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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

23. November 2017 | 01:10 Uhr

natur : Achtung - Waldbienen im Anflug!

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

FÖJler Felix Biering begeistert von Projekt „Bienenstraße“/ Im Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide entsteht Station der überregionalen Route

von
erstellt am 10.Mär.2017 | 12:00 Uhr

Wir wollen ja nicht behaupten, dass Felix Biering seine Profession gefunden hat. Aber Spaß hat der FÖJler an dem, was er gerade im Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide tut, ganz zweifellos. Der 18-Jährige gibt gerade Vollgas für ein Projekt, das jetzt nahe des ehemaligen Munitionslagers Bossow verwirklicht werden soll. Mit Stockmeißel und Bürste bearbeitet Felix etliche Magazinbeuten, die ein Imker dem Naturpark überlassen hatte. Blitzblank werden die nicht mehr, dazu sind sie zu alt, sagt der junge Mann. Doch alles, was sich über die Jahre festgesetzt hat – wahrscheinlich auch Parasiten wie Milben oder Bakterien – muss runter.

Felix „baut“ mit an der „Bienenstraße“, für die sich mehrere touristische Anbieter und Einrichtungen der Region zusammengetan haben. Von Schwerin-Mueß über Sternberg bis nach Karow arbeiten sie an ganz unterschiedlichen Angeboten rund um „die Biene“ (wir berichteten). Und dem jungen Mann macht sein Part Spaß. Reinhard Neumann aus Quetzin – im Volksmund nur „Biene Neumann“ genannt – ist sein Partner, mehr noch aber sein Mentor. „Von ihm hab’ ich schon viel über Bienen gelernt. Und er hat mich mit alter Fachliteratur eingedeckt“, erzählt Felix während er weiter an den Magazinbeuten schrubbt. So weiß der junge Mann aus Ribnitz-Damgarten inzwischen, dass anhand gefundener Bernsteine mit Bieneneinschlüssen festgestellt wurde, dass die fleißigen Sammler vor 60 Millionen Jahren Staaten bildeten. Als die alten Zeidler das entdeckten, begannen sie Bäume auszuhöhlen, sogenannte Baumbeuten, um Honig zu gewinnen. Später wurden daraus Klotzbeuten, die schon nicht mehr an einen Standort gebunden waren, dann Korbbeuten… Der moderne Imker verfeinerte Bienenhaltung und Honiggewinnung bis hin zu den heutigen mobilen Bienenwagen.

Felix wird Neumann’s geballte Ladung Wissen brauchen können. Denn spätestens im nächsten Frühjahr soll es auch in Bossow heißen: „Achtung - Waldbienen im Anflug“. Auf einer an die Naturparkstiftung (Stiftung Reepsholt) übertragenen Waldfläche will die Naturparkverwaltung eine funktionierende Baumbeute nachempfinden. Felix und Neumann werden dazu eine Kiefer aushöhlen, darein ein Wildbienenvolk setzen und mit einem Deckel verschließen. Ersteinmal unter rein ökologischen Gesichtspunkten. Richtige Honigproduktion und damit das erste eigene „Gold“ des Naturparks könnte es aber schon sehr bald geben. „Jetzt müssen wir uns aber erst einmal sputen, denn das Bienenjahr hat schon angefangen“, sagt Felix.

Eine zweite Station der überregionalen „Bienenstraße“ soll perspektivisch in unmittelbarer Nachbarschaft der Waldbienen-Kiefer, nämlich auf der Fläche des ehemaligen Munitions- und Versorgungslagers Bossow entstehen. Die ca. 25  000 Hektar große Fläche ist inzwischen sowohl beräumt als auch renaturiert. Lediglich einige wenige Bunker existieren noch, die von vornherein als Fledermaus-Quartiere angedacht waren. Ein Lehrpfad wird interessierten Besuchern die Chance eröffnen, sowohl die scheuen, nachtaktiven Flieger zu studieren, als auch ganz viel Spannendes über die Waldbiene, ihren Honig und die Geschichte von Zeidlerei und Imkerei zu erfahren.

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