Plau am See : Auftakt zur 26. Badewannenrallye

Auch Loriots Badewannen-Sketch durfte nicht fehlen.
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Auch Loriots Badewannen-Sketch durfte nicht fehlen.

Veranstaltung mit buntem Programm lockte viele Besucher an

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21. April 2015, 22:00 Uhr

Vorweg die gute Nachricht an alle Fans: „Wir sehen uns spätestens am 17. und 18. Juli an der Elde bei der 26. Plauer Badewannenrallye“, versprach a Vereinspräsident Frank Sieland den vielen Gästen (unter ihnen auch der Vorstand des Goldberger Karnevalclubs) bei der Rallye-Auftaktveranstaltung im Parkhotel Klüschenberg. In seinem Bericht über die 25. Saison erinnerte er gleich an den 7:1 Sieg der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen Brasilien. Anschließend folgte die 25. Rallye. Der große Preis der Badewanne, die Spielshow mit Pfiff, war ein voller Erfolg: 1000 Euro Preisgeld gingen an regionale Vereine. „Dazu mal wieder ein Wetterchen: 30 Grad im Schatten und 11 Grad im Bierglas, Strandstraße und Wall alles voll! Ein toller Anblick! Was dann folgte, war ein grandioser Badewannenball im Zelt.“ Deshalb seine Vorschau für diesen Sommer: „Im Juli geb’n mer richtig Gas, für euren und auch unsren Spaß. Drum pack mers an mit Herz und Hand und hoch das Glas, Prost Frank Sieland.“

Der Schirmherr der Rallye, Plaus Bürgermeister Norbert Reier, betonte, dass seine Arbeit darin besteht, beim Wetteramt Hiddensee immer die besten Wettkampfbedingungen für die Badewannenrallye einzufordern. Für alle Nicht-Plauer-Gäste stellte er alle Mitglieder der Ministerriege vor, wobei sein besonderer Dank an Ernst Gotzian ging, der an diesem Abend neben der kulinarischen Versorgung auch für die Texte des Kulturprogramms verantwortlich zeichnete. Reier zog eine Verbindung zwischen dem 2014 erreichten Bevölkerungszuwachs von 44 Plauer Neubürgern (das gab es letztmalig nach der Eröffnung des medizinischen Zentrums Mediclin in Quetzin „und das ist schon 20 Jahre her“) und dem Badewannenverein: „Liebe Badewannenaktionäre, Sie sehen, auch bei uns steigen die Kurse. Wir hängen dem DAX nicht hinterher, und ich hoffe, es bleibt so. Schiff ahoi für die 26. Rallye!“

Bevor das grandiose Kulturprogramm über die Bühne ging, überreichte Frank Sieland an die Ministerin für Marschblasen und Party, Carola Rohde, einen Scheck für den Plauer Fanfarenzug. Zuvor hatte schon Reier gemeint: „Was wäre eine Eröffnung ohne Fanfarenzug? Vielleicht ein Oktoberfest ohne Bier oder so ähnlich.“ Ein wenig Traurigkeit machte sich breit, als Sieland Marietta Steinborn, die Ministerin für Protokoll und Handel, mit einer Schiffsglocke „ausläutete“, weil sie ein ABM (Altbadewannenmitglied) werden wollte. Er dankte ihr für sieben Jahre Vorstandsarbeit im Verein und muss sich nun der Aufgabe stellen, die Frauenquote im Vorstand zu erhöhen.

Dann endlich legte DJ Perry Neudhöfer die Musik auf für die Badewannenhitparade, deren Titel „Dieter Thomas“ mit launigen Texten anmoderierte. Alle Minister marschierten zu Andreas Bouranis „Auf uns“ in den Saal, in dem sich das Publikum mit rhythmischem Klatschen schon mal warm machte. Der Verein hatte wie in den Vorjahren weder Kosten noch Mühen gescheut, um den Gästen national und international bekannte Sänger (hinter deren sich die Badewannenminister verbargen) nach Plau am See zu holen. Die verpflichteten Künstler deckten ein breites Spektrum an Musikstilen ab. Roland Kaiser „Es geht schon wieder los“, bediente mehr die älteren Semester, während Peter Maffay mit „Karneval der Nacht“ rockiger daherkam. Nicole Kidman und Robbie Williams intonierten ihr „Something stupid“ (etwas Unüberlegtes), ob damit die Gefährte der Rallye gemeint sind? Sicherheitshalber packte Conny Froboes ihre Badehose ein. Dachdecker Ernst Gotzian schaffte nicht nur, ein Häusle zu bauen, sondern ließ auch die Lachmuskeln erzittern. Der Schirmherr probierte zum Gesang von Conny Froboes schon mal deren „Knallrotes Gummiboot“ aus, ob es badewannenrallyetauglich ist. Beim „Saturday night fever“ bebte anschließend der Saal, obwohl es erst Freitagabend war. Nach diesem Ausflug ins englisch-amerikanische Gefilde sang Andreas Gabalier „I sing a Liad für di“ und Trude Herr hatte mit „Weil ich so sexy bin“ eine Erklärung für vieles, was es zwischen Frau und Mann so geben kann.

Eine Musikpause nutzten Ernst Gotzian und Norbert Reier, um sich als zwei Bahnreisende über Friedrich Schillers Schreibtisch und die klassische Literatur auszutauschen, unterlegt vom Rennsteiglied und „muß i denn aus dem Städtele hinaus“. Nun machte Helge Schneider Reklame für ein „Katzeklo“, darauf saßen Carola und Stefan als Loriots Dr. Klöbner und Herr Müller-Lüdenscheidt in der Badewanne. Für Stimmung sorgte anschließend „Schmittchen Schleicher“, ein Lied, das von Rudi Carrell geschrieben wurde und einst Nico Haak sang.

Helene Fischer war nach einer vehement geforderten Zugabe wohl wirklich „atemlos“. Schließlich hatte Feuerwehrmann Stefan etliche flotte Sprüche parat, bevor die/der perfekt geschminkte und kostümierte Conchita Wurst ihren/seinen Eurovisionshit trällerte.

Als Finale sangen Akteure und Gäste gemeinsam die Plauer Badewannenhymne, die die sommerliche Zukunft der Badewannen in der Eldestadt voraussieht: „Mit Algen im Schuh und Moor im Ohr halten wir uns über Wasser von der Brücke bis zum Schleusentor“ – obwohl doch jeder, der schon einmal bei einer Rallye dabei war, weiß: Die Route geht genau andersrum.

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