Interessen wahren : Auf der Suche nach gemeinsamen Zielen

Im Januar wollen die Senioren über die Ärzteversorgung in der Region reden.
Im Januar wollen die Senioren über die Ärzteversorgung in der Region reden.

Wollen für Plau an einem Strick ziehen: Seniorenbeirat und Stadtvertretung

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24. November 2015, 16:18 Uhr

Die Misstöne, die in den vergangenen Wochen und Monaten zwischen den Mitgliedern des Plauer Seniorenbeirates auf der einen und der Plauer Stadtvertretung auf der anderen Seite zu hören waren, sind vielleicht noch nicht gänzlich verstummt. Aber sie sind leiser geworden. Hintergrund war die vom Seniorenbeirat vorbereitete Konzeption, mit deren Hilfe die Stadt Plau sich um den Titel „seniorenfreundliche Gemeinde“ bewerben/bemühen sollte. Voraussetzung dafür eine Reihe von Maßnahmen, die das alltägliche Leben Älterer im Luftkurort und seinen Ortsteilen einfacher und lebenswerter macht. Zu einseitig, und dabei zu fordernd hatte die Kritik geheißen.

Die jüngste Hauptausschusssitzung bot jetzt den Rahmen, Anliegen und Standpunkte darzulegen. Beide Seiten ließen die Chance nicht ungenutzt, um einen wichtigen Schritt aufeinander zuzugehen. Als Vorsitzende des Ausschusses für gesellschaftliche Angelegenheiten der Stadt bekräftigte Rotraut Schnarrer (CDU), dass den Stadtvertretern und Ausschüssen an einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit dem Seniorenbeirat viel liegt. „Die Belange des Seniorenbeirates finden natürlich Beachtung“, so die Ausschussvorsitzende. „So sind auf Anregung des Seniorenbeirates bereits eine Reihe von seniorenfreundlichen Maßnahmen durchgeführt worden.“ In der Vergangenheit habe es offensichtlich Missverständnisse in der Kommunikation des Beteiligten gegeben. „Bleibt zu hoffen, dass künftig Probleme rechtzeitig angesprochen und geklärt werden“, machte Rotraud Schnarrer ihren Standpunkt unmissverständlich deutlich.

Dr. Rainer Nissler, Vorsitzender des Plauer Seniorenbeirates, zeigte sich erfreut über die im Hauptausschuss und von der Ausschussvorsitzenden signalisierte Bereitschaft, die Initiativen des Beirates zu unterstützen und signalisierte seinerseits, auf den Titelkampf „seniorenfreundliche Gemeinde“ zu verzichten. „Der anfänglich missverständliche Dissens ist bereinigt und wir gemeinsam inzwischen auf dem Weg besserer Kooperation“, so Nissler im Nachgang der Sitzung. Der Beirat, machte der Vorsitzende noch einmal deutlich, arbeite autark. Er mische sich ein in seniorenrelevante Fragen, nehme die Wünsche von 37 Prozent der Einwohner auf, um sie als Anliegen an die Stadtvertretung weiterzugeben. Er habe jedoch nicht die Kompetenz zur Umsetzung. „Wir wollen anregen, nicht fordern und wir sind nicht beleidigt oder gekränkt, wenn Dinge nicht umgesetzt werden können.“

Bürgermeister Norbert Reier, der seit Wochen in schlichtender Mission aktiv geworden war, ist angesichts der positiven Signale beider Seiten erleichtert. Vertretung und Verwaltung würden selbstverständlich Wert darauf legen, dass auf Probleme der Senioren aufmerksam gemacht werde, sagte er. „Chancen zur Mitgestaltung sind gegeben, wobei wir als Stadt natürlich Schwerpunkte setzen müssen. Aber keinesfalls“, auch das stellte der Bürgermeister noch einmal klar, „können und werden wir uns konzeptionell einengen lassen.“

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