Baltisch-Mitteldeutschen Weg : Als Pilger dem Alltag entfliehen

Katharina (48) und Michael (47) machen sich von Meierstorf auf zu den letzten Etappen in der Prignitz. Fotos: Wolfried Pätzold
Katharina (48) und Michael (47) machen sich von Meierstorf auf zu den letzten Etappen in der Prignitz. Fotos: Wolfried Pätzold

Auf Baltisch-Mitteldeutschen Weg von Rostock bis in die Prignitz. Hessen als erste Gäste der Pilgerherberge in Meierstorf begrüßt

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01. August 2016, 12:00 Uhr

Mit dem gemeinsamen Frühstück geht im früheren Gutshaus von Meierstorf für Katharina und Michael ein zwar kurzer, aber unvergesslicher Aufenthalt zu Ende. „Jutta und Markus sind hervorragende Gastgeber“, sind sich die beiden einig. Obwohl man sich erst am Vortag kennen gelernt hat, duzen sich die Vier ganz selbstverständlich. Für Markus Lehmann und Jutta Burmester, die es auf der Suche nach dem Refugium von Hamburg ist den 66-Seelen-Ort Meierstorf gezogen hat, ist der Besuch ihrer beiden Gäste etwas ganz besonderes. „Zum ersten Mal konnten wir unser Haus als Pilgerherberge öffnen“, erzählt der pensionierte Pastor Markus Lehmann und fügt hinzu: „Platz haben wir schließlich genügend“.

Katharina, die in ihrer hessischen Heimat als Erzieherin tätig ist, und ihr Ehemann Michael, der sich beruflich mit technischen Dokumentationen beschäftigt, sind bei den Vorbereitungen für ihre erste Pilger-Tour rein zufällig auf die Möglichkeit, als Pilger im Meierstorfer Gutshaus zu nächtigen, gestoßen. Vor knapp zwei Wochen begann ihr Abenteuer an der Ostseeküste. Von Rostock aus haben sich die beiden auf den Baltisch-Mitteldeutschen Weg bis in die Prignitz gemacht. „Wir sind zwar schon gewandert, wollten es diesmal aber man mit einer anspruchsvollen Pilgertour im Nordosten versuchen und dabei dem Alltag entfliehen“, so Katharina. Zunächst wurde entsprechende Literatur studiert, Rucksäcke, Wanderschuhe, Karten und Zubehör besorgt und die rund 190 Kilometer lange Route, die mit der Gelben Muschel auf blauem Grund und gelben Pfeilen markiert ist, im Detail geplant. „Dabei wurde schnell klar, dass es nicht ganz ein fach ist, überall geeignete Unterkünfte für die Nächte zu finden“, meint Michael. Überall wurden sie herzlich empfangen. Bis zu 20 Kilometer haben sie mit ihren neun bzw. gut 15 Kilogramm schweren Rucksäcken auf unbefestigten Wegen, Straßen quer durch das Land entlang dem Warnowtal täglich zurückgelegt.

In Meierstorf haben ihre Gastgeber nicht nur für Kost und Logis gesorgt, sondern auch den Wissensdurst der Pilger gestillt. „Wir haben uns das kleine Dorf und die reizvolle Kirche angesehen, das restaurierte Gutshaus bewundert und bis in den späten Abend im Garten zusammen gesessen. Nach dem Frühstück haben sich die Hessen voll des Lobes ins Gästebuch der Pilgerherberge ein getragen. „Davon werden wir unseren Freunden berichten und auf jeden Fall weiter empfehlen“, ist sich Katharina sicher, bevor sich sich auf in die benachbarte Prignitz machen, wo in Bad Wilsnack ihre erste Pilgerreise endet.

In der Parchimer Region werden immer öfter Pilger begrüßt. Meierstorf gehört nun mit zur Familie.

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