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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

13. Dezember 2017 | 00:41 Uhr

Mann der Mitte : Auf gemeinsamen Nenner kommen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Mieterverein Parchim-Lübz setzt bei Konflikten zunehmend auf Mediationsverfahren. Ziel ist eine verbindliche und nachhaltige Einigung zwischen den streitenden Parteien.

Unstimmigkeiten in der Betriebskostenabrechnung? Streit mit dem Vermieter über Schimmelbefall, wegen anderer Wohnungsmängel, um die Renovierung oder Kaution? Inzwischen bietet der „Mieterverein Parchim-Lübz und Umgebung e.V.“ an, nicht zu schnell auf eine Konfrontation oder gerichtliche Auseinandersetzung, sondern als Mieter und Vermieter besser auf ein so genanntes „Mediationsverfahren“ zu setzen.

„Dabei handelt es sich um ein strukturiertes außergerichtliches Verfahren, bei dem mit meiner Hilfe die Konfliktparteien selbstständig und eigenverantwortlich eine bedürfnisorientierte Konfliktlösung erarbeiten“, erläutert Holger Lau, Mediator. „Ein Mediationsverfahren ist allerdings nur möglich, wenn ich als unbefangen respektiert werde.“ Der gelernte „Kaufmann in der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft“ hat sich zwei Jahre lang zum „Mediator für Wirtschaftsmediation (IHK)“ ausbilden lassen. „Ich bin nicht neutral, ich bin allparteilich“, verdeutlicht er seine Arbeit, die sich auf gegenseitiges Vertrauen zwischen Mieter und Vermieter gründe. „Wir sprechen direkt miteinander.“ Der wesentliche Sinn dieser Vorgehensweise sei, eine nachhaltige, wirtschaftliche und außergerichtliche Klärung zu bewirken, „mit der jeder Beteiligte sich identifizieren kann“. Er leiste intensive Konfliktarbeit. Auch gehe es darum, zur Entwicklung der Konfliktkultur beizutragen. Streit dürfe nicht in einer Gewinner-Verlierer-Situation münden, sondern müsse bei beiden Parteien eine Verbesserung der Konfliktkompetenz zur Folge haben. Am Ende sollten beide Medianten davon überzeugt sein, einen gerechten Ausgleich gefunden zu haben. „Wir suchen deshalb gemeinsam nach bedürfnisorientierten Lösungen.“ Die persönlichen Bedürfnisse zu erhellen und wechselseitiges Verständnis zu schaffen, sei das Kernstück der Mediation, erläuterte Lau. Jedes Bedürfnis sei von starker Identifikation geprägt, woraus ein großes Interesse erwachse. Das motiviere, zugunsten seiner Position in Aktion zutreten. „Um letztlich eine nachhaltige Lösung zu erzielen, arbeite ich auf Einigkeit hin.“ In mühsamen, kleinen Schritten, so Lau, werden die Streitparteien erst einmal dazu veranlasst, ihre Ausgangspositionen klar darzulegen. Danach werde festgelegt, in welcher Reihenfolge die gesammelten Themen bearbeitet, vertieft und erhellt werden. Ergebnisse aus diesem Prozess werden sogleich gesichert und ihre Umsetzung im Rahmen einer Abschlussvereinbarung konkret und verbindlich festgelegt. Holger Lau betonte, dass er im Rahmen des Verfahrens keinesfalls zu irgendeiner Rechtsberatung befugt sei. Er kann sich vorstellen, seine Mediationsarbeit auch bei Schulungen im Konfliktverhalten von Kindern und Jugendlichen sowie bei Konflikten innerhalb oder zwischen Unternehmen auszuüben. Allgemeine Beratungsstunden bietet der Mieterverein Parchim-Lübz und Umgebung e.V. im Bobziner Weg 7 jeweils dienstags von 13 bis 17 Uhr an. Bei großem Andrang empfiehlt es sich, seinen Gesprächstermin vorab zu reservieren. Wenn das Telefon (038731 / 2 90 93) zu oft besetzt ist, kann eine Reservierung per Mail gelingen (info@mieterverein-parchim-lübz.de). Außerdem werden dienstags und mittwochs zwischen 9 und 12 Uhr telefonische Beratungen angeboten. Außer in Lübz finden mittwochs zwischen 14 und 17 Uhr auch Sprechstunden in Parchim statt (Fischerdamm 13). „Eine umfassende Beratungshilfe ist allerdings an eine Mitgliedschaft im Mieterverein gebunden“, betont Holger Lau, stellvertretender Vorstandsvorsitzender.



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