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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

23. Oktober 2017 | 12:03 Uhr

L15 bei Techentin : 17 Wildwarner wurden entwendet

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

80 Stück hatte die Jagdgenossenschaft Techentin an der L 15 anbringen lassen

von
erstellt am 19.Feb.2015 | 21:00 Uhr

Die Mitglieder der Jagdgenossenschaft Techentin sind schockiert: Immer mehr Wildwarner, sogenannte Halbkreisreflektoren, verschwinden von den Leitpfosten entlang der Landesstraße 15 zwischen Techentin und Vimfow. Frank Grigoleit, Vorsitzender der Jagdgenossenschaft Techentin, kann nicht verstehen, warum die Wildwarner immer wieder entwendet werden – wie von Geisterhand. „Über Nacht verschwindet immer mal wieder einer. Was wollen die Leute damit“, fragt er sich. Der Belower will auch ein bisschen aufklären, was es mit den Wildwarnern auf sich hat. Deshalb hat er sich an die SVZ-Rubrik „Heißer Draht“ gewandt.

Auf der rund zwei Kilometer langen Strecke zwischen Techentin und Vimfow hat die Jagdgenossenshaft über die zuständige Straßenmeisterei Lübz insgesamt 80 Wildwarner an den Leitpfosten anbringen lassen. „Die Kosten dafür haben wir übernommen“, erklärt Frank Grigoleit. Umso mehr schmerzt es, wenn in einer Nacht-und-Nebel-Aktion immer wieder Wildwarner verschwinden. Denn pro Wildwarner schlagen rund sechs Euro zu Buche. „Wir als Jagdgenossenschaft wollten etwas tun. Unsere Erfahrungen zeigen, dass die Wildwarner etwas bewirken“, erzählt der Vorsitzende der Jagdgenossenschaft.

Für den Bereich Techentin-Vimfow hat sich die Jagdgenossenschaft entschieden, weil auf dieser Strecke immer wieder Unfälle mit Wild passiert sind – „auch tödliche“, wie Frank Grigoleit sagt.

Wirksam werden die Halbkreisreflektoren erst in der Dunkelheit. „Wenn das Licht der Autoscheinwerfer auf die Reflektoren trifft, erscheint für das Wild eine imagniäre Wand. Das mögen die Tiere nicht und bleiben von der Straße fern. Wir Menschen können das nicht sehen. Deshalb verstehe ich nicht, was einige Leute vielleicht mit den Wildwarnern wollen. Sie haben davon keinen Nutzen“, verdeutlicht der Belower eindringlich. Wildtiere haben ein anderes Farbempfinden als Menschen. Vor allem Grün- und Blautöne können die Tiere bis in den ultravioletten Bereich sehen, Rot und Orange dagegen entfallen vollständig.

Die Jagdgenossenschaft Techentin bejagt seit ihrer Gründung 1990 rund 2000 Hektar, die sich auf die Gemeinden Techentin, Below, Zidderich, Augzin und Mühlenhof verteilen. „Wir konnten beobachten, dass die Wildunfälle in diesem Bereich zwischen Techentin und Vimfow zurückgegangen sind. Dennoch weisen wir noch einmal daraufhin, dass die Wildwarner nur in der Dunkelheit wirken“, verdeutlicht Frank Grigoleit. „Eine vorsichtige Fahrweise – am Tag wie auch in der Nacht – in Gebieten mit Wildwechsel sind immens wichtig.“ Denn ganz verhindert werden, können Wildunfälle nicht.

Auch die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern hatte sich in ihrer jüngsten Sitzung mit dem Thema Wildwarnreflektoren beschäftigt. Doch bislang wolle das Land keinen Einsatz von flächendeckenden Reflektoren umsetzen. Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) wolle eine Studie der Universität Göttingen abwarten. Bis 2017 werde in einer wissenschaftlichen Untersuchung die Wirksamkeit von Wildwarnern geprüft und ausgewertet.

Ob die fehlenden Wildwarnreflektoren entlang der Landesstraße 15 zwischen Techentin und Vimfow erneuert werden, weiß Frank Grigoleit noch nicht. „Wir haben noch in diesem Monat unsere Mitgliederversammlung. Da werden wir das Thema ansprechen“, sagt der Vorsitzende. Getroffen wird sich am Donnerstag, 26. Februar, um 18 Uhr in der Gaststätte Below.

Der Polizei in der Region ist das Verschwinden von Wildwarnern bislang nicht bekannt. Zur Anzeige wurde so etwas noch nicht gebracht, wie ein Sprecher der Polizei auf SVZ-Nachfrage berichtet. „Wir hoffen, dass ein bisschen Aufklärung hilft, damit nicht noch mehr Reflektoren verschwinden. Schließlich geht es um die Sicherheit aller“, so Frank Grigoleit.

 

 

 

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