Bühnenfusion : Alle wollen das neue Theater

30 Monate Umbauzeit? Julian Dietz haut es in Rotkäppchen um. Carolin Bauer hilft.
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Bildungsminister Brodkorb wirbt vor Kreistagsausschuss um Vertrauen: Wir stehen zu unseren Zusagen für Bühnenfusion

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27. Januar 2016, 21:00 Uhr

„Unsere Zusagen gelten.“ Bildungsminister Mathias Brodkorb gab am Dienstagabend vor dem Bildungsausschuss des Kreistags in Ludwigslust ein klares Bekenntnis zur Zukunft des gemeinsamen Theaters Westmecklenburg (Schwerin und Parchim). Das Land steigt ein und beteiligt sich am Umbau der Elde-Mühle Parchim zum neuen Theaterstandort.

Der Ausschuss hatte den Minister eingeladen, weil die Diskussionen der letzten Wochen „uns aufgewühlt“ haben, so der Vorsitzende Stefan Sternberg (SPD). Weiter: „Wir möchten, dass es weitergeht und stehen geschlossen hinter der Sache.“ Brodkorb verstehe die Unruhe, warb aber um Vertrauen.

Man sei sich über drei Dinge uneinig: Die zukünftigen Defizite des Schweriner Hauses sollen von den künftigen Gesellschaftern nach einem Schlüssel getragen werden. Den lehnte Schwerin ab, eine Begrenzung auf eine Million Euro bringt wohl eine Lösung. Auch die Verteilung der Gesellschafteranteile habe Schwerin bisher nicht angenommen. Das Land sollte 74,9 Prozent, Schwerin 10 Prozent, der Kreis 10,1 Prozent, Parchim 5 Prozent des Stammkapitals von 400 000 Euro tragen. Der dritte Knackpunkt ist der laufende Zuschussbedarf. Hier verlange das Schweriner Theater „in erheblichem Umfang“ mehr Geld als im vom Land in Auftrag gegebenen Metrum-Gutachten. Das müsse geklärt werden, das neue Theater solle deshalb einen kaufmännischen Geschäftsführer bekommen.

Dennoch steht Minister Brodkorb zum Zeitplan: „Es muss in diesem Jahr vollzogen werden. Im ersten Halbjahr könnten die Rechtsdokumente finalisiert, im zweiten Halbjahr die Gründung der GmbH vollzogen werden.“

Stefan Sternberg und sein Vertreter Andreas Sturm (Die Linke) fragten, ob denn der Umbau der Elde-Mühle vom Zeitpunkt der GmbH-Gründung abhängig sei. Immerhin betrage die Umbauzeit 30 Monate. Brodkorbs Tipp: „Wenn ich Kreistagsabgeordneter wäre, würde ich einen Vertrag mit dem Land anregen, bevor ich in die Gesellschaft eintrete.“

Andreas Sturm wollte wissen, wo das Geld für den Umbau der Elde-Mühle herkomme. Um welche Fördermittel es sich sich handele, konnte der Bildungsminister nicht konkretisieren. Es stehe die Zusage von fünf Millionen Euro: „Wenn Sie mir die Pläne schicken, mache ich mich sofort auf die Socken zum Wirtschaftsminister und zur Finanzministerin.“

Wie eigenständig wird die Parchimer Bühne in Zukunft sein? „Parchim wird eine hohe Autonomie haben. Die reicht aber nicht so weit, dass der Generalintendant nicht eingreifen kann.“ Dass er das nicht unbedingt will, machte der designierte Generalintendant Lars Tietje klar: „Ich weiß, was Theater ist, am ehesten Musiktheater. Deshalb werde ich in Parchim auch nicht so viel reinreden.“ Mit dem Intendanten Thomas Ott-Albrecht verstehe er sich und das Ensemble sei sehr spielfreudig: „Ambitionierte Schauspieler, die die Kinder und Jugendlichen wirklich packen.“ Die auch in Schwerin spielen werden, weil dort kein Kinder- und Jugendtheater mehr produziert werde. Wann kommt die Fritz-Reuter-Bühne nach Parchim? Erst wenn die Produktionsstätte umgebaut ist. Bis dahin, so Tietje, werden die Premieren aber in Parchim stattfinden. Dass einige Ensemblemitglieder Parchim als Standort anzweifeln, kann Bildungsminister Brodkorb „nicht akzeptieren“. Auch Schwerins Stadtpräsident Stephan Nolte stellte klar: „Wir haben einen Vertrag und der wird eingehalten. Ich freue mich dass die Region ein gemeinsames Theater betreibt.“

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