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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

14. Dezember 2017 | 20:15 Uhr

Dobbertin : Abenteuerlust in der Stille geweckt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Die Kinderbuchillustratorin Julia Ginsbach war zu Gast in der Dobbertiner Förderschule. Während der „Tage der Stille“ sorgt sie für ausgelassene Stimmung.

von
erstellt am 18.Jan.2017 | 21:00 Uhr

In der Theodor Fontane Schule (früher „Förderschule“) in Dobbertin war die erste Wochenhälfte bis gestern für die „Tage der Stille“ reserviert. Ein großes, weitgefasstes Thema. Erst recht an einem Ort, an dem die Mädchen und Jungen jeden Tag ein bisschen mehr lernen, ihr Leben mit geistigen und körperlichen Handicaps zu meistern. Stillsitzen fällt vielen schwer, still sein ist für manche die wohl größte Herausforderung. „Trotzdem lieben unsere Schüler gerade diese Tage“, sagt Schulleiterin Svea Krause, die schon nach dem ersten Tag ganz viele Schüler-Punkte beim Daumen-hoch-Smily als positives Feedback registriert hat. „Die Großen haben sogar kritisiert, dass wir sie von einer Woche auf drei Tage reduziert haben.“

Diese drei Tage aber hatten es dafür um so mehr ins sich. „Stille erleben und genießen“ stand über allem und ließ den Klassen viel Freiheit, sich darunter ihr eigenes Thema zu setzen. Gefühle, Sinne, Yin und Yang - Gegensätze ziehen sich an, Körper, Kirche, Glaube… - die Kinder konnten die Stille und die Besinnung auf sich selbst auf ganz unterschiedliche Weise entdecken. Stille, aus der Vertrauen erwächst, die wiederum zu neuer Stärke führt. Vielfach verbanden die Lehrer, Erzieher und Betreuer auch Angenehmes und Nützliches mit dem Thema. Etwa bei der Massage, bei Hot-Stone- und Klangschalentherapie. Dass die Schule auf ihrem Weg oft und gern auch neue Pfade geht, macht sie ebenso außergewöhnlich wie erfolgreich. Da wundert es dann auch nicht, dass die Senf-Fußbäder von Lehrerin Alla Kalinin so gut ankamen. „Die helfen bei Erkältungen“, verriet die gebürtige Ukrainerin ihren staunenden Schülern ein altes Hausmittel aus ihrer Heimat.

Gestern, als an Tag drei Kinderbuchillustratorin Julia Ginsbach in die Schule kam, war es gar nicht still. Im Gepäck hatte sie viel gute Laune, ihre Gitarre und die achte Ausgabe von „Tafiti“. Tafiti ist ein Erdmännchen und ein mutiger kleiner Held. In ihrem Buch, aus dem sie den Schülern gestern vorlas, erlebt es mit seinen Tier-Freunden und seinem allerbesten Freund Pinsel ein neues Abenteuer im entfernten Afrika. Dort, zwischen Akazie und großem Fluss, droht ein Feuer auszubrechen. Julia Ginsbach zaubert zusammen mit den Schülern Tafititi auf das Klippchart, sie singt und zieht die Mädchen und Jungen mit hinein in das Abenteuer. Sie klatschen sie und rufen, sie trommeln, ahmen Tiere nach… Die Großen helfen den Kleinen und die Starken den Schwachen. In Tafitis Abenteuer wie auch in ihrer Schule. Und am Ende schaffen sie das Unmögliche.

Julia Ginsbach ist der Dobbertiner Einrichtung schon seit langem verbunden. Und wird es wohl auch bleiben, selbst wenn im kommenden Sommer ihre Tochter Martha, die hier viele Jahre lernte, die Schule verlassen und zur Berufsausbildung in die Werkstatt des Diakoniewerkes gehen wird. „Ganz bestimmt komme ich wieder einmal zur Lesung und bringe dann vielleicht schon das nächste Tafiti-Abenteuer mit“, sagt sie und lacht „unsere Erdmännchen-Story geht nämlich gerade erst richtig los.“

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