zur Navigation springen
Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

19. November 2017 | 06:11 Uhr

Gesetzesverstöße : Ärger über Tretminen in Lübz

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Der Chef des auch für Ordnungsfragen zuständigen Bürgeramtes berichtet über Schwierigkeiten hinsichtlich der Einhaltung der Hundehalteverordnung: Einige Tierbesitzer achten nicht darauf, den Kot auf öffentlichen Plätzen zu entfernen.

von
erstellt am 11.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Man steigt wieder ins Auto und nimmt plötzlich einen stechend-ekeligen Gestank wahr. Warum bloß? Er kommt aus dem Fußraum. Noch einmal wieder ausgestiegen und beim Blick unter den linken Schuh ist alles klar: Ohne es zu merken in einen Haufen Hundedreck getreten. Auch Thomas Rosenfeldt, Leiter des Bürgeramtes, das unter anderem Ordnungsfragen bearbeitet, ist es schon so ergangen, wie er berichtet: „Das war wirklich widerlich. Die Fußmatte meines Autos habe ich gleich entsorgt und für meinen Schuh war unangenehme Arbeit übrig.“

Es gibt eine Landeshundehalterverordnung, die Kommunen ermächtigt, spezielle Vorschriften  zu erlassen. Für das gesamte Amt Eldenburg Lübz gilt eine  „Hundeverordnung“, die unter anderem vorschreibt, dass die Halter den durch die Tiere auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen sowie in Grünanlagen hinterlassenen Kot „unverzüglich zu beseitigen“ haben. Um dies tun zu können, müssen sie verschließbare Behälter oder Beutel bei sich haben, was Mitarbeiter der Verwaltung stets kontrollieren dürfen. Mit Dreck befüllte Beutel kann man in öffentliche Abfallbehälter werfen.

Diverse Hundehalter scheint die Vorschrift allerdings nicht zu kümmern, denn Rosenfeldt berichtet von mehreren „Brennpunkten“ zum Beispiel in Lübz, an denen ein Spaziergang  sehr leicht zur Falle werden könne.  Als Beispiele nennt er unter anderem die Fußwege in der Plauer Straße, Hinter der Worthe und auch Flächen am Sportplatz in der Plauer Chaussee. An letzterem bekommen ebenfalls Mitarbeiter des Bauhofes den Missstand besonders delikat zu spüren: „Beim Mähen des Rasens fliegt ihnen der Mist regelmäßig um die Ohren.“ Positiv sei, dass sich die Situation im Stadtpark gebessert habe, hier halte sich die Belastung derzeit in Grenzen. Allerdings gebe es  auch in der Hinsicht Unbelehrbare, dass sie keine gültige Hundesteuermarke mitführen – ebenfalls ein Verstoß.

Viele merkten, dass auf Einhaltung der Vorschriften geachtet wird, so dass die Zahl der Verstöße in jüngster Zeit etwas zurückgegangen sei. „Doch obwohl allgemein bekannt ist, dass dieser Dreck vom Ekelfaktor einmal abgesehen krank macht – Kinder oft zeitversetzt – sind nicht alle einsichtig, siegt bei einigen die Gleichgültigkeit“, sagt der Amtsleiter. „Unsere Mitarbeiter werden dann hier und da sogar auch schon mal angepöbelt. Dann gibt’s  eine konsequente Ahndung.“ Aktenkundig seien Vorfälle in der Regel nicht, aber manche handelten mehrfach gegen Vorschriften und damit vorsätzlich.

Allein vom 17. bis zum 19. Januar bearbeitete Rosenfeldts Behörde 24 Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen unterlassener Schneeräumpflicht, die sich in neun Verwarnungen (ein Angebot, die Sache so friedlich wie möglich unter anderem mit der Möglichkeit  zu beenden, sich zu dem Vorwurf zu äußern) sowie 15 Bußgeldbescheide (bei Nicht-Anerkennung der Verwarnung) aufteilen. Bei schwerwiegenden Ordnungswidrigkeiten hat das in seiner Höhe begrenzte Verwarnungsgeld ausgespielt, es kommt zum Verfahren. „Die meisten Leute sind angenehm und wir bekommen sie nicht einmal zu Gesicht, aber mit einigen haben wir ständig zu tun – oft von Kindheit an. Sie verweigern jegliche Handlung und riskieren letztlich öfter, ins Gefängnis zu gehen“, sagt Rosenfeldt. Neben den Kot-Problemen hat die Behörde viel mit dem Thema Straßenreinigung zu tun.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen