Jahresrück- und Ausblick : 2013: Der Luftkurort im Rückspiegel

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Im  kommenden Jahr    steht in Plau am See die 25. Badewannen-Rallye an.  Die Organisatoren  sind längst  mit den Vorbereitungen befasst.  Immerhin soll es  der Knüller werden. Fotos:  Herbst, Bölsche/Archiv
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Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Im kommenden Jahr steht in Plau am See die 25. Badewannen-Rallye an. Die Organisatoren sind längst mit den Vorbereitungen befasst. Immerhin soll es der Knüller werden. Foto: Bölsche/Archiv

Plaus Bürgermeister Norbert Reier kann positive Bilanz für das zu Ende gehende Jahr ziehen. 2014 hält große Herausforderungen bereit

svz.de von
22. Dezember 2013, 23:45 Uhr

Eine gute Woche noch, dann ist das Jahr 2013 Geschichte. In einem Gespräch mit der Redaktion zieht Plaus Bürgermeister Norbert Reier eine erste Bilanz.

Der Luftkurort, der vor allem durch den die Wirtschaft bestimmenden Tourismus geprägt ist, verzeichnete nach einem zögerlichen Start in die Saison ein gutes Jahr. Laut vorläufigem Ergebnis wurden 420 000 bis 430 000 Übernachtungen registriert. „Das ist eine erste Einschätzung, die endgültigen Zahlen können wir erst Anfang kommenden Jahres präsentieren“, sagt Reier und ist zufrieden. Immerhin hatten der Branche der lang anhaltende Winter und später das Elbehochwasser zu schaffen gemacht. Letzteres war nicht ohne Auswirkungen auf die Belegung der Häfen geblieben. Auch der Streik des Wasser- und Schifffahrtsamtes habe zu Unsicherheiten bei den Bootsfahrern und zu einer rückläufigen Befahrung geführt. Insgesamt sei es aber ein gutes Jahr gewesen, in dem Plau seiner Rolle als Luftkurort im Binnenland gerecht geworden ist.

Auch im investiven Bereich hat die Stadt einiges vorzuweisen. Im ersten Quartal galten große Bemühungen der Fertigstellung des ersten Bauabschnitts des Heimatmuseums auf der Burg, die mit der Eröffnung an Pfingsten abgeschlossen war. Seither haben die hier ehrenamtlich arbeitenden Museumsfreunde wesentlich bessere Bedingungen, sowohl Einheimischen als auch Gästen und Urlaubern die über Jahre zusammengetragenen Ausstellungsstücke zur „Technikgeschichte des 19. Jahrhunderts“ zu präsentieren. Bis Ostern 2014 soll nun der zweite BA – im wesentlichen umfasst der den Fahrstuhl-Einbau sowie die technische Erschließung des Obergeschosses – fertiggestellt werden. Erneut mit Hilfe von LEADER-Mitteln. Hier hatte die Stadt vorzeitigen Baubeginn beantragt und war in die Vorfinanzierung gegangen. Um die Sicherheit im Gebäude zu gewährleisten, war es notwendig, sowohl den zweiten Rettungsweg als auch das Oberlicht schon 2013 zu realisieren. Reier sieht das Projekt als sehr gelungen an. Zirka 20 000 Besucher unterstreichen das.

2013 war auch das Jahr der öffentlichen Diskussionen um die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes sowie des Burg-Geländes einschließlich neuem Parkplatz. Während es beim Bahnhofsvorplatz wenig Resonanz von Seiten der Bürger gab, stießen die Planungen für die Burg auf erhebliches Interesse. Inzwischen sei man dabei, eingegangene Vorschläge einzuarbeiten und mit den Trägern öffentlicher Belange abzustimmen. 2014 sollen beide Vorhaben möglichst bis zur Genehmigungsreife gebracht werden.

Neben diesen Großprojekten musste die Stadt auch Geld für neue Heizungsanlagen in der Grundschule sowie des Amtes in die Hand nehmen; auch die Trink- und Löschwasserversorgung musste hier erneuert werden. Erst vor wenigen Tagen wurde ein werksneues Tanklöschfahrzeug an die Kameraden der Plauer Feuerwehr übergeben. 260 000 Euro betrug die Kaufsumme, die mit 82 000 Euro das Innenministerium und 50 000 Euro der Landkreis mitfinanzierten. Bis auf weiteres steht das alte Fahrzeug (BJ 1987) der Ganzliner Wehr zur Verfügung, soll später jedoch als Reserve in den Bestand der Plauer Wehr zurückkehren.

Auch 2013 konnten noch nicht in Gänze die Probleme bei der Trassenführung des Plauer Seenradrundweges geklärt werden. Knackpunkt bleibt ein Abschnitt im Bereich des Plauer Stadtwaldes, der einerseits nicht breit genug ist, wegen seiner Hanglage überdies mit hohem bautechnischem Aufwand gesichert werden müsste. Die Stadt setzt ihre Hoffnung auf eine parallele Trasse, die bereits über das Waldwege-Programm ausgebaut ist. 2014, so Norbert Reier, müsse mit dem vakanten Abschnitt begonnen werden, um die Realisierung noch innerhalb der Förderperiode beenden zu können.

Plaus Kinderreichtum ist zweifellos ein Segen. Jedoch stellte er die Stadt zuletzt auch vor das Problem unzureichender Kapazitäten in den vorhandenen Kindereinrichtungen. Dass im Sommer die Karower Kita ihren Betrieb einstellte und Eltern seit dem 1. August einen gesetzlichen Anspruch auf einen Kitaplatz für ihre Sprösslinge ab einem Jahr haben, kam verschärfend hinzu. Inzwischen läuft ein Interessenbekundungsverfahren, mit dessen Hilfe die Stadt einen Träger/Investor für die Errichtung eines Kita-Neubaus mit ca. 100 Plätzen finden möchte. Ab Januar, so Reier, werden die abgegebenen Angebote auch vor dem Hintergrund der zu erwartenden finanziellen Belastung der Eltern und der Stadt geprüft, drei Konzepte ausgewählt und der Stadtvertretersitzung im Februar vorgestellt. Am 1. August 2015 soll der Neubau stehen, formuliert Plaus Bürgermeister das erklärte Ziel der Stadt.

2014, gibt Norbert Reier einen Ausblick, sollen die begonnenen bzw. angeschobenen Projekte konsequent weiter verfolgt werden. Ob die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes gelingen kann, hängt dabei von der Förderkulisse und dem Vorhandensein von Eigenmitteln ab. Ansonsten steht das kommende Jahr wieder ganz im Zeichen kultureller Veranstaltungen und Events: 25 Jahre Plauer Badewannen-Rallye werden gefeiert und sollen – das haben die Organisatoren fest versprochen – der Knüller werden. Daneben soll der Burghof noch mehr Gäste-Magnet werden als bisher; ähnlich wie in diesem Jahr bei der erfolgreichen Musical-Premiere von „My fair Lady“, die das Mecklenburger Kulturforum in Zusammenarbeit mit der Stadt auf die Beine gestellt hatte, oder wie beim Burghoffest, zu dem der Heimatverein eingeladen hatte. Weitere Höhepunkte werden sein das Strandfest in Quetzin, das Steinstraßenfest, der Plauer Musiksommer und der Segelsommer. Und auch sportlich kann man gespannt sein, was 2014 bringt. 2013 jedenfalls war u.a. das Jahr der Karower Fußballer, des Springreiters André Thieme und des Handballs im Kinder-, Jugend- und Männerbereich.

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