Goldberg : Abriss der alten Kegelbahn

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Auf einer historischen Aufnahme aus den 30-er Jahren ist die Kegelbahn unten links abgebildet. Das Schreibpult existiert heute noch.  Repro: Grützmacher
Auf einer historischen Aufnahme aus den 30-er Jahren ist die Kegelbahn unten links abgebildet. Das Schreibpult existiert heute noch. Repro: Grützmacher

Goldberger Rex Grützmacher verfolgt Abriss der alten Kegelbahn mit Wehmut

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05. August 2020, 15:26 Uhr

Im Zuge der Neugestaltung der Fläche „Lange Straße, Kampstraße, Am Wall“ musste jetzt die ehemalige Kegelbahn am früheren Goldberger Hotel „Zum Brunnen“ weichen. „Beim Anblick des Abrissbaggers wird einem schon etwas wehmütig zumute. Immerhin habe ich mir dort von 1974 bis 1979 meine ersten kegelsportlichen Sporen als Jugendlicher verdient“, erinnert sich Rex Grützmacher. Kein Wunder, denn sein Elternhaus lag gleich gegenüber.

Grützmacher ist heute noch aktiver Kegler und derzeit neben sechs Frauen und zusammen mit Manfred Strebe sowie dem damaligen Abteilungsleiter Wolfgang Weidemann das letzte noch verbliebene Klubmitglied des KC Goldberg 1910, das bis zum März 1979 auf dieser Zweibahnen-Anlage in der Goldberger Altstadt dem Kegelsport aktiv nachging.

Zur Geschichte

Im Jahr 1896 wurde die Kegelbahn errichtet und 1925 nach den Richtlinien des Deutschen Kegelbundes (DKB) für den Wettkampfbetrieb umgebaut. Im Mai 1926 fand der erste Städtevergleichskampf zwischen Mannschaften aus Goldberg und Güstrow statt. 1932 überstand die Bahn einen Gebäudebrand, der einen Großteil des Brunnenhotels in Mitleidenschaft zog. Nach dem 2. Weltkrieg waren Käthe Grützmacher, ab 1955 dann ihr Sohn Hans-Heinrich „Heier“ Grützmacher Betreiber der Sportstätte. 1949 wurde der erste Pokalkampf nach dem Krieg durchgeführt. Im Mai 1961 fand ein letzter Vergleichskampf mit einem westdeutschen Verein vor dem Mauerbau mit Kegelsportfreunden aus Bremen-Vegesack statt.

Im Jahr 1969 wurde die Anlage dann mit halbautomatischen Stellautomaten der Firma Alfred Ahlborn ausgestattet. Die Zeiten der Kegelaufsteller waren nun endgültig vorbei. Mit der Inbetriebnahme der neuen Vierbahnen-Anlage im Neubaugebiet im Jahre 1979 war die über 80 Jahre alte Bahn mehr und mehr dem Verfall preisgegeben. Die letzten Kugeln wurden Anfang der 80er-Jahre durch Freizeitkegler geschoben. Nun also der Abriss. Etwas Neues muss her. Alles hat seine Zeit…

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