Deutscher Schulpreis 2018 : Als das Wort „Lübz“ fällt, jubelt der Saal

400 Schüler des Eldenburg Gymnasiums warten im Artrium auf die Verleihung des deutschen Schulpreises.
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400 Schüler des Eldenburg Gymnasiums warten im Artrium auf die Verleihung des deutschen Schulpreises.

Das Eldenburg Gymnasium erreicht das Bundesfinale der besten Schulen. 400 Schüler verfolgen Preisverleihung auf Filmleinwand – und sind enttäuscht

svz.de von
14. Mai 2018, 20:45 Uhr

Unruhig blicken 400 Schüler auf eine Filmleinwand und warten. In großen Buchstaben ist dort zu lesen, dass es „15 hervorragende Schulen in die Endrunde des Deutschen Schulpreises 2018 geschafft haben“. Auch das Eldenburg Gymnasium Lübz ist nominiert. Reicht es heute für einen Sieg?

Im Livestream wird die Preisverleihung aus Berlin übertragen, bei der die beste Schule Deutschlands geehrt wird. Aus den Lautsprechern im Atrium tönt: „Wir sind unverkennbar. Wir setzen uns ein Denkmal.“ Auf die Liedzeilen spielt auch die stellvertretende Schulleiterin, Franka Waburg, in ihrer Rede an, als sie sagt: „Wir haben uns mit dieser Schule ein Denkmal gesetzt, aber auch ein tolles Denkmal wird nie richtig fertig.“ Nach der Ansprache geht es endlich los. Jubel und Beifall toben durch den Saal, als „Lübz“ zum ersten Mal über die Lippen von Moderatorin Eva-Maria Lemke kommt. Um 12 Uhr beginnt die TV-Übertragung. Alle nominierten Schulen treten in Dreiergruppen gegeneinander an. Am Ende verrät ein Briefumschlag, welche Schule einen der „fünf 2. Plätze“ erreicht, die jeweils mit 25 000 Euro dotiert sind.

Schüler und Lehrer sind sich einig, warum das Lübzer Gymnasium zu den besten Schulen Deutschlands gehört. Das Erfolgsgeheimnis liege in den Unterrichtskonzepten. Schüler dürfen Lehrer bewerten, es gibt Gemeinschaftsprojekte und Hausaufgaben gehören der Vergangenheit an. Die Schüler begreifen sich als Teil einer Gemeinschaft. So auch die Zehntklässlerinnen Katharina Schüngel und Natalie Lutsyuk, die am Rande des Saals ihre Köpfe zusammenstecken. „Wir dürfen die Lehrer anonym kritisieren und den Unterricht verbessern. Und wenn ich Probleme in Mathe habe, bekomme ich eine Förderung. Das kann man nicht an jeder Schule erwarten“, sagt Katharina.

Dann endlich erscheint auf der Leinwand das Lübzer Schulgebäude. In einem dreiminütigen Video wird die Schule und sein Konzept porträtiert. Schlagartig applaudieren die Jugendlichen. Nach dem Einspieler öffnet die Moderatorin den Briefumschlag. Lemke nennt den Gewinner des 2. Platzes, doch Lübz geht leer aus. Buh-Rufe hallen durch das Atrium, einige Schüler verlassen ihre Plätze. Doch da ist ja noch der Hauptpreis. Noch einmal kommt Hoffnung auf. Dann das Ergebnis: Die beste Schule Deutschlands kommt aus Mecklenburg-Vorpommern, doch sie steht in Greifswald. Schülersprecherin Renée Mohr ist enttäuscht: „Ich war so optimistisch, dass wir es schaffen. Wir haben den meisten Schulen so viel voraus.“ Lehrer Gerd Vorhauer dämpft die Enttäuschung mancher Schüler: „Wir sind doch in einem andauernden Prozess, der jetzt schon tolle Früchte trägt. Und unter die sechs besten Schulen Deutschlands zu kommen, ist ein großer Erfolg.“

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