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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

22. November 2017 | 08:27 Uhr

Investition : Arbeit an konstanter Spannung

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Die Erneuerung der Stromleitungen in der Plauer Straße in Lübz ist wie vorgesehen angelaufen. Bei Erdaushub sind viele andere Versorgungen zu beachten.

von
erstellt am 08.Sep.2017 | 21:00 Uhr

Wo Mitarbeiter der Firma Sandmann Hand anlegen, ist die Energie groß – nicht nur, weil sie etwa im Regen gleich ein schützendes Dach suchen, sondern auch, weil unter, neben oder über ihnen Strom eine zentrale Rolle spielt. Und das in der Regel nicht im schwächeren Bereich.

Am Montag haben zwei der aus Sternberg kommenden Männer wie vorgesehen mit dem Austausch der insgesamt 38 Hausanschlüsse in der Plauer Straße begonnen. Gestern Morgen wurde das erste, etwa 110 Meter lange Stück der neuen Hauptleitung in der Erde verlegt, an der später wie schon an der alten 1000 Volt anliegen. Sie hat einen Durchmesser von rund sechs Zentimetern und lässt sich wegen dieser Stärke kaum von Hand bändigen. Deshalb gibt es heutzutage ein Hilfsgerät, das sich „Kabel-Spillwinde“ nennt. Mit ihm ist die Aufgabe auf einer Entfernung wie der oben genannten binnen weniger Minuten erledigt: Ein in die Maschine integrierter Motor treibt eine Winde mit einem Stahlseil an, das vorn mit einer stabilen Öse versehen ist. Sie wird über einen Haken am Kabel gestülpt. Den gibt es dort natürlich eigentlich nicht. Er gehört zu einem so genannten „Ziehstrumpf“, der vorübergehend am Kabel angebracht wird und es nach der Verbindung wie eben beschrieben ermöglicht, die Leitung nach Einschalten der Winde problemlos durch den offenen Graben zu ziehen.

Den haben Hans Merseburger und sein Kollege seit Montag zunächst von der Bergstraße an (geplant war eigentlich, oben zu beginnen) etwa bis zur Mitte der Parchimer Straße auf der Seite des ehemaligen Kinos geschaffen. Für das Ausheben stand ihnen auch ein Mini-Bagger zur Verfügung, aber damit galt es vorsichtig umzugehen. „Reinlangen kann ich nach Aufnehmen der Klinker höchstens 30 Zentimeter tief“, sagt Merseburger. Ansonsten riskiert er, dass die dank Hydraulik kräftige Maschine etwa ein Kabel für die Straßenbeleuchtung oder auch eine Gasleitung schnell durchreißt. Nach Entfernung der obersten Erdschicht lockert ein Kollege den Rest (insgesamt dann eine Tiefe von etwa 70 Zentimeter) von Hand mit einem Spaten auf.

Das erste gestern verlegte Kabelstück wird an einen Stromverteilerkasten in der Bergstraße angeschlossen. Einen großen Teil des ersten Erdgrabens bei dieser Baumaßnahme, die beide Straßenseiten betrifft, konnten die Männer gestern Nachmittag schon wieder verfüllen. Offen bleiben vorerst nur die Stellen, an denen die einzelnen Häuser angeschlossen werden, ohne die Stromversorgung in ihnen lange zu unterbrechen: Das Umklemmen geschieht unter voller Spannung – und Konzentration. Nach Aussage von Bauleiter Frank Weinschröder sind diverse alten Muffen bereits zerbröselt. Früher wurden die Kunststoffgehäuse mit kochendem Teer ausgegossen, heute füllen die Fachleute sie mit einer Vergussmasse aus Kunststoff.

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