Tolle Idee, tolles Projekt : Anderen eine Freude machen…

Die sieben  Mädchen und Jungen, die   über das Jugendamt in der Kinder- und Jugendhilfestation Lübz betreut werden, haben  von daheim gut erhaltenes Spielzeug mit- und   noch rechtzeitig  zum Weihnachtsfest  zum Arbeitslosenverband  gebracht. Sie hoffen, dass  Kinder aus sozial schwachen Familien  viel Freude  damit haben werden.
Die sieben Mädchen und Jungen, die über das Jugendamt in der Kinder- und Jugendhilfestation Lübz betreut werden, haben von daheim gut erhaltenes Spielzeug mit- und noch rechtzeitig zum Weihnachtsfest zum Arbeitslosenverband gebracht. Sie hoffen, dass Kinder aus sozial schwachen Familien viel Freude damit haben werden.

Tolles Projekt: Mädchen und Jungen der Kinder- und Jugendhilfestation Lübz überraschten Arbeitslosenverband mit einem Berg Spielsachen

svz.de von
22. Dezember 2013, 17:40 Uhr

„Wir haben uns vor einigen Wochen Bilder im Internet angesehen. Bilder, die zeigten, wie es den Kindern in Afrika geht“, erzählt Lena. „Dann waren wir auf die Idee mit den Geschenken gekommen.“ Keine Geschenke für Afrika. Nicht, weil das so weit weg ist. Nein, weil den Mädchen und Jungen von der Kinder- und Jugendhilfestation in Lübz klar war, dass es auch hier Kinder gibt, für die Geschenke nicht die normalste Sache der Welt sind. Kinder aus sozial schwachen Familien. „Unsere Gruppe nennt sich Cluster“, erklärt Jasmin. „Wir treffen uns zweimal die Woche im Mehrgenerationenhaus. Dann essen wir gemeinsam Mittag, machen Hausaufgaben, unternehmen etwas, oder wir arbeiten an Projekten.“ Die sieben Mädchen und Jungen, die momentan zur Cluster-Gruppe gehören, werden durch das Jugendamt betreut. Manchen fehlt es an sozialer Kompetenz, anderen an der richtigen Einstellung zur Schule. Manchmal sind es jedoch auch Probleme im Elternhaus, die das Jugendamt bewogen haben, die jungen Leute in die Kinder- und Jugendhilfestation zu integrieren. Hier sollen sie ihre Defizite aufholen. Und solange bleiben sie.

Die Projekte helfen ihnen dabei. Das mit den Geschenken ganz sicher auch. „Wir haben uns gedacht, wir machen daraus ein Projekt“, erzählt Jasmin. Gesagt getan. Alle sieben schauten daheim, was sie an Spielsachen haben. Solche, die sie nicht mehr brauchten, die aber noch gut erhalten sind, brachten sie mit in ihre Gruppe. „Da ist eine ganze Menge zusammengekommen“, freut sich Lena. Ein ganzer Berg sogar. Den brachten die jungen Leute jetzt zum Arbeitslosenverband in der Benziner Straße. Jürgen Lather, der Vorsitzende des Ortsverbandes, bei dem sie sich ein paar Tage zuvor angemeldet hatten, staunte, als er die vielen Spielsachen sah. „Super! Noch vor Weihnachten kommen viele Familien zu uns in die Einrichtung, um sich bei der Tafel, die wir hier betreuen, Lebensmittel abzuholen. Ich bin mir ganz sicher, sie werden sich sehr über eure Geschenke freuen“, sagt er.

Tatsächlich sind es in und um Lübz derzeit etwa 400 Familien, die in der Regel nicht das Geld haben, um sich die Lebensmittel im Geschäft zu kaufen. Oft kommen sie zur Tafel. Andere, erzählt, Lather den Kindern, würden sich Sachen zum Anziehen in der Kleiderkammer holen, manche auch Möbel aus der Möbelbörse. Beides zeigt Lather den Mädchen und Jungen, denn beides wird ebenfalls durch die Mitarbeiter des Arbeitslosenverbandes betreut. „Über viele Jahre, ich galube seit 1996 hatten auch ein Ferienlager, ganz in der Nähe von Barkow. 12 000 Kinder haben da schöne Sommerwochen erlebt. Seit letztem Jahr haben wir leider nicht mehr die Möglichkeiten, weder personell, noch finanziell. Das ist sehr schade. Denn gerade für Kinder, deren Eltern sich einen Urlaub oder ein Ferienlager nicht leisten können, war das in den großen Ferien immer eine tolle Alternative. Um so mehr freue ich mich, dass ihr mit eurem Projekt gerade an diese Kinder gedacht habt“, sagt Jürgen Lather. „Und weil wir gerade Weihnachten haben. Euch wünsche ich, dass ihr nicht irgendwann einmal in die Situation kommt, und auf die Tafel angewiesen seid.“

Das hoffen Lena, Jasmin und die anderen fünf aus der Cluster-Gruppe auch. „Ich will mal Friseurin werden“, sagt die 14-jährige Jasmin. „Und ich möchte mal was mit Kindern machen, Erzieherin oder so“, verrät Lena. „Mit Kindern zu arbeiten, macht mir richtig viel Spaß.“ Dass ihnen die Cluster-Gruppe helfen kann, ihre Ziele zu verwirklichen, und dass die Schule dafür wichtig ist, wissen sie. Und das mit den Hausaufgaben klappe ja auch schon viel besser.

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