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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

16. Dezember 2017 | 10:21 Uhr

Campen im Regen : Alles eine Frage der Ausrüstung

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Bilderbuchsommer sieht anders aus: Urlauber auf den Campingplätzen Plau am See und Goldberg zeigen sich vom Regen unbeeindruckt

svz.de von
erstellt am 06.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Als Tief Alfred den Mecklenburger Himmel für einige Tage verdunkelte, kamen im Plauer Campingpark „Zuruf“ vierzig Liter Wasser mit einmal runter. Extrem, meinte Torsten Hohberg, Mitarbeiter der idyllischen Ferienanlage am Plauer See. „Ende Juni waren es sogar siebzig Liter. Durch die vielen Regenfälle im Juni und Juli sind viele Stellflächen total durchweicht“, erzählte er weiter. Ihre durchnässten Zelte mussten dann einige Touristen schließlich abbrechen. Für andere kamen Hohberg und seine Kollegen mit dem Traktor aufs Gelände gefahren. Ihre Camper mussten mit aller Kraft aus dem Schlamm gezogen werden. Dennoch sagte Hohberg: „Zu unserem Erstaunen sind ein Großteil der Flächen momentan belegt. Es ist zwar kein Bilderbuchsommer, doch der Urlaubsfreude tut es keinen Abbruch. Im Grunde ist es auch eine Frage der Ausrüstung.“

So taugte der Dauerregen in der letzten Juliwoche auf den Campingplätzen im Herzen Mecklenburgs allemal als Gesprächsstoff. „Regen, Regen und keine Ende“, „Sommer sieht anders aus“, und auch beliebt: „Das Klima spielt verrückt“.


Glückliche Kinder in Gummistiefeln


Das nasse Ekel-Alfred-Wetter der späten Julitage machte sich bei abgehärteten Campern nicht als Stimmungskiller breit. Ganz nach dem Motto, schlechtes Wetter gibt es nicht, nur schlechte Kleidung, erzählten Urlauber gegenüber der SVZ, ihn mache Regen gar nichts aus. Zum Beispiel Nancy und Heiko Sämisch aus Bad Düben in Sachsen. Nach einer Woche Urlaub im Wohnwagen wirkten sie tiefenentspannt. Sie genossen jeden einzelnen Tag, den sie mit ihren beiden Kindern (4 und 8 Jahre) zusammen sein konnten. Der Familienvater aus Nordsachsen erklärte, es sei sinnvoller, den Urlaub mit den Kindern auf dem Zeltplatz zu verbringen: „Lieber im Wohnwagen mit Regen, als im Hotel mit Sonne.“ Familie Sämisch nutzte die Regentage zum Ausschlafen, Runterfahren und Spielen, berichtete Nancy. „Den Kindern ist es egal, ob Regen oder nicht. Sie brauchen bloß Gummistiefel und eine Pfütze, dann sind sie glücklich“, ergänzte ihr Mann.


„Wir haben schon schon andere Zeiten erlebt“


Ellij Ijssennagger und ihr Mann Fetze Weerstra aus Groningen/Niederlande machten die Regentage ebenso wenig etwas aus. Sie erholen sich derzeit auf dem Campingplatz „Hubert“ am Goldberger See. Zu zweit übernachten sie in einem großen Zelt, ihre Fahrräder haben sie auch mitgebracht. Campingurlaub mache sie schon ihr halbes Leben lang, erzählte die Niederländerin. „Da haben wir schon ganz andere Zeiten erlebt“, sagte Ellij Ijssennagger. Während der viele Regen fiel, hätten sie geschlafen oder gelesen. Hauptsache alles bliebe irgendwie trocken. An den wechselhaften Tagen erkundete das Paar die Region. „Wir waren im Regen Eis essen, haben das Dobbertiner Kloster und einen Trödelmarkt in Alt Schwerin besucht“, so die freundliche Rentnerin aus dem Nachbarland. Auf dem kleinen Goldberger Zeltplatz sind sie zum erstem Mal und genießen die Naturnähe und Ruhe.

„Hier wollen sich alle nur erholen“, sagte der Besitzer des Campingplatzes Friedrich Hubert im SVZ-Gespräch. Seit zwanzig Jahren betreibt der Rentner den naturnahen Platz fernab des Massencampings. „Keiner ist wegen des Regens abgereist, keiner hatte Angst abzusaufen. Das ist bei uns nicht so extrem gewesen, wir hatten da Glück“, so Hubert weiter.

Rentnerin Anna Krause* nimmt zusammen mit ihrem Mann seit Mitte Juni eine Auszeit vom Großstadtalltag. Sie sind Stammgäste auf dem Platz am Hochufer des Goldberger Sees. „Der Urlaub ist in keinster Weise durch den Regen verdorben. Wir genießen hier einfach nur das viele Grün und die Ruhe“, meinte die Berlinerin.

*Name redaktionell geändert

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