Lübz : Angelplatz oder Wildbiotop?

Wofür der verkrautete Wessentiner Teich genutzt werden soll, ist unter den Anwohnern umstritten.
Wofür der verkrautete Wessentiner Teich genutzt werden soll, ist unter den Anwohnern umstritten.

In Wessentin wuchert der Dorfteich zu: Anwohner beschweren sich darüber, doch nicht alle sehen den Wildwuchs als Problem

svz.de von
13. Juni 2018, 20:45 Uhr

Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. In diesem Fall ist der Dritte aber kein Mensch, sondern eine Wasserpflanze. Genauer gesagt der Rohrkolben. Der Teich im Lübzer Ortsteil Wessentin ist umzingelt von einem dichten Ring dieser Gewächse, die auf den ersten Blick dem gewöhnlichen Schilf ähneln. Auch die Wasseroberfläche ist übersät mit Seerosenblättern.

Den Wessentiner Rene Mikolaschek stört der Wildwuchs am Teich. Er ist Anwohner und Angler. Er würde gern am Ufer sitzen und seine Leine in den Dorfweiler werfen. Doch die Fische haben mit der grünen Wand aus Rohrkolben einen effektiven Beschützer. „Der Teich verwildert immer mehr und ist für die Anwohner überhaupt nicht richtig zu gebrauchen“, sagt Mikolaschek.

Deshalb beschwerte sich der Wessentiner zusammen mit einem Nachbarn bei der jüngsten Stadtvertretersitzung. Er fragte, ob die Stadt nicht in der Verantwortung sei, das Ufer zu entkrauten.

Die kurze Antwort: Nein. Bürgermeisterin Gudrun Stein seien die Hände gebunden. „Als Stadt sind wir gesetzlich verpflichtet Löschwasserteiche zu pflegen. Zu diesen müsste der Zugang für die Feuerwehr sichergestellt werden. Dafür gebe es dann auch Fördergeld. Aber der Wessentiner Teich ist kein Löschwasserteich, daher stehen auch keine Gelder zur Verfügung“, sagt sie. Auch unter den Wessentinern ist die Entkrautung umstritten. Zwei Anlieger wünschen sich, dass der Tümpel bewachsen bleibt. Aus Sorge um den Dorffrieden möchten sie anonym bleiben. Sie sagen: „In den 90er-Jahren wurde der Teich entkrautet. Zwei Jahre später war alles wieder zugewachsen. Das bringt nichts. Außerdem ist der Teich ein Biotop für Reptilien und Vögel“. Alles bleibt also beim Alten am Dorfweiler von Wessentin. Und während die Menschen diskutieren, gedeiht der Rohrkolben weiter prächtig.

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