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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

23. Oktober 2017 | 01:02 Uhr

Kommunalpolitik : Amtsinhaber stellt sich Wiederwahl

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Norbert Reier (Die Linke) ist seit 14 Jahren Bürgermeister der Stadt Plau am See. Bei der Wahl am 26. April will er es nochmal wissen.

von
erstellt am 25.Feb.2015 | 22:00 Uhr

Seit 2001 steht Norbert Reier an der Spitze der Verwaltung in Plau am See. Für die Bürgermeisterwahl am 26. April hat ihn seine Partei, Die Linke, erneut nominiert. Und der 61-Jährige will es noch einmal wissen.

Norbert Reier ist in Marnitz geboren, wuchs in Groß Godems und Barkow auf, wo er auch die Schule bis zur 8. Klasse besuchte. Es folgte der Wechsel zum Gymnasium Lübz, wo er 1972 sein Abitur ablegte. Nach dem Wehrdienst studierte Norbert Reier an der Fakultät Melioration und Pflanzenproduktion an der Uni Rostock mit dem Abschluss als Agraringenieur. Hier lernte er seine Frau Marianne kennen. Beide heirateten 1978, haben drei Kinder und zwei Enkelkinder.

Nach dem Studium nahmen beide ihre Arbeit im damaligen Volkseigenen Gut Karow auf. Als stellvertretender Betriebsleiter war Norbert Reier zuständig für die Kartoffelproduktion, die die Karower auf 1100 ihrer insgesamt 7600 Hektar betrieben. Mit der Wende wurde der Betriebsteil wieder zum Gut Plau zugeordnet, wo Norbert Reier bis zur Privatisierung und Abwicklung des Restvermögens die Geschäftsführung bzw. die Funktion des Angestellten des Liquidators übernahm. Gut erinnert sich Reier noch daran, wie er in einer Nacht- und Nebelaktion zur Einweisung nach Berlin gerufen wurde. Andere Betriebe im Osten waren zu diesem Zeitpunkt bereits für eine symbolische Mark verkauft und mit sattem Gewinn weiterverhökert worden. Auch das VEG Karow sollte ursprünglich als Ganzes verkauft werden. Das wurde gestoppt.

Knapp sieben Jahre brauchte es für die vollständige Abwicklung. In dieser Zeit bewirtschaftete Norbert Reier private Flächen bereits im Nebenerwerb. Dann machte er sich als Landwirt selbstständig. Bis zu seinem Amtsantritt am 4. Juli 2001.

Bereits 1989 war der damals 36-Jährige in die Stadtvertretung gewählt worden, war Fraktionsvorsitzender der Linken und Stellvertretender Stadtvertretervorsteher. Als Abgeordneter habe er nicht nur das Funktionieren der parlamentarischen Demokratie, sondern auch die Möglichkeiten und Grenzen der kommunalen Selbstverwaltung erlebt. Vor allem aber sah Norbert Reier damals zwei Probleme: Zum einen die private Betreibung des Plauer Klärwerkes und die Konsequenzen daraus. Zum anderen die sich abzeichnende negative Haushaltsentwicklung. „Im Grunde war das meine Motivation, bei den Wahlen 2001 anzutreten.“ Als er sie gewonnen hatte, stellte er fest, dass es noch mehr Probleme gab: Etwa den Personalüberhang im Rathaus, den Zustand des kommunalen Gebäudebestandes oder auch die Situation im städtischen Bauhof. Vieles ist nach Investitionen, personellen Entscheidungen und Modellen der Vorruhestands- und Altersteilzeitregelung anders geworden. „Und doch“, sagt Norbert Reier , „Verwaltung ist kein starres Gebilde. Man muss auf Veränderungen reagieren. Wie bei der Ämterfusion 2005, bei der Einführung des doppischen Haushaltes oder bei den neuerlichen Fusionen von Gemeinden im Amt 2014.

Mit Freizeit, sagt Reier, sei das so eine Sache. Sofern Bedarf bestehe, versuche er viele Organisationen über die Stadt zu unterstützen. „Was direkte Mitgliedschaften betrifft, muss ich mich zurückhalten“, sagt er. Gelingen sollte ihm das nicht immer. Auch als Privatperson unterstützte Norbert Reier einige, etwa den Kneippverein, als dieser Plau zum Kneippschen Kurort aufwerten wollte, oder den Förderverein der St. Marienkirche, als bei seiner Gründung jeder Mann zählte. Die Angelei, über viele Jahre seine große Leidenschaft, vertrug sich mit der Arbeit als Bürgermeister allerdings nicht. „Leider, ich musste es aufgeben.“ Was ihn bis heute nicht losgelassen hat, ist die Landwirtschaft. „Doch ist sie mittlerweile mehr Hobby geworden“, erzählt der 61-Jährige. In der körperlichen Arbeit habe er sein Rezept gefunden, wenigstens ab und zu mal den Kopf freizubekommen. Auch genieße er es, sich in den Hofladen zu stellen. „Da kommt man mit Leuten zusammen, unterhält sich ganz ungezwungen.“

Seit Norbert Reier 2001 zum Bürgermeister gewählt wurde, sei es seine Intention gewesen, die demokratischen Kräfte zu bündeln. „Ich bin und war immer der Auffassung, dass es viel sinnvoller ist, die Potenziale miteinander zu nutzen, als gegeneinander zu arbeiten. Und dieses Ziel habe ich auch für die Zukunft.“ Befindlichkeiten müsse man zurückstecken, denn es gehe nicht um das „Ich“, es gehe um das „Wir“. „Wir wollen für alle etwas erreichen – auch wenn die Prioritäten auf dem Land und in der Stadt nicht immer die gleichen sind. Dabei bringt es nichts, den Leuten etwas vorzuorganisieren, sie müssen sich einbringen können.“

Norbert Reier ist von seiner Partei Die Linke als Bürgermeisterkandidat nominiert worden. Der Plauer will aber auch künftig seiner Intention treu bleiben, und „versuchen, seine Aufgaben als Bürgermeister neutral zu sehen.“ Warum er sich einer dritten Legislaturperiode stellt? Der Plauer erklärt es so: „Ich freue mich über den Stand des Erreichten. Zusammen mit unseren Bürgern und vielen ehrenamtlichen Kräften haben wir viele Probleme unserer Stadt gemeinsam gelöst. Das Amt des Bürgermeisters macht Freude, wenn viele Plauer das gesellschaftliche Leben unserer Stadt mitgestalten und so Demokratie leben. Deshalb trete ich gerne zur Wiederwahl an.“

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