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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

22. November 2017 | 12:25 Uhr

Kriminalität : „Arbeit transparent darstellen“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

SVZ sprach mit dem Leiter der Polizeiinspektion Ludwigslust, Polizeidirektor Hans-Peter Günzel, über die Sicherheitslage im Landkreis

von
erstellt am 04.Mai.2015 | 22:00 Uhr

Polizeidirektor Hans-Peter Günzel leitet die Polizeiinspektion Ludwigslust. Sein Verantwortungsbereich umfasst den gesamten Landkreis Ludwigslust-Parchim mit einer Fläche von 4752 Quadratkilometern und rund 212  000 Einwohnern. Günzel ist verantwortlich für sechs Polizeireviere, dazu für das Autobahn- und Verkehrspolizeirevier Stolpe sowie ein Kriminalkommissariat mit mehreren Außenstellen.

SVZ-Mitarbeiter Andreas Münchow hatte jetzt Gelegenheit zu einem Interview mit Hans-Peter Günzel.

Angesichts zahlreicher Pressemeldungen der Polizei über Straftaten könnte der Eindruck entstehen, dass die Region unsicher ist. Wie ist es sich wirklich und wie sicher leben die Menschen im Landkreis?

Die kürzlich auch in der SVZ veröffentlichten Zahlen zum Kriminalitätsgeschehen zeigen, dass der Landkreis zu den sichersten im Land gehört. Mit unserer Öffentlichkeitsarbeit sind wird bestrebt, die Arbeit der Polizei transparent darzustellen und die Bevölkerung bei der Gewährleistung der Sicherheit und Ordnung mit einzubeziehen. Mir liegt sehr viel daran, auftretende Kriminalitätsschwerpunkte und -phänomene sofort anzugehen und möglichst schnell aufzuklären, um Unruhe unter der Bevölkerung zu vermeiden. Dazu gehört eben auch die Information an die Bürger. Dadurch haben sie die Möglichkeit, sich darauf einzustellen und sich nach unseren Hinweisen und Empfehlungen bestmöglich vor Straftaten zu schützen.

Gut gelungen ist uns das beispielsweise bei der Verdrängung von Trickbetrügern, die mit telefonischen Gewinnversprechen versuchten, an das Geld meist älterer Menschen zu kommen.

Wo liegen derzeit die Schwerpunkte bei der Kriminalitätsbekämpfung?

Obwohl in vielen Deliktsbereichen die Kriminalität rückläufig ist, berühren mich insbesondere die Straftaten, die sich auf das unmittelbar private, ja sogar intime Umfeld der Bürger auswirken. So die Wohnungseinbrüche, die weiterhin einen Schwerpunkt kriminalpolizeilicher Arbeit bilden. Wir müssen dabei von mehreren Tätergruppen ausgehen, die insbesondere zur Tageszeit in Wohnhäuser eindringen, um Wertgegenstände zu stehlen. Zwar sind jüngst zwei Einbrecher aus der Region Boizenburg verurteilt worden, jedoch dürfen wir uns nicht zurücklehnen.

Auch das Brandgeschehen in der Region Parchim entwickelte sich in den vergangenen Wochen zu einem Schwerpunkt. Aufgrund umfangreicher Ermittlungen konnten jetzt zwei Verdächtige aus der Region verhaftet werden.

Was kann jeder Einzelne tun, nicht Opfer von Straftaten zu werden?

Leider stellen wir bei der Aufnahme von Anzeigen immer wieder fest, dass mancher leichtfertig mit der Sicherung seines Eigentums umgeht. Da stehen beispielsweise über Nacht Autos unverschlossen mit Schlüssel im Zündschloss auf dem Hof, Haustüren bzw. Fenster werden bei vermeintlich nur kurzer Abwesenheit nicht verschlossen.

Maßnahmen zum Schutz des Eigentums sollten eine hohe Priorität haben, auch wenn sie mit höheren Anschaffungskosten verbunden sind. Sicherheit ist eine gesellschaftliche Aufgabe. Dazu gehört auch, auf das Grundstück des Nachbarn zu achten, wenn dieser nicht zu Hause ist. Leider gibt es oft noch eine Hemmschwelle, die Polizei sofort über den Notruf zu alarmieren, wenn Straftaten festgestellt wurden.

Wie schätzen Sie die Unterstützung der Bevölkerung bei der Aufklärung von Straftaten ein?

Unsere Kollegen im Streifendienst wie auch die der Kriminalpolizei leisten täglich eine hervorragende und fleißige Arbeit, auf die wir stolz sein können. Das heißt natürlich nicht, dass wir manches nicht noch besser machen können. Trotzdem sind wir auch auf die Unterstützung der Bevölkerung angewiesen, die in den vergangenen Jahren immer größer geworden ist. Je mehr Hinweise wir bekommen, desto besser können wir die Bevölkerung schützen.

So erreichen uns fast täglich Informationen zu verdächtigen Fahrzeugen und Personen in Wohngebieten. Wir gehen diesen Hinweisen konsequent nach und konnten dadurch bereits mehrere Tatverdächtige ermitteln, beispielsweise nach Einbrüchen im Raum Boizenburg.

Jüngst trug auch der Anruf eines Autofahrers dazu bei, einen flüchtigen Autodieb im Bereich Wöbbelin zu fassen. Ich nehme diese beiden Beispiele zum Anlass, mich bei der Bevölkerung zu bedanken.

Hat sich der vor etwa zwei Jahren eingeführte Kriminaldauerdienst bewährt?

Auf jeden Fall. Das zeigen auch die bereits erwähnten Erfolge bei der Aufklärung von Straftaten. Das System des Kriminaldauerdienstes ermöglicht es unseren Kriminalisten, schnell am Tatort zu sein und zum Beispiel frische Spuren zu sichern. Das kann entscheidend sein.

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