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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

21. November 2017 | 15:09 Uhr

ferienjob : An der Museumsfront bricht das Eis

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Ricardo Rohrdanz erledigt Ferienjob im Plauer Burgmuseum / „Burgfreunde“ wünschten sich noch mehr Hilfe von den „Jungen“

von
erstellt am 18.Aug.2014 | 22:00 Uhr

Sechs Wochen Sommerferien? Das ist ’ne Menge Zeit. Ricardo Rohrdanz, jetzt Neuntklässler an der Plauer Klüschenbergschule, war bereit, davon ein wenig abzugeben und übernahm einen Ferienjob im Plauer Burgmuseum. „Ich mache hier die Kasse“, erzählt der blonde Lockenkopf. „Immer, wenn Besucher kommen, kassiere ich sie ab und dann können sie sich die Ausstellung ansehen.“ In aller Regel werden die Gäste geführt, von einem „Burgfreund“, wie sich die ehrenamtlichen Mitglieder des Heimatvereins nennen. „So eine Führung zu machen, das wäre nichts für mich“, gesteht Ricardo. Weil er eh’ zu wenig wisse über die verschiedenen Bereiche der zu Saisonbeginn erweiterten Ausstellung. Und mit dem Reden habe er es auch nicht so.

Die Ausstellung selbst interessiert ihn schon. Deshalb hängt sich der Ganzliner gern auch mal mit an eine Führung. Das geht allerdings nur, wenn die Kasse ihm Luft dazu lässt. „Oben in der ersten Etage die U-Boot-Ausstellung, die finde ich am spannendsten.“

Ohnehin arbeitet Ricardo in einer spannenden Zeit im Museum. Erst waren da die Vorbereitungen für den „Mittelalter-Spaß, dann die Aufbauten für die mit Erfolg präsentierte Vorstellung „Im Weissen Rössl“ und schließlich das Burghoffest am vergangenen Wochenende. „Ich hätte nicht gedacht, dass hier so viel los ist“, gesteht Ricardo und grinst. „Aber es ist toll.“

Toll finden auch die Burgfreunde die Hilfe von ihrem „Jungspund“. „Wir hatten uns in der Saisonvorbereitung an Schulleiter Zimmermann gewandt, um Schüler für kleine Ferienjobs bei uns zu gewinnen“, erzählt Sonja Burmester, die Vereinsvorsitzende. Der Hintergrund ist nämlich folgender: Mit der Erweiterung der Ausstellung und ihrer Präsentation auf zwei Etagen, haben die Burgfreunde seit Saisonbeginn ein Problem. Die Besetzung pro Schicht/Tag musste unbedingt von ein auf zwei Mann Besetzung umgestellt werden. „Ist doch klar, Kasse und Führung schafft einer allein nicht“, erklärt die Vereinsvorsitzende. Da kann man im Dienstplan der Burgfreunde noch soviel hin- und herschieben. Obwohl die momentan um die 30 ehrenamtliche Mitglieder in ihren Reihen haben, bleiben Lücken. Das liegt auch daran, dass das Burgmuseum als eines von sehr wenigen in der Region zwischen Ostern und Oktober täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet hat. Da kommen eine Menge Stunden zusammen, die abgesichert werden müssen. Und das machen die Ehrenamtler selbst.

In diesem Sommer mit Ricardos Hilfe, was die Situation ein wenig entspannt. Allerdings hätten die Burgfreunde gern noch mehr Schüler in ihren Reihen begrüßt. Diesmal hat’s noch nicht geklappt. Aber wer weiß, vielleicht schafft Ricardo, das Eis bei seinen Mitschülern zu brechen. Die Burgfreunde, die sich selbst als U-100 bezeichnen, tät’s freuen.

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