aus der stadtvertretung : Auch Politik kämpft mit für Südbahn

Gerd Vorhauer von der Wählergemeinschaft Broock-Wessentin (WGBW) erläuterte den in die Lübzer Stadtvertretersitzung eingebrachten Antrag zur Südbahn.
Gerd Vorhauer von der Wählergemeinschaft Broock-Wessentin (WGBW) erläuterte den in die Lübzer Stadtvertretersitzung eingebrachten Antrag zur Südbahn.

Regionaler Planungsverband Westmecklenburg kritisiert Energieministerium / Antrag in Lübzer Stadtvertretung, Bus und Bahn besser zu verknüpfen

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27. Februar 2014, 22:00 Uhr

Vor dem Hintergrund der Proteste gegen die geplante Unterbrechung der Bahnverbindung zwischen Parchim und Waren hat die Fraktionsgemeinschaft aus SPD und Wählergemeinschaft Broock-Wessentin (WGBW) auf der Stadtvertretersitzung am Mittwochabend einen Antrag eingebracht. Auf Nachfrage von Bürgervorsteherin Inge Arnhold fand dieser auch die Unterstützung von CDU und Linken. 

In der vor der Sitzung jedem Abgeordneten ausgehändigten Kopie des Antrages ist unter anderem zu lesen, dass die Stadtvertreter  die Bürgermeisterin bitten, „konkrete Maßnahmen zur Besserung der Anbindung der Buslinien an den Bahnhof in die Weg zu leiten, soweit diese in Verantwortung der Stadt stehen“.  Die Abgeordneten beauftragen die Bürgermeisterin, im Namen der Stadt Verhandlungen mit der Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim mbH (VLP) aufzunehmen, um die verbesserte Anbindung von Bus und Bahn noch für den kommenden Sommer zu erreichen.

Ziel sei laut Gerd Vorhauer von der WGBW, mehr Fahrgäste für die Bahn zu bekommen.  Erster Schritt sei, dass alle Busse, die nach Lübz fahren und hier starten, auch den Bahnhof ansteuern. Dazu benötige man zwei Haltestellentafeln auf der Molkereistraße vorm Bahnhof. Die Fahrzeitverlängerung liege zwischen zwei und fünf Minuten. „Ergebnis wäre, dass man in Lübz gut zwischen Bus und Bahn umsteigen kann, um zum Beispiel von Goldberg nach Hamburg und von Broock nach Schwerin kommen kann“, so Vorhauer. Man brauche weniger Busfahrten auf parallelen Strecken zur Bahn, aber mehr auf denen ohne Bahn.

Die Abfahrt des Morgen-Zuges von Lübz nach Ludwigslust um 7.43 Uhr etwa erfordere, dass fünf Minuten eher alle Busse am Bahnhof sein müssen. Dadurch wäre es möglich, zum Beispiel schnelle Verbindungen von Broock (7.26 Uhr ab) nach Schwerin (9.04 Uhr an) mit Umstiegen in Lübz und Parchim sowie von Plau am See (7.12 Uhr ab) nach Berlin-Hauptbahnhof (10.32 Uhr an, Umstiege in Lübz und Ludwigslust) anzubieten. 

Laut Bürgermeisterin Gudrun Stein werde am Montag in Waren eine Beratung zur Südbahn stattfinden. An ihr nähmen die Bürgermeister aller  an der von der Schließung bedrohten Orte teil. Am 10. März  sei eine Unterredung im Energieministerium vorgesehen, an der neben Landrat und Bürgermeistern auch  Vertreter der Bürgerinitiative teilnehmen sollen. „Außerdem fahren sind mein Parchimer Amtskollege Bernd Rolly und ich bald bei der Verkehrsgesellschaft in Ludwigslust zu Gast, um zum Beispiel eine bessere Erreichbarkeit der Bahnhöhe zu erreichen“, so Gudrun Stein.

 Auf der parallel zur Stadtvertretersitzung stattgefundenen Zusammenkunft des Regionalen Planungsverbandes Westmecklenburg am Mittwochabend in Ludwigslust war die Südbahn ebenfalls Thema. Am 11. Dezember hatte sich der Verband einstimmig für ihren Erhalt ausgesprochen. Der Vorsitzende wurde seinerzeit beauftragt, diesen Beschluss dem Energieministerium schriftlich mitzuteilen. „Wir haben ein Antwortschreiben erhalten“, sagte Gerd Holger Golisz am Mittwoch. Darin heiße es, dass es sich bei den geforderten Erhalt der Bahnstrecke im Regionalen Raumentwicklungsprogramm um Grundsätze und nicht zwingend um umzusetzende Ziele handele. „Diese Position ist nach meiner Rechtsauffassung nicht vertretbar und entgegen zu treten“, so Golisz. „Es ist unsere Aufgabe, das Regionale Raumordnungsprogramm aufzustellen, zu ändern oder zu ergänzen. Wir legen diese Grundsätze fest, um damit bestimmte Ziele zu erreichen.“ Gleichzeitig  laute eine Bestimmung, auf die Umsezung getroffener Festlegungen hinzuwirken: „Und  genau aus diesem Grund haben wir auf unserer letzten Sitzung den Beschluss zum Erhalt dieser Bahnlinie gefasst.“

Das Energieministerium begründe die Schließungsabsicht mit finanziellen Gründen und verweise auf eine beabsichtigte alternative Busbedienung. Zwischenzeitlich sei im Auftrag von Pro Schiene jedoch wurde ein Gutachten erarbeitet worden, welches die Zahlen des Ministeriums in Frage stelle. Es werde dem Vorsitzenden der Verbandsversammlung, Landrat Christiansen, übergeben.

„Wir kritisieren die Position des Energieministeriums auf das Schärfste!“, sagt Golisz. „Die zukünftige Verbindung der Bahnhöfe zwischen Parchim über Lübz nach Waren durch ein Busangebot ist keine Weiterentwicklung des Personennahverkehrs, sondern eine starke Reduzierung. Das Ministerium schafft damit ein Schienenloch und schwächt diese schon strukturschwache Region noch mehr.“ Insbesondere die Städte Lübz und Malchow und ihre Einwohner bräuchten die Anbindung zu den Nachbarstädten, womit auch die Anbindung an das überregionale Schienennetz verbunden sei.

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