Lübz : 25 Millionen Euro seit 1993 investiert

Ronald Schmelter, stellvertretender Geschäftsführer der WVL Foto: Archiv
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Ronald Schmelter, stellvertretender Geschäftsführer der WVL Foto: Archiv

Dieses Jahr investiert die Wohnungs- und Verwaltungs-GmbH Lübz 450 000 Euro in den Bau von Personenaufzügen in der Scharnhorststraße, Hinter der Wohrte und in der Thomas-Mann-Straße.

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17. Mai 2013, 06:32 Uhr

lübz | Noch in diesem Jahr investiert die Wohnungs- und Verwaltungs-GmbH Lübz (WVL) ungefähr 450 000 Euro in den Bau von drei Personenaufzügen. Sie werden jeweils parallel zu den Treppenaufgängen vor der Fassade der Häuser Scharnhorststraße 13, Hinter der Wohrte 13 und in der Thomas-Mann-Straße (hier ist die Nummer noch nicht festgelegt) aufgestellt. Schon im Mai soll es losgehen. "Die Fahrkabine hält dann auf Höhe des Zwischenpodestes, so dass niemand in Zukunft noch mehr als acht Stufen laufen muss", sagt der stellvertretende WVL-Geschäftsführer Ronald Schmelter. Das Problem sei in den meisten Fällen nicht, dass die Mieter gar keine Stufen mehr bewältigen können, sondern ihre Gesamtzahl - 56 Stück etwa bis zum dritten Obergeschoss.

Entsprechend der demografischen Struktur der Gesellschaft insgesamt ist auch ein großer Anteil der WVL-Mieter schon älter. In Wohnblöcken, die barrierefrei beziehungsweise altersgerecht umgebaut wurden, gibt es bereits fünf Aufzüge, davon vier in der Scharnhorststraße 1 und 1a sowie Ferdinand-von-Schill-Straße 6 und 6a. In erstgenanntem Gebäude waren früher Büros, in letzterem erst die Staatsbank der DDR und dann die Deutsche Bank untergebracht. "Der Aufwand war enorm und diese Ziele ließen sich nur im Zuge einer Komplettsanierung 1999 beziehungsweise 2011 verwirklichen. Unter anderem wurden auch die Zuschnitte der Wohnungen völlig neu geschaffen", erläutert Schmelter.

Allein durch den Bau von Aufzügen sei ein Haus noch nicht vollkommen altersgerecht, aber zumindest altersgerechter. Wegen der vielen, in ihrer Masse zunehmend Schwierigkeiten bereitenden Stufen war es bisher schon oft so, dass Mieter nach Wohnungen im unteren Bereich fragten: "Ein Umzug ist mit den Fahrstühlen nicht mehr zwangsläufig notwendig."

2010 hat die WVL das denkmalgeschützte, weitestgehend leerstehende Haus Mühlenstraße 7 gekauft. "Wir prüfen, ob wir es eventuell sanieren und erstellen gegenwärtig eine Kostenplanung", sagt der stellvertretende Geschäftsführer. Grund für seine Zurückhaltung: Es gebe so gut wie keine Nachfrage nach Geschäftsräumen (das gesamte Erdgeschoss des großen Altbaus besteht aus Läden) und hochpreisigen Wohnungen. Zudem sei das Angebot insgesamt groß. Die "Grobkostenschätzung" gehe bei dem Denkmal von einem finanziellen Bedarf in Höhe von mindestens 700 000 Euro aus. Die Entscheidung hänge auch von der Höhe der gewährten Fördermittel ab.

Der Gesellschaft gehören 950 Wohnungen, gut 100 weitere verwaltet sie. Seit ihrer Gründung 1993 bis heute hat die WVL rund 25 Millionen Euro investiert. "Bis auf ganz wenige Ausnahmen sind unsere Wohnungen alle komplett beziehungsweise teilsaniert. Von innen wurde überall etwas getan", sagt Schmelter, der schon seit 1991 in der kommunalen Wohnungsverwaltung (früher Eigenbetrieb Wohnungen der Stadt Lübz) arbeitet. Hauptausgabeposten waren die Dämmung der Fassaden, der Einbau neuer Fenster, Heizungs- und Sanitäranlagen sowie die Erneuerung der Dächer. Letzteres wurde vor allem deshalb notwendig, weil für die Ofenheizung früher 27 Schornsteine in einem Wohnblock eingebaut waren, deren Spitzen aus der Dachoberfläche ragten. Die letzten Kachelöfen verschwanden 1997/98. Am Fuchsberg gab es immer nur Fernheizung.

Von den 950 eigenen Wohnungen haben mittlerweile gut 800 einen Balkon. 230 wurden seit Unternehmensgründung nachträglich installiert. "Dies geschah auf Wunsch von Mietern und im Hinblick darauf, dass sich eine Wohnung mit Balkon viel besser vermieten lässt", so der stellvertretende Geschäftsführer. Zahlen belegten die Richtigkeit der von seinem Unternehmen verfolgten Strategie: Lag der Leerstand im alten Landkreis Parchim am 31. Dezember 2012 bei durchschnittlich zehn Prozent, so erreicht dieser Wert bei der WVL nicht einmal zwei Prozent. "Viele möchten viel, aber nur wenige sind bereit, mehr zu zahlen", sagt Schmelter. "Wir legen Baukosten nicht um, aber Nebenkosten, verursacht durch Strom und zum Beispiel auch durch Wartung, steigen ständig."

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