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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

23. November 2017 | 21:39 Uhr

Veranstaltung : Auf letzter Fahrt vorm Winterschlaf

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Erneut automobile Raritäten im Stadtzentrum: Lübz war ein Haltepunkt bei der 13. „ADAC Hanse Historic“. An drei Tagen wurden 650 Kilometer zurückgelegt.

von
erstellt am 15.Okt.2017 | 21:00 Uhr

Als sich die traditionsreichen Firmen Audi, Horch, DKW und Wanderer in der Weltwirtschaftskrise zur Auto Union zusammenschlossen und sich vier Ringe als Firmenzeichen gaben, gab es VW noch nicht. Volkswagen wurde erst 1937 gegründet. Als der zügig wachsende Konzern 1969 auch die NSU-Motorenwerke übernahm, trug das Unternehmen für ein paar Jahre den Namen VW-Audi-NSU-Auto Union. Heute existieren nur noch VW und der Ableger Audi, wo die vier Ringe überlebt haben. Als Teilnehmer an der 13., vom Travemünder Automobilsportclub e.V. veranstalteten ADAC Hanse Historic, zu der am Sonnabendmorgen eine Zeitkontrolle auf dem Lübzer Marktplatz gehörte, brachte Hans-Jörn Stein mit seinem 1972 gebauten NSU 1200 TT daher eine nicht mehr im Straßenverkehr zu sehende Rarität zu Gesicht. Von einem Automobilhersteller, der mit seinen Produkten der Zeit weit voraus war (besonders wegen des von einem Wankelmotor angetriebenen Ro 80), was den Untergang jedoch nicht verhinderte. Stein hat eine besondere Beziehung zu dem Wagen: „Ein Auto wie dieses war mein erstes. Ab nächstem Jahr bin ich Rentner und da wollte ich mir etwas gönnen, woran ich länger Freude habe.“

 

Elegant kamen Niels und Maria Hansen mit der Startnummer 26 nach Lübz, wie schon der Name verrät: Lancia 2000 Berlina – eine viertürige Limousine, in diesem Fall mit Original-Lack und nie erneuerter Innenausstattung.

Besonders wegen seiner fortschrittlichen Federung eine Legende ist auch der Citroen ID 19 von Henning Seupel aus Schwerin. „Ab und zu gibt es etwas zu tun, an den Schwellern, am Unterboden etwa, aber insgesamt läuft der Wagen sehr gut“, sagt er. „Immerhin ist er jetzt auch 50 Jahre alt.“

Eine kleine Überraschung für jeden Teilnehmer hatte der Verein Lübzer Land e. V. in Zusammenarbeit mit der Brauerei vorbereitet. An alle überreichten Trachten tragende Mädchen eine Tüte mit Informationen über Lübz und für Fahrer wie Beifahrer je eine Flasche alkoholfreies Getränk.

Nicht zuletzt aus Rücksicht auf die ganz alten, nicht so leistungsstarken Autos gilt bei der dreitägigen, in Lübeck gestarteten Rallye eine Maximalgeschwindigkeit von 50 km/h. Die vorgegebenen Haltestellen – dort immer mit Zeitkontrolle – werden nach nur kurzem Aufenthalt wieder verlassen. „Ein Spiel der Stoppuhren“, sagt Sprecher Jürgen von Schassen. Übernachtet wurde von Freitag zu Sonnabend in Spornitz, von dort wieder weg ging es schon um 7 Uhr morgens in Richtung Lübz. Nach der Fahrt über Plau am See und Warin endete die Veranstaltung am Samstagabend mit der Rückkehr im Seebad Timmendorfer Strand.

Rund 40 Helfer sorgten für einen erfolgreichen Verlauf. Der Sprecher nennt jedoch auch die zusätzliche, erfreuliche Unterstützung vor Ort – (wie ebenfalls in Spornitz) etwa durch Feuerwehren, die unter anderem Licht aufstellen und so eine bessere Bewachung der Technikschätze ermöglichen.

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