Prozess in Ludwigslust : Haft für Missbrauch einer Wachkoma-Patientin in Lübz

Hier geschah die Tat: Der geständige Pfleger wurde mittlerweile entlassen
Hier geschah die Tat: Der geständige Pfleger wurde mittlerweile entlassen.

Wegen sexuellen Missbrauchs einer Wachkoma-Patientin hat das Amtsgericht Ludwigslust einen 34 Jahre alten Mann aus Plau am See zu vier Jahren Gefängnis verurteilt.

svz.de von
18. Juli 2019, 15:32 Uhr

Der Altenpfleger hatte gestanden, im vergangenen März versucht zu haben, die 52 Jahre alte Frau während einer Nachtschicht zu vergewaltigen. Als ihm dies nicht gelang, befriedigte er sich in dem Patientenzimmer selbst. Der Angeklagte nahm das Urteil noch im Gerichtssaal an.

Das Gericht folgte mit dem Strafmaß dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger hielt drei Jahre Haft für angemessen. Der Vorsitzende Richter nannte die Tat „abstoßend“ und „perfide“. Nur das umfassende Geständnis habe den Angeklagten vor einer deutlich höheren Strafe bewahrt.

Benutztes Kondom hinterlassen

Der Altenpfleger hatte erklärt, seine Tat sei eine Kurzschlusshandlung gewesen in einer Phase ständiger Überarbeitung. Das Gericht kam jedoch zu der Überzeugung, dass er planvoll vorging und die vollkommen wehrlose Patientin, die er bereits seit zehn Jahren kannte, gezielt ausgesucht hatte, weil er das Risiko der Entdeckung als gering einschätzte. Er hinterließ in dem Krankenzimmer allerdings ein benutztes Kondom, das am nächsten Tag von einem Kollegen entdeckt wurde.

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