2051 Unterschriften für Plaus Trasse

<strong>Mit Unterschriften und Hoffnung im Gepäck: </strong>Bürgerinitiative und Plaus Bürgermeister wollen sich bei Ministerpräsident Erwin Sellering für die Realisierung der Ortsumgehung gemäß des Bundesverkehrswegeplanes einsetzen. <foto>Foto: Antje Bernstein</foto>
Mit Unterschriften und Hoffnung im Gepäck: Bürgerinitiative und Plaus Bürgermeister wollen sich bei Ministerpräsident Erwin Sellering für die Realisierung der Ortsumgehung gemäß des Bundesverkehrswegeplanes einsetzen. Foto: Antje Bernstein

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12. Juli 2012, 05:36 Uhr

Plau am See/ Schwerin | Die Bürgerinitiative "LKW-Fern- und Schwerlastverkehr raus aus unserem Luftkurort Plau am See" kämpft weiter um die Ortsumgehung für die Seestadt. Und zwar an höchster Stelle: Mit 2051 Unterschriften im Gepäck haben BI-Mitglieder und Bürgermeister Norbert Reier die Sprechstunde von Ministerpräsident Erwin Sellering genutzt, um beim Landesvater die Realisierung des langersehnten Bauvorhabens voranzutreiben. Die war zuletzt immer unwahrscheinlicher geworden, denn die Nordtrasse steht zwar im vordringlichen Bedarf des Bundsverkehrswegeplans, wurde aber im Investitionsrahmenplan lediglich in Kategorie D eingestuft. Ein Bau in den kommenden Jahren ist damit unwahrscheinlich.

Das wollen die BI-Mitglieder, die schon seit 20 Jahren für die Umgehung kämpfen, nicht hinnehmen. Und Plau und seine Gäste geben ihnen Recht: 2051 von ihnen haben per Unterschrift ihre Forderung nach einer verlässlichen Politik und einer Realisierung des Bauvorhabens deutlich gemacht. "Wir wollen uns darauf verlassen können, dass die Regierung alles unternimmt, um diesen Plan wahrzunehmen und ihn umsetzt, wie vorgesehen", sagt Norbert Reier. "Wir wollen nicht wissen, warum es bislang nicht funktioniert hat. Wir wollen wissen, wie es gehen kann", so Plaus Bürgermeister weiter.

Doch die Frage blieb im Dialog mit Erwin Sellering unbeantwortet. Er wolle zuhören, aber keine Versprechungen geben, das hat der Ministerpräsident gleich zu Gesprächsbeginn klargestellt. Mit Versprechen hat er sich in der Vergangenheit schließlich bei den Plauer nicht unbedingt beliebt gemacht. Denn ursprünglich hatte Sellering den Seestädter zugesichert, dass der Baustart für die Umgehung 2013 sein wird. Ein vollmundiges Bekenntnis, aus dem bekanntlich nichts wird. Mit vorschnellen Zusagen wollte sich der Ministerpräsident diesmal also zurückhalten. Eines aber sicherte er dem BI-Vorstand und Plaus Bürgermeister zu: Er wolle sich mit einem Abteilungsleiter im Verkehrsministerium in Verbindung setzen. Dieser soll dann innerhalb von acht Wochen zu Gesprächen mit allen Beteiligten nach Plau kommen. Ein Angebot, dass die BI zumindest etwas zufrieden stellt. Denn einen Austausch habe es bisher nur indirekt über SVZ-Artikel gegeben. Bislang sei es aber nicht gelungen, mit MV’s Verkehrsminister Volker Schlotmann selbst ins Gespräch zu kommen, sagt BI-Sprecher Dietmar Villwock. Er hofft nun, dass das Treffen mit dem Abteilungsleiter aus dem Ministerium einen zeitnahen Baustart für die Plauer Ortsumgehung doch noch möglich macht.

Wieviel solch ein Ortsbesuch aus dem Ministerium tatsächlich bringt, muss sich erst zeigen. Die Unterschriftensammlung der BI jedoch, die ist schon jetzt ein Erfolg, zeigt sie doch, wie sehr die Stadt hinter der Umgehung steht. Als es 2003 galt, sich dafür einzusetzen, dass die Plauer Ortsumgehung in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes kommt, gaben lediglich rund 800 Plauer ihre Unterschrift dafür. "Bei der jetzigen Aktion haben wir eigentlich nur mit um die hundert Unterschriften gerechnet", sagt Dietmar Villwock. Die große Beteiligung hat ihn positiv überrascht. "Das zeigt die Hoffnung der Bürger, das etwas passiert, wenn man sich regt", sagt Villwock. Und passieren muss etwas, da ist sich der Plauer sicher. Nicht nur Lärm und Feinstaubbelastung machen den andauernden LKW-Verkehr durch die Stadt für viele Bürger unerträglich. Sie fürchten auch um den Luftkurort-Status, mit dem Plau zahlreiche Touristen in die Region lockt. "Verkehrslärm ist ein Kriterium. Wenn es da Probleme gibt, kann uns der Titel aberkannt werden", sagt Norbert Reier. Um das zu verhindern, wollen Stadt und Bürgerinitiative auch weiterhin Druck auf die Landesregierung machen - für ihre Umgehung, für ihren Luftkurort.

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