Plau am See : Ära der Parkautomaten eingeläutet

In der Plauer Steinstraße und an weiteren vier Standorten werden noch im Frühjahr fünf Parkautomaten aufgestellt.
In der Plauer Steinstraße und an weiteren vier Standorten werden noch im Frühjahr fünf Parkautomaten aufgestellt.

Aufstellung von fünf Münzkästen in der Innenstadt jetzt von den Stadtvertretern beschlossen

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30. März 2018, 21:00 Uhr

Parken ist ganz großes Kino in Plau. Selbst jetzt – außerhalb der Saison – halten die Straßen in der Innenstadt der Blechlawine nur schwer stand. Wenn die Saison beginnt und die Touristenströme kommen, ist es fast unmöglich, einen Parkplatz zu ergattern.

Mit der Fertigstellung des Großparkplatzes in der Quetziner Straße war es der Stadt dank Förderung im vergangenen Jahr möglich, zusätzliche Parkflächen zu schaffen. Fünf Minuten Fußweg von der Innenstadt, Strandstraße und Metow entfernt. Kostenfrei. Und aus Sicht der Stadt mit der Option, den Parkraum in der Innenstadt zu entlasten.

Am Mittwoch haben die Stadtvertreter zwar nicht einstimmig, aber doch mit großer Mehrheit der Aufstellung von fünf Parkscheinautomaten zugestimmt. Sie werden in der Steinstraße, in der Marktstraße, am Markt, an der Metow und in der Wallstraße platziert. Ebenfalls wurde die Gebührenordnung und mit 9 bis 17 Uhr auch die gebührenpflichtige Parkzeit beschlossen. 50 Cent sollen die Plauer und die Gäste der Stadt künftig je angefangener Stunde löhnen. Während in der Stein- und in der Marktstraße die Höchstparkdauer auf zwei Stunden festgelegt ist, können am Markt, in der Wallstraße und an der Metow auch Tageskarten für sechs Euro gezogen werden.

Plau hatte als einzige Stadt in MV bisher auf Parkgebühren verzichtet und Einnahmemöglichkeiten damit nicht ausgeschöpft. „Dies können wir uns auf Dauer nicht leisten, da gerade Einnahmen über Parkgebühren hundert Prozent dem Stadthaushalt zugute kommen“, hatte Plaus Bürgermeister Norbert Reier von Anfang an argumentiert. Immerhin rechnet die Verwaltung mit 50 000 bis 100 000 Euro jährlich und will das Geld in die Haushaltskonsolidierung und Maßnahmen zur Straßenunterhaltung stecken.

Als Ende vergangenen Jahres das Vorhaben „Parkscheinautomaten“ öffentlich wurde, reagierten Anwohner der Innenstadt prompt. Mit einer Unterschriftenliste setzten sie sich für die Einführung/Genehmigung von Anwohnerparkausweisen ein. Nicht, weil ihnen die Parkautomaten Sorgen bereiteten. Vielmehr befürchteten sie, dass die Gebührenpflicht in Teilen der Innenstadt zum gnadenlosen Zuparken der Nebenstraßen führen wird.

Nach Rücksprache mit der Verkehrsbehörde des Landkreises gab es inzwischen eine Abstimmung zu den Nachweisen und zur Beantragung notwendiger Datenermittlungen, so Plaus Bürgermeister in der Sitzung am Mittwochabend. Fünf Kriterien entscheiden darüber, ob die geplante Parkraumbewirtschaftung Anwohnerparkplätze überhaupt erforderlich mache. Neben dem Nachweis eines hohen Parkdrucks, der Auslastung (differenziert nach Tageszeiten) geht es dabei auch um die Auswirkungen der Parkautomaten auf das Parkverhalten und damit um die Frage, ob die von der Stadt gewünschten Effekte eintreten oder vielleicht doch nachjustiert werden muss.

„Wir sind zufrieden, mehr wollten wir gar nicht erreichen“, sagte Heike Hartung, eine der Initiatoren der Unterschriftensammlung nach Sitzungsende.

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