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Hoher Schaden am Plauer See : 58 Bootshäuser aufgebrochen

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Die Beamten der Wasserschutzpolizei müssen derzeit massenweise Anzeigen aufnehmen: 58 Bootshäuser am Plauer See, am Goldberger und am Dobbertiner See wurden von unbekannten Einbrechern heimgesucht.

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erstellt am 01.Feb.2012 | 09:55 Uhr

Plau am See | Die Beamten der Wasserschutzpolizei in Plau müssen derzeit massenweise Anzeigen aufnehmen: 58 Bootshäuser am Plauer See, am Goldberger und am Dobbertiner See wurden am Wochenende von unbekannten Einbrechern heimgesucht.

"Das Schlimme ist, dass die Sachschäden mitunter sehr hoch sind. Die Eingangsbereiche sind mit purer Gewalt aufgebrochen worden", so die Plauer, die angesichts der Schäden wütend auf die Täter sind. Manfred Möller und Paul Baginski sind jetzt dabei, die Türen und die dazugehörigen Zargen wieder zu reparieren. "Wir helfen jetzt auch den anderen Betroffenen, denn es sind ja einige gar nicht erreichbar und die wissen noch gar nichts von ihrem Glück’ und so verschließen wir auch deren Bootshäuser provisorisch", sagt Paul Baginski von der Anlage am Plauer Anglerhafen. Manfred Möller bringt mit Hilfe von Schraubzwingen die Blech- und Schlossteile wieder in Form, bevor er neue Schrauben eindreht. Er ist Tischlermeister im Ruhestand und kennt sich gut aus mit derartigen Reparaturen. Viele der Türen sind mit Blech verkleidet und sollen so das Aufbrechen erschweren - zum Teil erfolgreich. Einige Bootsbesitzer überlegen bereits, weitere und vor allem moderne Überwachungstechnik einzusetzen.

"Wohl mit einem Kuhfuß wurden die Bootshäuser aufgebrochen und der Täter kam mit dem Fahrrad - zumindest lassen die Spuren im Schnee dies vermuten", sagt Polizeioberkommissar Dirk Petrat. Allein im Anglerhafen am Plauer See wurden 47 Bootshäuser geknackt. Die Taten ereigneten sich am Wochenende, acht Bootshäuser waren vom 26. bis 27. Januar aufgebrochen worden, der Rest am 29. Januar. Bei den letzten Einbrüchen in Plau wurden sogar vier Bootshäuser heimgesucht, die bereits am Freitag das Ziel des Unbekannten waren. Die Eigner hatten die Häuser zwischenzeitlich schon repariert. Am Goldberger See waren es acht und am Dobbertiner See zwei Bootshäuser. "Zu den Dingen, die entwendet wurden, können wir noch nicht viel sagen, da etliche Bootseigner im Moment noch gar nichts von den Aufbrüchen wissen. Wir haben von dem Verein jetzt die Mitgliederliste erhalten und können die Eigner, die zum Teil auch außerhalb wohnen, jetzt benachrichtigen", sagt Stationsleiter Polizeihauptmeister Karl-Heinz Prahl. In diesem Zusammenhang bitten die Beamten die Bevölkerung um Mithilfe. "Vielleicht hat jemand Beobachtungen gemacht, die uns weiterhelfen", sagt Prahl. Hinweise werden unter der Rufnummer 0387 35/ 13 87 90 entgegen genommen.

Auf eine Gefahr weisen die Wasserschutzpolizisten in diesen Tagen besonders hin. Auch wenn es sehr verlockend ist, die zugefrorenen Seen und Flüsse zu betreten, so ist dies sehr gefährlich. Grundsätzlich passiert das Betreten nur auf eigene Gefahr. Eine Freigabe der Eisflächen durch die Kommunen oder andere Behörden erfolgt nicht. Strömungen und Wasserwirbel lassen das Eis auch unterschiedlich dick werden, deshalb ist es noch sehr brüchig, auch wenn es in Ufernähe relativ stabil aussehen mag. Vor allem muss man sich darüber klar sein, dass notwendige Hilfe auch erst alarmiert werden muss, was Zeit kostet. "Die Überlebenschancen sind äußerst gering", sagt Prahl. Selbst im allergünstigsten Fall brauchen professionelle Helfer einige Zeit. "Etwa acht bis zehn Minuten sind es alleine von dem Gerätehaus der Feuerwehr bis zum Plauer See am Kalkofen. Zu anderen Stellen wie Leisten oder zur Seelust benötigen wir mehr Zeit", sagt der stellvertretende Wehrleiter Volker Valentin von der Freiwilligen Feuerwehr Plau. Die Kameraden, die ehrenamtlich ihren Dienst leisten, müssen von ihren Arbeitsstellen erst zum Gerätehaus eilen und dann von dort mit ihrer Technik, darunter ein Schlauchboot mit dem Eisschlitten, ausrücken. Das kostet Zeit, die einen im Eis eingebrochenen Menschen arg in Not bringen kann. Deshalb: Vorsicht an den Uferbereichen und das Eis nicht betreten.

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