feuerwehr-versammlung : 183 Mal Nein zum Vorstand

Betretene Gesichter nach dem Abbruch der Jahresversammlung: Kreiswehrführer Manfred Jedzik, seine Stellvertreter Uwe Pulss und Rainer Auras, der stellvertretende Landesbrandmeister Eckardt Meyer sowie Landesbrandmeister Hannes Möller (v.l.).
Betretene Gesichter nach dem Abbruch der Jahresversammlung: Kreiswehrführer Manfred Jedzik, seine Stellvertreter Uwe Pulss und Rainer Auras, der stellvertretende Landesbrandmeister Eckardt Meyer sowie Landesbrandmeister Hannes Möller (v.l.).

Eklat beim Kreisfeuerwehrverband / Jahresversammlung abgebrochen

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30. März 2015, 21:00 Uhr

Das war schon ein Novum in der noch jungen Geschichte des neuen Kreisfeuerwehrverbandes Ludwigslust-Parchim. Die erste reguläre Jahresversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes seit der Gründung am 25. April des vergangenen Jahres in der Ludwigsluster Stadthalle musste am Freitagabend abgebrochen werden, nachdem sich 183 von 196 Delegierten gegen den Vorstand entschieden.

Eine gewisse Unruhe unter den Delegierten verbreitete sich bereits bei dem Statement des Kreisausbilders Bernd Schwarzwald. Kurz zuvor wurde der Tagesordnungspunkt Kreisausbildung in Hagenow auf Antrag der Delegierten zusätzlich in die Tagesordnung aufgenommen. Und um klar zu machen, dass es hier nicht um eine Einzelmeinung geht, traten alle Hagenower Kreisausbilder hinter das Rednerpult und stärkten so dem Kameraden Schwarzwald auch optisch den Rücken. Bemängelt wurden „die nicht zufrieden stellenden Ausbildungszustände in Hagenow und die ungenügenden Absprachen mit dem Vorstand“. So wurde der Zustand der technischen Ausrüstung kritisiert und dass „die Ausbilder sich viele Lehrmaterialien privat besorgen müssten“. „Wir wollen in Hagenow ausbilden und sind hoch motiviert und wollen beste Qualität liefern, unter diesen Bedingungen geht das aber nicht“, so Bernd Schwarzwald. Er betonte, dass nicht alle Mängel erst im abgelaufenen Jahr seit der Fusion 2014 entstanden und kritisiert werden.

Oliver Kann, ebenfalls Kreisausbilder, übergab dem Kreiswehrführer und Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes Manfred Jedzik eine Zusammenfassung der Mängel. Torsten Kirst von der Amtswehrführung Dömitz/Malliß hatte einen Zehn-Fragen-Katalog erarbeitet, den er aber direkt dem Vorsitzenden übergab und nicht verlas. Axel Erdmann, Amtswehrführer aus Plau am See, kritisierte, dass im Bericht des Vorsitzenden kein Wort zu den Feuerwehrtechnischen Zentralen gesagt wurde.

Letztlich brachte die Diskussion um die Haushaltsabschlüsse das Fass zum Überlaufen. Insbesondere der mangelnde Bericht über die Finanzen des Altkreisfeuerwehrverbandes Parchim war heftig diskutiert worden und so wurde der Ruf nach einer Nichtentlastung des Vorstandes laut. Bei der anschließenden Abstimmung zu den Haushaltsabschlüssen wurde es dann deutlich: Mit 183 Nein-Stimmen bei 13 Enthaltungen der 196 Delegierten wurde der Vorstand nicht entlastet.

Es folgte eine Unterbrechung der Versammlung, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Auch die vielen Gäste, unter ihnen der 1. stellvertretende Landrat Wolfgang Schmülling sowie Vertreter der im Kreistag vertretenen Parteien, waren angesichts dieser Entwicklung überrascht.

In vielen kleinen Gruppen wurde diskutiert und letztlich entschied man sich für einen Schnitt. „Wir brechen an dieser Stelle die Versammlung ab und werden sie neu einberufen. Sie war schlecht vorbereitet und es tut mir leid“ - mit diesen Worten beendete der Kreiswehrführer Manfred Jedzik die Versammlung und versprach, die nächste besser vorzubereiten.


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