Landhandel : Ackerland für Spekulanten zunehmend interessant

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Die Preise im Landkreis Ludwigslust-Parchim sind im vergangenen Jahr um knapp 32 Prozent gestiegen.

svz.de von
12. Dezember 2013, 09:00 Uhr

Es ist nun kein Geheimnis mehr: Spekulanten haben mit Ackerland ein neues Feld entdeckt. Sich Grund und Boden zu sichern, solange die Preise noch (relativ) günstig sind, gehört inzwischen zu den gängigen Anlagetipps. In den vergangenen vier Jahren sind die Preise in Mecklenburg-Vorpommern daher stark gestiegen. Zwar war die Steigerung im Vergleich zu den Vorjahren mit 7,5 Prozent gegenüber 2011 erheblich geringer, aber inzwischen sind wir bei einem Durchschnittspreis von genau 12 675 Euro je Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche angekommen. Auch hier im Kreis Ludwigslust-Parchim stieg der Preis im vergangenen Jahr. Und zwar von 8477 auf 11 179 Euro – oder anders ausgedrückt um 31,87 Prozent

Tanke oder Teller, Schnitzel oder Biogas? Das sind die Fragen, die die Investoren locken. Wenn E10-Produzenten für Weizen mehr bezahlen als der Bäcker und die Biogasanlagen den Kühen das Futter wegfressen, dann ist langfristig eine steigende Nachfrage nach Ackerflächen absehbar, sagt der Anlageberater. Im Mecklenburg-vorpommerschen Mittel stieg der Preis nach Angaben des Statistischen Landesamtes je Hektar landwirtschaftlicher Grundstücke ohne Gebäude und Inventar zwischen 2011 und 2012 von 11 789 Euro um 7,5 Prozent auf besagte 12 675 Euro. Im Jahr 2008 hatte er noch bei 5741 Euro gelegen. Die veräußerte Gesamtfläche betrug im vergangenen Jahr 18 615 Hektar. Das waren etwa 4200 Hektar oder 22 Prozent weniger als 2011. Auch wurden weniger Verträge abgeschlossen, nämlich nur 1919. Das waren rund 160 weniger als im Jahr zuvor. Das Gesamtvolumen aller Verkäufe im Land lag bei 236,2 Millionen Euro, etwa 17 Prozent weniger als 2011.

Im vergangenen Jahr wurden im Kreis Ludwigslust-Parchim insgesamt 3620 Hektar verkauft. Im Jahr zuvor waren es mit 3926 Hektar noch mehr. Gekostet hat der Hektar Fläche hier 11 179 Euro. Umgerechnet auf den Quadratmeter ergab sich also ein Wert von rund 1,12 Euro. Damit lag der Preis für landwirtschaftliche Grundstücke im Kreis Ludwigslust-Parchim 11,8 Prozent unter dem landesweiten Durchschnitt von 12 675 Euro pro Hektar.

In der Kaufwertestatistik erfasst werden alle Kauffälle mit einer Grundstücksgröße von mindestens 0,1 Hektar. Nicht enthalten sind hier Rebland und gärtnerisch genutzte Flächen. Ebenfalls nicht mit aufgenommen sind Verkäufe aufgrund von Flurbereinigungen, Erbauseinandersetzungen, Schenkungen sowie Grundstücke, die als Bauland, Bauerwartungsland, Industrieland oder Land für Verkehrswege veräußert wurden.

Die Anzahl der Verkäufe und die dabei erzielten Kaufwerte waren regional sehr unterschiedlich. Die meisten Kauffälle wurden im Kreis Vorpommern-Greifswald (450 Verkäufe) registriert, es folgten die Kreise Ludwigslust-Parchim (400), Mecklenburgische Seenplatte (363), der Kreis Rostock (261), Vorpommern-Rügen (251) und Nordwestmecklenburg (188). In den beiden kreisfreien Städten Rostock und Schwerin wurden zusammen sechs Verträge abgeschlossen. Der höchste durchschnittliche Kaufwert je Hektar wurde im Kreis Nordwestmecklenburg mit 18 394 Euro erzielt. Es folgten die Kreise Vorpommern-Rügen und Rostock mit 14 559 beziehungsweise 14 285 Euro.

An letzter Stelle lag der Kreis Vorpommern-Greifswald mit lediglich 8763 Euro. In den kreisfreien Städten lag der Durchschnittspreis bei 12 809 Euro.

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