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20. Oktober 2017 | 20:12 Uhr

Altpapier bald einheitlich entsorgen

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erstellt am 24.Okt.2012 | 06:17 Uhr

Lübz/Parchim | Was kostet künftig die Müllentsorgung im Großkreis, welche Unterschiede wird es in den Regionen geben müssen und wo geht die Reise strategisch hin? Diese Themen werden beim nächsten Kreistag in der kommenden Woche eine zentrale Rolle spielen. Nach gegenwärtiger Lage wird es bei den zum Teil spürbaren Erhöhungen im Bereich des alten Kreises Parchim bleiben. Das hat vor allem mit den dortigen Altlasten zu tun. Im Altkreis Parchim sind die einst vorhandenen Gebührenrückstellungen aufgebraucht. Zudem gibt es bereits jetzt eine spürbare Kostenunterdeckung, die zum schnellen Handeln zwingt. Allerdings sollen die Regelungen, die jetzt folgen sollen, nur für die Jahre 2013 und 2014 gelten. Danach, so Steffen Grünwaldt, Leiter des kreislichen Abfallwirtschaftsbetriebes, werde zu entscheiden sein, inwieweit Gebührensätze angepasst werden können. Es sei selbstverständlich das Ziel, möglichst zeitnah die Satzungen, die angebotenen Entsorgungsdienstleistungen und auch die Gebühren für den gesamten Großkreis anzupassen. Dem stünden derzeit aber leider eine Vielzahl unterschiedlicher Entsorgungsverträge sowie Unterschiede bei den Kosten- und Leistungsstrukturen in den Altkreisen gegenüber.

Auffällig werden die künftigen Gebührenunterschiede vor allem bei den Grundgebühren sein. So werden für eine 120 Liter-Tonne im Altkreis Parchim 68,40 Euro in der Grundgebühr fällig. Bisher zahlen die Parchimer 49,40 Euro. Dafür sind die Entsorgungsgebühren in etwa vergleichbar. Für den Parchimer Bereich werden es 5,88 Euro, im Ludwigsluster Bereich werden 5,60 Euro pro Leerung berechnet. Bei der 1100-Liter Tonne (so genannter Bumper) ist das Verhältnis bei den Grundgebühren mit 540 zu 421 Euro auch eindeutig für den Ludwigsluster Bereich ausgelegt. Die ab Januar steigenden Kosten für diese Großcontainer werden von den Vermietern im Parchimer Bereich auch auf die Mieter umgelegt werden müssen.

Erschwert wird das Zusammenwachsen des neuen Großkreises in Sachen Müllentsorgung nicht nur durch die unterschiedlichen Kosten und Angebote. Wenig hilfreich war auch die Entscheidung der damals Verantwortlichen im Altkreis Parchim, quasi in letzter Minute vor der Gebietsreform neue und vor allem langfristige Entsorgungsverträge schließen zu wollen.

Im Grundsatz beschlossen ist der einheitliche Aufbau der Altpapierentsorgung für den Gesamtkreis. Es geht um die Kombination blaue Tonne (Holsystem) und Container (Bringsystem). Konkret heißt das, dass der Landkreis die bisher von privaten Entsorgern im Altkreis Parchim aufgestellten blauen Tonnen übernehmen und sein System anbieten wird. Das dies rechtens ist, hat der Landkreis schon im Ludwigsluster Bereich ausgefochten. Bereits jetzt gibt es in beiden Altkreisen effektive kommunale Sammelsysteme für Papier. Die haben in der Vergangenheit gute Erlöse gebracht, die zur Stabilisierung und Reduzierung von Abfallentsorgungs gebühren eingesetzt werden. Allerdings ist das abhängig von den Entsorgungspreisen für das Papier, die auf dem Markt erzielt werden. Grundsätzlich, darauf legt der Landkreis Wert, erhebe man für die Kosten der Abfallentsorgung Kosten deckende Gebühren. Die bestehenden Entsorgungsverträge würden keine mengenabhängigen Preise beinhalten. Dies bedeute, dass geringere Abfallmengen auch zu geringeren Kosten der Entsorger führten.

Neben der Zusammenführung der bisherigen Systeme muss und will sich der Landkreis auch den langfristigen Aufgaben stellen. Dabei ist man aber nicht zuletzt vom Gesetzgeber abhängig. So ist unklar, ob irgendwann eine flächendeckende Tonne für Bioabfall vorgeschrieben wird. Käme die, hätte das Auswirkungen auf die Kostenstruktur. Ungeklärt ist auch, ob der gegenwärtig in Hagenow laufende Modellversuch mit den orangenen Wertstofftonnen flächendeckend eingeführt wird. Bisher, so Grünwaldt, seien die Hagenower Ergebnisse sehr vielversprechend. Dort könne der Versuch in jedem Fall fortgesetzt werden, die Akzeptanz in der Bevölkerung für dieses Ersatzsystem zu den gelben Säcken sei weiterhin sehr hoch.

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