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Investition In Lübz : 2,5 Millionen Euro für noch bessere Luft

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Großinvestition von Isover in neue Filteranlage in Lübz

Die Abgase des Lübzer Werkes der Saint-Gobain Isover G+H AG – eines der schon von der Fläche mit 17,5 Hektar her größten Industrieunternehmen in ganz Westmecklenburg – bestehen fast ausschließlich aus Wasserdampf. Fast, weil in ihm außerdem noch eine kleine Menge Staub enthalten ist. Isover arbeitet nach der selbst auferlegten „EHS Charta“ und strebt damit eigener Aussage zufolge jeden Tag das Ziel „null Arbeitsunfälle, null Berufskrankheiten, null Umweltereignisse und minimale Auswirkungen aufgrund unserer Aktivitäten“ an. Weil dazu der (wenn auch geringe) Staubanteil in den Abgasen nicht passte, entschied sich der Dämmstoffhersteller dazu, in diesem Jahr mit einem Nasselektrofilter als gegenwärtig beste verfügbare Technik eine dritte Reinigungsstufe zu installieren. Gleichzeitig wurde damit der alte Schornstein abgeklemmt und ein neuer, rund 20 Meter niedrigerer errichtet. Kostenpunkt: Rund 2,5 Millionen Euro. Komplett neu zu planen sei zudem einfacher, als zu stückeln, sagt Michel Wenger, in dem Konzern für den Bereich Kommunikation zuständig. „Es ist auch eine die Zukunft dieses Standortes sichernde Investition“, ergänzt der Lübzer Werkleiter Michael Becker. „Außerdem unterschreiten wir jetzt sogar die gesetzlichen Vorgaben für Neuanlagen, zu denen wir gar nicht gehören. In ihnen gelten deutlich schärfere Werte als in Altanlagen wie unserer. Aber umso besser, wie es ist. Das schafft mit Vertrauen bei den Menschen, die um uns herum leben.“ Dazu gehöre letztlich auch, „keinen Stummel“ als Schornstein zu bauen (erforderlich wären nur 38 Meter) und damit auszuschließen, dass die Wasserdampfwolken mit dem Wohngebiet in Kontakt kommen. Weiter weg lösten sie sich auf: „Und wenn Sie sehen, dass danach oder auch schon vorher zum Beispiel braune oder schwarze Reste übrig bleiben, stimmt etwas nicht.“ Das Rauchgas wird durch ISOVER selbst ständig online und darüber hinaus einmal jährlich auch extern gemessen.

Als einzige in Deutschland stellen die ISOVER-Mitarbeiter in Lübz seit zehn Jahren das patentierte und weltweit exportierte, besonders im Schiffbau eingesetzte Produkt „Ultimate“ her, das die Vorteile von Glas- und Steinwolle in sich vereinigt. Dafür wird selbst hergestelltes Glas geschmolzen und durch schnelles Rotieren zerfasert. „Wasser benötigen wir, um die Fasern abzukühlen“, erklärt Becker. In dem 15 Meter breiten, 12 Meter langen und zehn Meter hohen Filter, den die Abluft durchlaufen muss, werden die Schmutzteilchen elektrisch aufgeladen und bleiben dann wie von einem Magneten angezogen an Edelstahlplatten hängen. Der in einem internen Kreislauf ebenfalls mit Wasser abgewaschene Abfall wird nach nach dem Herausfiltern ausgepresst und dient in der Ziegelindustrie dazu, Steine zu verfestigen.

An den alten, in den 1980er-Jahren gebauten Schornstein ist nur noch eine kleine Nebenanlage angeschlossen. Nach ihrem Anschluss an den neuen Filter soll er abgerissen werden. Becker ist stolz auf seine rund 100 Mitarbeiter zählende Mannschaft, die ständig beweise, in einem Konzern mit weltweit rund 190 000 Beschäftigten ein so wichtiges Produkt herstellen zu können. Im Dreischicht-Betrieb müsse die Grundmasse konstant auf einer Temperatur gehalten werden, die keine Schwankung von allerhöchstens zwei Grad erlaube.

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