Ausbildung in der Natur : Der heimische Wald als zukünftiger Arbeitsplatz

von 27. Dezember 2020, 12:22 Uhr

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Berufliche Zukunft im Wald: Rebecca (l.) und Tobias streben Jobs im mecklenburgischen Forst an. Auch für Hanna (M.) bietet der Wald eine interessante Perspektive.
Berufliche Zukunft im Wald: Rebecca (l.) und Tobias streben Jobs im mecklenburgischen Forst an. Auch für Hanna (M.) bietet der Wald eine interessante Perspektive.

Traumberuf im Grünen: Rebecca, Hanna und Tobias wollen später draußen in der Natur arbeiten.

Karbow/ Marnitz | Junge Menschen, die Förster werden wollen, beginnen ihre berufliche Laufbahn zu einer Zeit, in der Waldsterben und Klimakrise die Themen der Gegenwart und Zukunft sind. „Das Problem wird zukünftig sein, dass es tendenziell wärmer wird und der Wassermangel im Wald bestehen bleibt“, klärt der 21-jährige Tobias Bläser bei einem Waldspaziergang auf. Forschung für die Bachelorarbeit Der Student der Forstwirtschaft macht seit zwei Monaten ein Praktikum im Forstamt Karbow und führt bei einer Begehung zu seinem Forschungsobjekt. Denn im Revier Marnitz arbeitet der junge Mann aus Slate an seiner Bachelorarbeit. Nahe der brandenburgischen Grenze befindet sich quasi das Labor von Tobias Bläser. Eine wüste Fläche, bis vor einigen Jahren stand hier ein Fichtenwald. Dann richteten Sturm und Borkenkäfer ihr Unheil an. Auswirkungen der Klimakrise. Im Rahmen seiner Abschlussarbeit sucht Bläser nach einer Lösung, wie das Areal zukünftig wieder bewirtschaftet werden kann. „Möglichkeiten einer naturnahen Walderneuerung auf einer Fichtenkalamitätsfläche im Forstamt Karbow“ lautet das Thema, zu dem er forscht. Genauer gesagt, untersucht der Student ob und welche Pflanzen auf dieser Fläche nachwachsen. Naturverjüngung ist das Stichwort. Also, welche Baumarten vermehren sich ohne das Zutun des Menschen? „Fichte, Buche, Birke und Zerreiche“, zählt er auf. Anwärterausbildung in der Landesforst Tobias Bläser will später im heimischen Wald seinen Beruf ausüben. Daher verfolgt er das Ziel, in der Region den forstlichen Ausbildungsweg für den gehobenen Dienst fortzusetzen. Um das zu erreichen, braucht es nach dem Studium den Vorbereitungsdienst, die sogenannte Anwärterausbildung. Rebecca Kelm ist Anwärterin. Die 29-Jährige zog aus ihrer Heimat in Baden-Württemberg nach Norddeutschland und durchläuft aktuell ein einjähriges, vertiefendes Praktikum im Forstamt Karbow. Hier lernt sie jeden Aufgabenbereich der Landesforstverwaltung kennen. „Man arbeitet jedoch selbstständiger als in einem gewöhnlichen Praktikum, man bekommt immer eine spezielle Aufgabe zugeteilt, für die man dann verantwortlich ist“, erzählt die junge Frau, die sich vorstellen könne, im Nordosten auch heimisch zu werden. Wissenschaftliches Knowhow in der Praxis umsetzen Anwärterplätze seien übrigens nicht ganz einfach zu bekommen. Es brauche einen guten Studienabschluss und sehr gute Voraussetzungen, um an die begehrten Stellen in der Forstbehörde zukommen. Gleichwohl sei es wichtig, qualifizierten Nachwuchs zu gewinnen, erklärt Forstamtsleiterin Dörthe Bokelmann. „Durch die bestehende Altersstruktur haben wir erhöhten Nachwuchsbedarf.“ Auch das wissenschaftliche Knowhow sei gefragt, denn die Kenntnisse helfen, mit den heutigen Bedingungen des Klimawandels umzugehen. So beschäftigt sich Rebecca Kelm auch mit Themen wie Waldumbau. Klimastabile Mischwälder seien die Zukunftsvision im Forstbetrieb, erzählt sie. Das Anwärterjahr endet im kommenden September mit mehrwöchigen Abschlussprüfungen. Anschließend kann Rebecca Kelm Revierförsterin werden oder in Bereichen wie Öffentlichkeitsarbeit, Waldschutz und Jagd tätig werden. Vielfältiger Beruf im Wald Für Hanna Hellmich aus Suckow ist das alles noch Zukunftsmusik. Auch die 14-Jährige interessiert sich für Berufsmöglichkeiten im Wald. „Ich wachse im Dorf auf und bin andauernd im Wald unterwegs“, erzählt das Mädchen. Hanna machte vor kurzem ein Schülerpraktikum im Forstamt Karbow und fand Gefallen an den vielfältigen Tätigkeiten „drinnen und draußen“, die der Försterberuf mit sich bringt. Ob sie eines Tages den gleichen Weg wie Tobias Bläser und Rebecca Kelm einschlagen werde, das will sich die Jugendliche allerdings noch offen halten. ...

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