„Auf den Hund gekommen“ : Abschied vom geliebten Tier

Hundegrab im heimischen Garten: Familie Geick aus Lübz setzten ihre Dina auf eigenem Boden bei.
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Hundegrab im heimischen Garten: Familie Geick aus Lübz setzten ihre Dina auf eigenem Boden bei.

Wenn der Hund krank oder alt ist, müssen Halter und Tierärzte eine Entscheidung treffen.

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25. November 2017, 12:00 Uhr

Im August starb Hündin Dina. Die Boxer-Dame war für dreizehn Jahre der Familienhund von Monika und Peter Geick aus Lübz. Für ihren Liebling gestaltete Sohn Thomas ein Grab im heimischen Garten. Hier bestatteten sie auch ihre Hunde Diva, Arko und Herdes. Zur Erinnerung an ihre verstorbenen Vierbeiner haben Geicks Fotos aufbewahrt. Die Bestattung im Garten finde Monika Geick besser, als sich im Haus Urnen hinzustellen, verrät die Rentnerin der SVZ.

Boxerdame Dina litt am Ende unter Unterleibskrebs und konnte zuletzt nicht mehr laufen, berichtet Peter Geick. „Operieren hatte keinen Zweck mehr, meinte der Arzt. Sie hat auch Tabletten bekommen, die nicht mehr halfen. Wir konnten es nicht mehr mit ansehen“, sagt der Lübzer. Nach dem Gespräch mit dem Tierarzt entschlossen sich Geicks, die Hündin vom ihrem Leid zu erlösen. „Nach ihrem Tod ging es uns saumäßig“, sagt Peter Geick. Wie dem Rentnerpaar, fällt den meisten Besitzern das Loslassen vom geliebten Tier schwer. Insbesondere wenn sie über Leben und Tod entscheiden müssen.

Halter können nicht allein über eine mögliche Einschläferung bestimmen, ergab die Nachfrage in der Kleintierpraxis Passow bei Lübz. „Der Entschluss zur Euthanasie liegt beim Tierarzt. Und es kommt ganz auf die Situation an. Geht es um nicht behandelbare Schäden und das Tier leidet nur noch, oder will der Halter es loswerden, weil es ihm lästig wird“, meint Tierärztin Daniela Merker gegenüber SVZ. Auch finanzielle Gründe spielen da manchmal eine Rolle, wofür es eine Lösung geben würde, wenn die Gesundung des Tieres in Aussicht steht. Aus dem Gespräch mit den Halter ergebe sich meistens eine Entscheidungsgrundlage.

In jedem Fall müssen sich Mediziner (und Besitzer) an Artikel 1 des Tierschutzgesetzes halten: „Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen“, lautet es darin. Wenn beispielsweise ein unheilbar kranker Hund unter starken Schmerzen leidet, Frauchen oder Herrchen trotzdem Euthanasie ablehnen und einfach kein Konsens gefunden wird, dann muss das Veterinäramt eingeschaltet werden. „Glücklicherweise ist das bei uns noch nicht vorgekommen“, meint Tierärztin Daniela Merker.


Letzte Ruhestätte für
Bello und Co.

Am Rand von Poitendorf bei Parchim können Tiere auf einem Abschiedshain im Wald begraben werden. „Das Waldstück haben wir vor etwa zehn Jahren für den Zweck der Tierbeisetzung aus der Holznutzung rausgenommen“, berichtet Wolf-Roman Plickat vom Forstamt Karbow. Die Nachfrage sei nicht sehr groß, da die meisten Halter ihre Tiere auf dem eigenen Boden beisetzen würden. So sei der Tierfriedhof vielmehr für Städter gedacht, die ihre langjährigen Gefährten eben nicht hinter dem Gartenzaun begraben könnten.
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