Neuwahl : Abschied von der Kommunalpolitik

Ein Foto aus bessern Tagen: Bürgermeister Fred Hamann (re.) auf dem traditionellen Fest in Altenlinden, das schon über mehrere Jahre durchgeführt wird.
Ein Foto aus bessern Tagen: Bürgermeister Fred Hamann (re.) auf dem traditionellen Fest in Altenlinden, das schon über mehrere Jahre durchgeführt wird.

Nach 50 Jahren Arbeit in der Gemeinde und fast 21 Jahren Bürgermeister legt Fred Hamann sein Mandat nieder. Am 7. Juni wählt Barkhagen neu.

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05. März 2015, 22:00 Uhr

Die Gemeinde Barkhagen (mit den Ortsteilen Altenlinden, Barkow, Kolonie Lalchow, Plauerhagen und Zarchlin) steht vor Neuwahlen: Fred Hamann legte zum 28. Februar sein Mandat als Bürgermeister und Gemeindevertreter nieder. Der Plauerhagener, der am selben Tag 75 Jahre alt wurde, tat es aus gesundheitlichen Gründen und auf Anraten der Ärzte (SVZ informierte).

Damit geht eine kommunalpolitische Karriere zu Ende, die ihresgleichen sucht. Seit 1994 war Fred Hamann Bürgermeister; zunächst viele Jahre in seiner Heimatgemeinde Plauerhagen. Als diese dann 2004 mit der Nachbargemeinde Barkow zur neuen Gemeinde Barkhagen fusionierte, stand erneut die Mehrheit der Einwohner hinter dem erfahrenen Plauerhagener.

21 Jahre Gemeindebürgermeister ohne eine Auszeit – das legt schon ein beeindruckendes Zeugnis von Kontinuität ab. Jedoch hat Fred Hamann kommunalpolitisch noch weit mehr geleistet. Als Gemeindevertreter lenkte er über 50 Jahre lang die Geschicke der Gemeinde und gestaltete somit aktiv ihre Zukunft mit. 1965, damals gerade 25-jährig, trat er erstmals bei Kommunalwahlen an; zuletzt im Mai 2014 für die Wählergemeinschaft Barkhagen.

Sabine Henke, Hauptamtsleiterin in der Plauer Stadt- und Amtsverwaltung, war am Samstag unter den Gratulanten zum 75. Geburtstag. Nicht nur weil sie seit ihrem Dienstantritt in Plau viel mit Fred Hamann zu tun hatte. Tatsächlich kennt sie ihn schon seit 1991, als sie beim damaligen Landkreis Lübz, später beim Landkreis Parchim Mitarbeiterin in der finanziellen Kommunalaufsicht und da für die Plauer Region zuständig war. „Fred Hamann hat sich immer um die Belange der Gemeinde gekümmert, ganz besonderes lag ihm der Gemeindehaushalt am Herzen. Jedes Jahr ist er mit seinem unausgeglichenen Haushalt zu mir gekommen, und wir haben am Haushaltssicherungskonzept gearbeitet“, erinnert sich Sabine Henke. Unter Hamann seien Maßnahmen festgelegt, Projekte initiiert worden, wie etwa die Errichtung von Windrädern, was sich für die Gemeinde langfristig positiv auswirken wird. „Mit diesen Maßnahmen wird es Barkhagen im Jahr 2017 schaffen, einen ausgeglichenen Haushalt im Ergebnis- und Finanzhaushalt zu schreiben“, sagt Sabine Henk und sieht darin vor allem Hamanns Verdienst. „Unter den heutigen doppischen Gesichtspunkten ein Riesenerfolg“, weiß die Finanzerin. Im Laufe der Jahre habe sie dienstlich mit vielen Bürgermeistern zu tun gehabt. Engagement und Wille, den Haushalt so zu stemmen, sei nicht bei allen so groß.

Offiziell möchte die Gemeindevertretung Fred Hamann auf ihrer nächsten ordentlichen Sitzung am 19. März verabschieden. 19 Uhr ist offizieller Sitzungsbeginn; zu 18 Uhr bereits sind Weggefährten und Vertreter der Verwaltung eingeladen.

Bereits am Donnerstag vergangener Woche war die Gemeindevertretung zu einer außerordentlichen Sitzung zusammengekommen. Thema war auch hier das Ausscheiden des Bürgermeisters. Darüber hinaus wurden die Weichen für die Neuwahl gestellt. Noch in der Sitzung wurde Sonntag, der 7. Juni als Termin für die Neuwahl bestimmt. Eine eventuelle Stichwahl, auch das haben die Gemeindevertreter bereits beschlossen, würde am 21. Juni stattfinden. Das alles setzt natürlich voraus, dass sich möglichst rasch Kandidaten finden, die gewillt sind, die Nachfolge des langjährigen Bürgermeisters anzutreten. Bis spätestens am 75. Tag vor der Wahl, also bis 24. März, 16 Uhr (so schreibt es das neue Landeswahlgesetz vor) müssen die Wahlvorschläge schriftlich bei der Gemeindewahlleiterin des Amtes eingereicht werden. Wie zuletzt bei den Kandidaten für die Bürgermeisterwahl in Plau empfiehlt Sabine Henke dringend, die Papiere möglichst frühzeitig beizubringen, damit etwaige Mängel, die die Zulassung beeinträchtigen könnten, noch rechtzeitig behoben werden können. In der Wahlbekanntmachung der Gemeinde steht: „…Mängel, die nach dem 24. März 2015, 16 Uhr, festgestellt werden, führen, ebenso wie das Einreichen der Wahlvorschläge nach diesem Termin, zur Nichtzulassung der Wahlvorschläge…“.

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