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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

22. Oktober 2017 | 17:45 Uhr

Lokalpolitik : Abfuhr für Windkraft in Kreien

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Die Gemeindevertreter haben der Stellungnahme mit negativem Tenor für das ins Auge gefasste Baugebiet in Richtung Wilsen zugestimmt. Das Einwohnerinteresse auf der Sitzung am Montagabend war groß.

von
erstellt am 22.Aug.2017 | 21:00 Uhr

Die Kreiener Gemeindevertreter haben am Montagabend einstimmig für eine Stellungnahme zur geplanten Errichtung von 14 Windkraftanlagen zwischen Kreien und Wilsen (wir berichteten) votiert. Tenor: Die Kommune lehnt einen Bau ab. Das vierseitige Papier muss bis zum nächsten Dienstag beim Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (kurz StALU) vorliegen, das letztlich über die Baugenehmigung entscheidet.

Die Stellungnahme wurde nicht nur mit Hilfe des Amtes Eldenburg Lübz, sondern auch durch die Unterstützung von Freiwilligen erarbeitet. Einer von ihnen ist Einwohner Uwe Polak, der in seiner Freizeit viele Stunden damit verbrachte, zum Beispiel zwei Horste von Rotmilanen und Lebensräume anderer geschützter Vogelarten ausfindig zu machen. „Unsere Dokumentationen in Verbindung mit den geltenden Gesetzen sprechen eindeutig gegen eine Genehmigung“, sagt er. „Man kann nur hoffen, dass sie nicht einfach unter den Tisch gekehrt werden.“

Norbert Timm, Leiter des Amtes für Stadt- und Gemeindeentwicklung im Amt Eldenburg Lübz, schätzt den Einsatz der Freiwilligen als sehr wichtig ein und erläuterte, dass man sich in der Stellungnahme auf die Tierwelt konzentriert habe. Die Rotmilanhorste etwa wären demzufolge nur wenige 100 Meter weit von Windrädern entfernt. Die in der Gemeinde Kreien gewonnenen Erkenntnisse seien in die digital geführte Artendatenbank des LUNG-MV (Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern) aufgenommen worden, die anerkannte Lebensräume geschützter Tiere im ganzen Land enthält: „Der wirkungsvollste Schutz.“

Unmittelbar am geplanten Baugebiet befindet sich zudem ein Fledermausbunker – eine Ausgleichsmaßnahme für den seinerzeit in Suckow errichteten Windpark. „Ihn jetzt für eine Maßnahme gleicher Art zu zerstören, wäre geradezu schizzophren“, so Timm und brachte auch dadurch seine Meinung klar zum Ausdruck.

Die zulässige Belastung durch Lärm hielten die neuen Anlagen ein. Wilsen und Hof Karbow wären allerdings unzulässig viel von Schattenschlag betroffen. Er entsteht, wenn Sonnenstrahlen von sich drehenden Rotorblättern der Windkraftanlagen gekreuzt werden. Zulässig sind höchstens 30 Stunden im Jahr und 30 Minuten am Tag. Dem Amtsleiter zufolge gebe es dafür eine Abschaltautomatik, um nicht dagegen zu verstoßen. „Die Frage ist nur, wer dies kontrolliert“, sagt er. Zuständig sei auch dafür das StALU, doch man wolle gar nicht erst in die Lage kommen, was eine Überprüfung betrifft.

Mit neun Zuhörern (auch in anderen Gemeinden kommt entweder niemand oder eine viel kleinere Anzahl) war die Sitzung am Montagabend von Einwohnern außerordentlich gut besucht, was auf das behandelte Thema zurück zu führen sein dürfte. Ihnen saßen zwei Mitarbeiter des Amtes und vier Gemeindevertreter einschließlich Bürgermeister Alexander Leetz gegenüber. Es war die erste von ihm geleitete Sitzung.

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