Ludwigslust-Parchim : Altersarmut im Kreis nimmt zu

Die Vergleiche bei der Grundsicherung für Arbeitssuchende beziehen sich ebenfalls auf die Jahre 2012, 2013 und 2014.  Grafik: zds weinstadt / Daten: Landesamt für Statistik
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Die Vergleiche bei der Grundsicherung für Arbeitssuchende beziehen sich ebenfalls auf die Jahre 2012, 2013 und 2014. Grafik: zds weinstadt / Daten: Landesamt für Statistik

Immer mehr Ältere sind auf die Grundsicherung angewiesen. Zahl der arbeitssuchenden Hilfeempfänger geht zurück.

svz.de von
05. August 2016, 05:00 Uhr

Wenn es ohne Geld vom Staat nicht geht. Bundesweit sind mittlerweile 9,3 Prozent der Bevölkerung auf soziale Mindestsicherungsleistungen angewiesen. Bei uns im Landkreis Ludwigslust-Parchim waren zum Jahresbeginn 2015 insgesamt 21  582  Menschen davon betroffen, geht aus der Statistik hervor. Darunter sind Hartz-IV-Empfänger, Asylbewerber, Menschen, die krank sind und deshalb nicht arbeiten können oder deren Rente nicht ausreicht, und die deshalb Sozialhilfe beziehen. Zwar ist die Gesamtzahl der Empfänger um 1240 gesunken, doch es lohnt sich, einen genauen Blick auf die Entwicklungen in den einzelnen Empfängergruppen zu werfen.

Der Bundesdurchschnitt liegt den Bundesstatistikern zufolge bei 9,3 Prozent Beziehern. In Mecklenburg-Vorpommern nahmen zum Jahreswechsel 2014/2015 rund 207  800 und damit 13,5 Prozent der Bevölkerung (Vorjahr: 13,7 Prozent) Mindestsicherungsleistungen in Anspruch. Die geringsten Anteile im bundesweiten Vergleich wies der Freistaat Bayern auf mit einer Quote von 4,7 Prozent, gefolgt von Baden-Württemberg (5,3 Prozent). Demgegenüber waren Menschen in Berlin (19,3 Prozent) und Bremen (17,5 Prozent) am häufigsten auf existenzsichernde finanzielle Hilfen des Staates angewiesen. In der Summe bezogen bundesweit Ende 2014 rund 7,6 Millionen Menschen Mindestsicherungsleistungen. Übers Jahr 2014 hinweg hat der Staat dafür rund 42,5 Milliarden Euro ausgegeben. Im Landkreis Ludwigslust-Parchim nahmen 21  582 Menschen diese Sozialhilfeleistungen in Anspruch, unterm Strich also 1240 weniger als ein Jahr zuvor. Am häufigsten waren Hartz IV-Empfänger darunter. Insgesamt waren es zum Jahreswechsel 17  380  Empfänger und damit 1599 weniger als Ende 2013. Umgangssprachlich landen zwar alle Langzeitarbeitslosen und deren Familienangehörigen im „Hartz IV“-Topf, doch korrekterweise teilt sich der Empfängerkreis in die Bezieher von „Arbeitslosengeld II“ und von „Sozialgeld“, das in diesem Falle Kinder und nicht-erwerbsfähige Angehörige erhalten. Der Statistik zufolge sank die Zahl der Alg-II-Empfänger von 13  876 auf 13  062 (minus 5,9 Prozent). Sozialgeld bezogen zuletzt 4318, also 785 weniger als im Jahr davor. Die Zahl der Grundsicherungsempfänger im Alter und bei Erwerbsminderung kletterte um 133 (5,2 Prozent) auf 2690. Und die Zahl der Empfänger von Asylbewerberleistungen kletterte um 177 (18,8 Prozent) auf 1119.


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