Turmblasen nahe Marnitz : Der Klang der Ruhner Berge

Zu kalt wehteder Wind für die Finger der Musiker: Die Jagdhornbläsergruppe Weidmannsheil Eldenburg-Lübz unter Leitung von Reinhard Mielenz spielte am Fuß des Aussichtsturms Ruhner Berge.
Zu kalt wehteder Wind für die Finger der Musiker: Die Jagdhornbläsergruppe Weidmannsheil Eldenburg-Lübz unter Leitung von Reinhard Mielenz spielte am Fuß des Aussichtsturms Ruhner Berge.

Das 18. Turmblasen zog am dritten Advent wieder hunderte Besucher in die Nähe von Marnitz

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16. Dezember 2018, 20:00 Uhr

Vor hunderten Jahren wollte er noch Dörfer zerstören, heute verteilt er Schokolade. Der Riese Ramm sammelte in alten Zeiten Felsbrocken in den Wäldern von Marnitz und drohte die Dörfer der Umgebung zu zerstören. Um den Hünen zu besänftigen, machte ihm jedes Dorf ein Geschenk. Nur die Marnitzer versagten. Sie brachten dem Riesen eine ziemlich kratzbürstige Jungfrau. Ramm gefiel das überhaupt nicht und er warf einen Felsbrocken in die Luft. Der Stein war zu steil und tötete den Riesen und das Fräulein. Doch Ramm und die Jungfrau erstehen jedes Jahr wieder auf. Zum 18. Turmblasen am Aussichtsturm in den Ruhner Bergen stapfen die beiden erneut durch die Menschenmassen.

In diesem Jahr ist der Hüne blond, zwei Meter groß und breit wie eine Eiche. Sobald er einen Einheimischen sieht, bleibt er stehen, kramt in seiner Tasche und drückt dem Staunenden Süßigkeiten in die Hand. „Hier, ich will dir das Leben versüßen“, sagt er. Es ist eindeutig: zwischen dem Riesen und den Marnitzern herrscht wieder Frieden. Im vergangenen Jahr fand das 17. Turmblasen am Fuß des Aussichtsturms statt. Dieses Jahr zog das kleine Volksfest einige hundert Meter weiter. „Der Wald sieht leider an dieser Stelle aufgrund von Sturmschäden verwüstet aus. Deshalb mussten wir ausweichen“, sagt Gerd-Holger Golisz, der das Turmblasen organisiert.

Riese Ramm beim Turmblasen

PCH, LBZ, SN, PR und LWL: Die Nummernschilder der parkenden Autos verraten, dass die Besucher aus allen Ecken der Region anreisten. Der Duft von Glühwein, Erbseneintopf und Waffeln schwebt durch die Luft. Hunderte Menschen drängen sich zwischen Bierbänken, geräuchertem Fisch und der kleinen Bühne. Der Falkner Reiner Eggert aus Zapel brachte seine Vögel mit und setzte sie direkt neben den Glühwein-Stand. Die Raubvögel sorgten für begeisterte Besucher mit dampfenden Getränken in der Hand.

Zwei Blasorchester reisten ebenfalls an, um den Namen des 18. Turmblasens mit musikalischem Leben zu füllen: Die Jagdhornbläsergruppe Weidmannsheil Eldenburg-Lübz und die Jagdbläser aus Blüthen in der Prignitz. Die Musiker spielten auf ihren Hörnern Jagdlieder, wie das „Horrido“ und Weihnachtslieder.

Zwei Blasorchester nahe Marnitz

Auf der Bühne spielte nicht nur die Musik. Gerd-Holger Golisz sorgte für politische Zwischentöne in den Ruhner Bergen. Der Amtsleiter rief durch das Mikrofon einige Ortsvorsteher auf das Podest. Bürgermeister Hans-Jürgen Buchholz aus Marnitz, Jürgen Kohl aus Suckow und Uwe Müller für Tessenow folgten dem Aufruf und sammelten sich vor den Zuschauern. Golisz bedankte sich für die ehrenamtliche Arbeit der Männer. Und er stimmte alle Repräsentanten auf die künftigen Aufgaben ein: der Zusammenarbeit in der neuen Gemeinde Ruhner Berge.

Der Weihnachtslieder-Wettbewerb verdrängte schnell alle Gedanken an die Politik und sorgte für großen Applaus. Ein einzelner Gewinner wurde nicht gekürt: Alle drei Mutigen, die sich auf die Bühne trauten, bekamen einen Preis. Das Turmblasen selbst war in diesem Jahr ein „Am Fuße-des-Turmes-blasen“. Den Musikern froren bei Null Grad die Finger auf ihren Blechinstrumenten. Sie stellten ihre Notenständer vor dem Aussichtsturm der Ruhner Berge auf. Neben einem glühenden Schwedenfeuer spielten sie ihre Instrumente. Der wunderschönen Akustik tat das keinen Abbruch. Wie in jedem Jahr tanzte die Musik durch die Wälder.

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