14. Waldseeturnier Groß Niendorf : 3D-Jagd in den Wamckower Tropen

<fettakgl>Christoph Grieger</fettakgl>, Jan Syperek, Wolfgang Buschenhagen und Ines Möbius (v.l.) nehmen am Bären die Treffer auf und notieren die Punkte.
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Christoph Grieger, Jan Syperek, Wolfgang Buschenhagen und Ines Möbius (v.l.) nehmen am Bären die Treffer auf und notieren die Punkte.

Großer Andrang am Sonnabendvormittag auf den Parcours des 14. Waldseeturnieres in Groß Niendorf. Insgesamt folgten rund 150 Mädchen, Jugen, Frauen und Männer der Einladung des Groß Niendorfer Bogenschützenvereins.

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02. Juli 2012, 12:00 Uhr

Groß Niendorf | Mitten in der prallen Sonne stehen vier Bogenschützen auf der großen Wiese in der Nähe des Wamckower Sees, einer legt den Pfeil in den Bogen, hebt ihn langsam an, zielt konzentriert … "Plop!" - Dieses Geräusch verrät, er hat das Ziel, einen Rothirsch in ca. 50 Metern Entfernung, getroffen. Diese Vier, Christoph Grieger aus Kücknitz bei Lübeck, Jan Syperek aus Rostock, Wolfgang Buschenhagen aus Berlin und Ines Möbius aus dem thüringischen Unterwellenborn, sind eine von 28 Gruppen, die sich am Sonnabendvormittag auf den Parcours des 14. Waldseeturnieres auf den Weg machten. Insgesamt folgten rund 150 Mädchen, Jugend, Frauen und Männer der Einladung des Groß Niendorfer Bogenschützenvereins.

Zwei Tage Jagd auf 3D-Ziele standen vor den Bogenschützen, die zum einen Punkte für den Turniersieg oder gute Platzierungen sammelten und gleichzeitig um die Landesmeisterschaft kämpften sowie um die Norm zur Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft 3D. Die Vierergruppe hat die ersten drei Ziele auf dem freien Feld passiert, dann geht es in das Moorgebiet am Westufer des Sees, wo nicht etwa Abkühlung, sondern tropisches Klima auf die Schützen wartete. Wieder höchste Konzentration, denn das Ziel, ein Reh, steht schwer zu erkennen im Dickicht. Die ersten Mücken schwirren um die Köpfe, doch Jan Syperek lässt sich nicht irritieren und trifft. Die anderen beiden treffen auch, Ines Möbius braucht einen zweiten Versuch. "Hauptsache getroffen", freut sich die Mutter, deren 16-jähriger Sohn in einer anderen Gruppe auf der Jagd ist.

Das Gros der Teilnehmer war schon am Freitagabend mit Wohnwagen oder Zelt angereist und hatte am Bogensportplatz am Ortseingang von Groß Niendorf Quartier bezogen. "Den kräftigen Regenschauer haben alle gut überstanden", weiß Sven Posekardt, Vorsitzender des Gastgebervereins, Organisator, Parcours-Chef und Hauptkampfrichter in einer Person. "Unsere Mitglieder haben wieder sehr gute Arbeit geleistet", lobt er seine Mitstreiter.

"Ich war schon auf einigen solcher Turniere, es ist alles perfekt organisiert", ist Wolfgang Buschenhagen begeistert und erzählt während des Marsches zum nächsten Ziel von seinem Bogen-Domizil in Berlin Spandau. "Unser Verein hat ein schönes Gelände zwischen Wohngebiet und Bahnstrecke gepachtet, darauf bin ich stolz. Auf dieses Stück Natur hier in Mecklenburg bin ich dennoch etwas neidisch", gibt er zu und nimmt ein 3D-Modell eines Wapiti ins Visier, das am Rande eines abgeblühten Rapsfeldes postiert wurde. Es treffen alle Vier, aber nicht mit dem ersten Versuch. Einige Pfeile verschwinden im Nichts und die große Suche beginnt. Mit der Erfahrung der Bogenschützen und etwas Glück stecken auf dem Weg zur nächsten Station alle wieder im Köcher.

Auf der Wiese vor dem einzigen Zugang zum See haben die Gastgeber das Versorgungszelt errichtet. Hier ist es etwas kühler. Vom Grill weht ein laues Lüftchen den Bratenduft herüber, kühle Getränke stehen zu Sportlerpreisen bereit. Verdursten braucht aber auch keiner auf dem Parcours. "Die meisten haben sowieso ihre Trinkflasche dabei und an zwei Stellen sind Versorgungspunkte mit Wasser eingerichtet", erklärt Christina Posekardt, eine der sieben Kampfrichter des Vereins, die den Teilnehmern zur Verfügung stehen, aber auch den korrekten Ablauf kontrollieren. Immerhin sind die 3D-Jäger rund fünf Stunden unterwegs, ehe sie alle 28 Ziele sowie die vier Sonderziele, die lediglich in die Turnierwertung eingehen, im Visier hatten.

Am späten Nachmittag hatten die Teilnehmer wieder ihre Quartiere erreicht, die jetzt für einen gemütlichen Abend vorbereitet wurden. Die meisten standen nach einer mehr oder weniger langen Nacht gestern Vormittag wieder am Sammelpunkt in der Nähe des Wamckower Sees und machten sich auf den Weg zur Jagdrunde. Während am ersten Tag jeder Schütze mehrere Versuche pro Ziel hatte, darf bei der Jagdrunde nur ein Pfeil je Ziel abgeschossen werden.

Unsere Gruppe zählte gestern nur noch zwei Mann und eine Frau. Christoph Grieger hatte sich nur für die Waldrunde angemeldet. "Am Sonntag findet bei uns die Kreismeisterschaft statt, da will ich teilnehmen", erklärt der Schleswig-Holsteiner. Die Bedingungen waren ähnlich wie am Vortag nur nicht so heiß. Gegen 16.20 Uhr, als Sven Posekardt zur Siegerehrung rief, waren alle froh, das der Wettkampf geschafft war und der Spandauer Wolfgang Buschenhagen konnte in seiner Altersklasse 55 Jahre/Jagdbogen mit einer Gesamtpunktzahl von 583 den Siegerpokal in Empfang nehmen: "Ein guter Abschluss des Wochenendes". Das fanden auch die anderen Teilnehmer, die den Organisatoren viel Lob und Beifall zollten. Etwa 80 von Ihnen gingen mit einem, der wie immer Hand gearbeiteten Pokale nach Hause und werden sicher im nächsten Jahr wiederkommen.

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