Schwerin : Zwist in den Waisengärten

Aus der Vogelperspektive: Im Frühjahr sollen die Bagger im ersten Bauabschnitt rollen, den die Verlängerung der Amtsstraße und Am Werder begrenzen - hier links oben.EGS
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Aus der Vogelperspektive: Im Frühjahr sollen die Bagger im ersten Bauabschnitt rollen, den die Verlängerung der Amtsstraße und Am Werder begrenzen - hier links oben.EGS

Schwieriger Baugrund, kostspielige Energiegewinnung durch Geothermie, Zerstörung der Flora und Fauna - viele Bedenken bewegen die Kritiker, die gegen die Neubaupläne auf dem Gelände der ehemaligen Waisengärten sind.

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28. September 2012, 07:27 Uhr

Werdervorstadt | Schwieriger Baugrund, kostspielige Energiegewinnung durch Geothermie, Zerstörung der Flora und Fauna - viele Bedenken bewegen die Kritiker, die gegen die Neubaupläne auf dem Gelände der ehemaligen Waisengärten sind. Im Frühjahr 2013 sollen die Bagger rollen. Bis dahin muss auch die größte Frage nach der Tragfähigkeit des Baugrundes geklärt werden. Im Bereich der Verlängerung der Amtsstraße und der Straße Am Werder gäbe es normale Bodenverhältnisse, weiter zum Wasser hin vermuten auch die Fachleute weichere Bodenverhälnisse. Auf der jüngsten Bürgerversammlung konnte sich keiner der anwesenden Bauexperten auf tragfähige Untersuchungsergebnisse stützen.

Dagegen liegt mittlerweile der von den Kritikern durchgesetzte Umweltbericht vor, wie auf der Versammlung deutlich wurde. Landschaftsarchitektin Ute Franke hatte diesen gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehörde in den vergangenen Monaten erarbeitet. Auf dessen Grundlage werden nun Ausgleichsflächen geschaffen bzw. Schutzmaßnahmen umgesetzt. Die Installation der umstrittenen Geothermie-Anlage sei mit den angrenzenden Grundstückseigentümern, wie der Kita des Deutschen Roten Kreuzes, geklärt worden, hieß es. Das Technikgebäude soll im Nordwestzipfel des Baugeländes entstehen, zwei Bohrungen sollen dann bis zu 1500 Meter in die Tiefe des Erdreiches reichen und Wärme an die Oberfläche transportieren. An der Oberfläche müssen dafür Bäume gefällt werden - ein weiterer Kritikpunkt. Doch im Zuge der Ausgleichspflanzungen würden auch für die Kindergartenkinder neue Tobemöglichkeiten errichtet werden, teilte die LGE mit.

"Ich bin seit 20 Jahren Kämpfer gegen die Bebauung", sagte Stadtvertreter Rolf Steinmüller auf der Bürgerversammlung. Doch Politik und Verwaltung hatten das Bauprojekt durchgedrückt. Mittlerweile interessieren sich nach Angaben der Stadtverwaltung drei Investoren für die Waisengärten, in denen etwa 170 Wohnungen entstehen sollen. "Mich wundert, dass die Stadt jetzt die Bebauung der Waisengärten vor die Realisierung der Wohnbebauung auf dem ehemaligen Polizeigelände zieht", sagte Steinmüller weiter. Die Nachfrage sei enorm, erklärte Bauamtsleiter Dr. Günter Reinkober.

Über den aktuellen Stand des Neubaugebietes und die Pläne gibt es Informationen im Internet unter www.waisengaerten.de.

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