EU-Zuschüsse für Landwirte : "Abgabetermin nicht verschusseln!"

Spät dran sind die Landwirte mit ihrer FeldarbeitHorst Kamke
Spät dran sind die Landwirte mit ihrer FeldarbeitHorst Kamke

Bis zum 15. Mai müssen die Landwirte unserer Region ihre EU-Agraranträge abgeben, wenn sie ihre Zuschüsse erhalten wollen. Im vergangenen Jahr wurden rund 26 000 Euro verbummelt.

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12. Mai 2013, 06:13 Uhr

Bis zum 15. Mai müssen die Landwirte in unserer Region ihre EU-Agraranträge beim "Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg (StaLU WM)" eingereicht haben. Daran erinnerte Uwe Jechlitschek als Dezernent für EU-Ausgleichszahlungen. "Die Agrarunternehmen verschusseln durch vermeidbare Nachlässigkeiten viel Geld." In einem Vortrag vor mehr als 100 Landwirten bezifferte Jechlitschek die Verluste an Direktzahlungen und Beihilfen in ganz Mecklenburg-Vorpommern für 2012 auf insgesamt 1,2 Millionen Euro. So seien wegen ungenauer oder doppelter Flächenangaben die Zahlungen für 1460 Hektar aberkannt worden. Dadurch, dass landesweit mehr als 60 Landwirte den Termin für die Zuschüsse der Agraranträge verbummelten, "wurden mindestens 26000 Euro verschenkt". Deshalb sei für 2013 unbedingt der 15. Mai als letztmöglicher Antragstermin einzuhalten.

Außerdem seien bei 900 Betrieben in Mecklenburg-Vorpommern Kürzungen vorgenommen worden. "Davon war nahezu jedes fünfte Agrarunternehmen betroffen", verdeutliche der Dezernent. Es klang fast wie eine Moralpredigt, als Jechlitschek daran erinnerte, dass fahrlässige oder gar vorsätzlich falsche Angaben in den Agraranträgen scharf sanktioniert werden. Ein Beispiel: "Wir melden dem Finanzministerium automatisch jeden Antragsteller, der seineBankverbindung nicht als Geschäftskonto kennzeichnet."

Probleme bereitet laut Jelitschek die Tatsache, dass die 2012 durch Luftaufnahmen ermittelten Betriebsflächen inzwischen nicht mehr mit den aktuellen Gegebenheiten übereinstimmen könnten. "Wir bitten deshalb darum, die Flächenskizzen entsprechend anzupassen."

Jelitschek forderte die Landwirte außerdem dazu auf, ihre Widersprüche gegen die so genannten Modulationskürzungen zurückzunehmen.

Von den Kürzungen der Direktzahlungen - zuletzt zehn Prozent - waren hauptsächlich kleine und mittlere Betriebe betroffen. Jelitschek: "Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass die Modulationskürzungen weder gegen den Vertrauensschutz noch gegen das Diskriminierungsverbot verstoßen, also rechtmäßig sind."

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