paarmann, Geschäftsführer der Augziner Marktfrucht eG und Bruder von Udo Paarmann. Von jedem nur ein bisschen, Hälfte Blatt- und Hälfte Halmfrucht baut der Augziner Betrieb an – keine zu großen Mengen. Davon hat sich der Betrieb vor gut zehn Jahren verabschiedet. Insgesamt 88 Hektar Gerste hat Fred Paarmann angebaut, insgesamt verfügt der Betrieb über 650 Hektar Fläche. „Wir haben eine gesunde Fruchtfolge eingeführt“, erklärt der Augziner weiter. Die Gerste auf seinem Schlag in Mühlenhof steht gut, daraus will Fred Paarmann kein Geheimnis machen. Stundenlang sitzt sein Bruder – manchmal bis in die Nacht hinein – auf seinem drei Jahre alten Mähdrescher.  Die Landtechnik bei der Augziner Marktfrucht ist nicht zu groß, darauf legt Fred Paarmann großen Wert. „Die Maschinen muss der Boden auch tragen können. Und der Boden ist unser höchstes Gut“, verdeutlicht er seinen Standpunkt.

Hinter Udo Paarmanns Mähdrescher staubt es, Strohhalme wirbeln durch die Luft. Vorsichtig lenkt er das große Gefährt über den hügeligen Acker. Alle Sinne muss er beisammen haben. Denn die kleinste Veränderung kann an der Maschine großen Schaden anrichten. „Ich höre genau, wann ich einen Ast mitgenommen habe. Genau das will ich eben nicht“, erklärt Udo Paarmann.  Mähdrescher fahren ist an sich einfach – nur am Feldrand muss aufgepasst werden. Vieles hat sich an der Technik verändert. Nicht nur Udo Paarmanns Augen passen auf, sondern auch das Auge des Mähdreschers. „Mit Laserpilot sucht sich das Auge jetzt die Kante“, erläutert der Augziner.

Füllstand, Verluste, Feuchtigkeit, Getreideart... All das zeigt auch ein kleiner Bordcomputer rechts von Udo Paarmann dem Landwirt an. Wenn dieser blinkt und piept stimmt etwas nicht. Steine, Äste, die sollen möglichst nicht in die Maschine geraten.

Wenn die Gerste eingeholt ist, wird sie verkauft. „Wir bauen Gerste für Saatzwecke an. Die Vorfrucht war hier Erbse. Diese Gerste ist eine sehr gesunde Sorte“, erläutert Fred Paarmann. Sie hat eine längere Abreifezeit, auch ein Grund, warum die Augziner Marktfrucht eG später mit der Ernte angefangen hat als andere Landwirte.

Der Bordcomputer von Udo Paarmann zeigt 14,5 Prozent Feuchtigkeit an – ein optimaler Wert. Die Querschnecke rotiert unaufhörlich. Udo Paarmanns Augen wandern von einem Außenspiegel zum anderen. Er hat alles bestens im Blick – hoch oben auf seinem Mähdrescher.

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