Hochkarätige Unterhaltung : Auf ins Abenteuer Kammermusik

Erfolgreiches Team 2016:  Michael Dorner, Adelina Tazieva, Rimma Katschalova, Caroline Zaunick, Johanna Müller, Dr. Larissa Popkova, Gleb Sidoruk, Jakob Plag und Irina Ryumina.  Fotos: Simone Herbst
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Erfolgreiches Team 2016: Michael Dorner, Adelina Tazieva, Rimma Katschalova, Caroline Zaunick, Johanna Müller, Dr. Larissa Popkova, Gleb Sidoruk, Jakob Plag und Irina Ryumina. Fotos: Simone Herbst

Die jüngste Generation deutsch-russischer Jugendmusikreihe bricht Rekorde. Das Programm der Konzertabende war anspruchsvoller denn je, versprach Dr. Larissa Popkova, Mitorganisatorion der beliebten Reihe, und hielt Wort.

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14. Juni 2016, 12:00 Uhr

„Ich hatte ja keine Ahnung, dass Kammermusik so wundervoll sein kann.“ Was der jungen Dame, die den Auftaktabend der Musikelite aus Weimar und St. Petersburg neben vielen anderen in der Parchimer St. Marienkirche erlebte, solch Entzücken entlockte, wissen wir nicht. Elf Stücke spielten die Eleven in unterschiedlicher Besetzung. „Und einfach alle waren toll“, wollte die junge Dame sich für keinen Eleven, keinen Komponisten, ergo auch keines der Stücke entscheiden. Dr. Larissa Popkova, Musikwissenschaftlerin am Konservatorium St. Petersburg, die in Parchim, Plau und Wamckow auch im 8. Jahr gekonnt durchs Programm führte, hatte es prophezeit: „Ich bin gefragt worden, welches Stück das Highlight dieses Abends sein würde. Ich sage Ihnen, es gibt keines. Ich sage Ihnen aber auch, das Programm war noch nie so anspruchsvoll.“

Große Worte? Nein! Die beinahe zweieinhalb Stunden Konzertabend hielten, was Larissa Popkova eingangs versprochen hatte. Das Gassenhauer Trio B-Dur op. 11, mit dessen erstem Satz sich Beethoven einst selbst adelte und den Jakob Plag (Klarinette), Gleb Sidoruk (Cello) und Rimma Katschalova (Klavier) in an allen drei Abenden für ihr heutiges Publikum so grandios interpretierten. Max Regers Serenade für Flöte, Geige und Bratsche oder eben auch Adelina Tazieva, Johanna Müller und Caroline Zaunick. Das emotionale Klaviersolo der 17-jährigen Novosibirskerin, als sie Johannes Brahms Fantasien op. 116 N6-7 spielte. Der alte Meister hatte sie geschrieben, als er eigentlich schon ans Aufhören dachte. Grandios auch das Flötensolo von Adelina Tazieva von Eugène Bozzas „Image“ oder Francis Poulenc Sonate für Klarinette und Klavier.

Kenner dieses erfolgreichen Konzertformats wissen, dass den Schülern weniger als eine Woche bleibt, die Stücke, die sie im Vorwege natürlich intensiv üben, als Kammermusik zu arrangieren. Nicht als beliebige Kammermusik, sondern als hochkarätiges Veranstaltungsformat. Das sind sich und dem Publikum sowohl das Konservatorium in St. Petersburg als auch das Hochbegabtenzentrum der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar schuldig. Egal, wie schwierig die Stücke sind - Irina Ryumina, Musikdozentin aus St. Petersburg, und Michael Dorner, ihr Weimarer Pendant, schaffen es gemeinsam mit ihren Schülern in Rekordzeit. Was daran liegt, dass beide Lehrer erfahren sind in der Arbeit mit den Musiktalenten, die gerade mal 16 bis 18 Jahre alt sind und doch auf der Erfolgsseite schon zahlreiche Preise verzeichnen, in Staatskapellen und Philharmonien Soloparts spielen oder trotz ihrer jungen Jahre bereits als Konzertmeister gefragt sind.

Parchims, Plaus und Wamckows Publikum hat das achte Jahr deutsch-russischer Jugendkonzerte mit seiner jüngsten Generation erlebt. Und gefeiert. Geheimtipp sind sie längst nicht mehr. Vielmehr gelten sie im Musiksommer der Region und im Konzertkalender aller drei Kirchenhäuser längst als etabliert. Allerdings hat sich die Wamckower Kirche in den letzten beiden Jahren in die erste Reihe katapultiert. Baulich ist die Dorfkirche quasi die kleine Schwester der beiden Marien-Häuser in Plau am See und Parchim. Am Sonntag platzte sie nun fast aus allen Nähten. Die jungen Musiker, ihre Lehrer, die Organisatoren vom Verein „Wir leben“ und der Hamburger Gartow-Stiftung und ihre inzwischen zahlreichen Unterstützer und Sponsoren freut es…

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