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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

20. November 2017 | 06:56 Uhr

Tüftler-Brüder : 300 Pferdestärken im Hahnenhorst

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Robert und Patrick Diercks tüfteln zwei Jahre an ihrer neuen Forstraupe

von
erstellt am 17.Mai.2017 | 21:00 Uhr

Stück für Stück schiebt sich der schwarze Koloss vorwärts und sammelt mit seinem Greifarm Äste und Holzstücke ein. 300 Pferdestärken treiben das Grundgestell einer japanischen Raupe an. Der FMV-10 Raupenforwarder – so heißt das Gefährt – wird derzeit im Forstbereich Gut Karow-Hahnenhorst getestet. Für Robert und Patrick Diercks ist dieses Gerät mehr als nur eine Rückemaschine für den Einsatz in der Forst. Die Forstraupe ist ihr Baby sozusagen. Die beiden Brüder aus Klocksin bei Waren sind Bastler durch und durch, haben gemeinsam ihre eigene Firma gegründet – die Forstservice-MV Robert & Patrick Diercks GbR. Sie vertreiben unterschiedliche Maschinen und Gerätschaften für die Forstwirtschaft. Mit der Forstraupe wollen sie eine Marktlücke schließen. Vom Erfolg sind sie überzeugt. Christian Albrecht ebenfalls. Der Förster vom Gut Karow hat die beiden engagiert.

Die Raupe bewegt sich auf gut 90 Zentimeter breiten Gummi-Ketten vorwärts, sechs Zylinder, 18 Tonnen schwer... „Beim Gewicht wollen wir noch etwas machen“, erklärt Robert Diercks. Zufrieden sind die beiden mit ihrem Prototypen schon. „Ich habe mich um die komplette Technik im Inneren gekümmert“, erzählt Patrick, der jüngere der beiden Brüder. Die Klocksiner teilen sich die Arbeit; jeder hat sein Terrain – Robert den Vertrieb, Patrick die Technik.

Gut zwei Jahre arbeiteten Robert und Patrick Diercks an der Forstraupe. „5000 Stunden haben wir in den Bau investiert“, ergänzt Robert Diercks. Angefangen hat alles mit einer Idee Roberts, einfache Skizzen folgten. Bis dann eine Materialliste angefertigt und das Grundgestell einer japanischen Raupe angeschafft wurden, verging noch sehr viel Zeit. „Wir haben auch vieles improvisiert“, sagt der 31-jährige Robert Diercks. Doch im Grunde ist der Prototyp genauso, wie er sein sollte. „Breiter dürfen wir auf keinen Fall werden“, verdeutlicht Robert Diercks. Sein fünf Jahre jüngerer Bruder Patrick fährt die Raupe, belädt die Ladefläche mit Holz und Geäst per Joystick. Gut elf Festmeter passen auf die Raupe. Das freut vor allem Förster Christian Albrecht. „Vorher mussten wir mit einer Maschine auskommen, die nur 3,3 Festmeter Ladekapazität hatte.“ Kostengünstig ist etwas anderes. Umso mehr freut es ihn, dass der FMV-10 Raupenforwarder in seinem Revier so gut vorankommt.

Nicht allein die Ladekapazität macht die neue Maschine so attraktiv. Sie verbraucht nur 6,6 Liter in der Stunde. „Der Verbrauch ist geringer als der eines Mittelklassewagens“, verdeutlicht Robert Diercks stolz. Doch damit nicht genug. Die Klocksiner Brüder haben sich auch über den Bodendruck Gedanken gemacht. Beladen – mit einer Nutzlast von zehn Tonnen – kommt sie nur auf einen Bodendruck von 0,28 kg/cm2. Zum Vergleich: Bei einem Menschen mit Schuhgröße 44 und einem Körpergewicht von 90 Kilogramm beträgt der spezifische Bodendruck 0,17 kg/cm2. Im Gegensatz zum Menschen bringt die Forstraupe 18 Tonnen auf die Waage – von Fliegengewicht keine Spur. 

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