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Schneechaos in Schwerin : Zwischen Rutschpartie und Kraftakt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Sturmtief Egon sorgte für Verkehrsbehinderungen

svz.de von
erstellt am 13.Jan.2017 | 21:00 Uhr

Als Gerhard Molzahn am Freitag um 4.30 Uhr den Multicar startete, da wusste er, dass es ein langer Tag werden würde. Seit einer halben Stunde ließ Sturmtief Egon den von den Wetterdiensten angekündigten Schnee fallen. Der Leiter des Stadtbauhofes Crivitz hatte vorgesorgt. Am Vorabend war das Salz aufgeladen, die Räumschaufel aufgesetzt. Und während Molzahn und seine Kollegen sich daran machten, den Schnee von den Crivitzer Straßen, Gehwegen und Plätzen zu räumen, gingen bei der Polizei anderorts schon die ersten Unfallmeldungen ein.

Auf der A 14 ging zwischen der Abfahrt Jesendorf und Schwerin-Nord viele Stunden lang nichts mehr. Ein Lastkraftwagen blieb quer zur Fahrbahn stehen, ein Personenfahrzeug konnte nicht rechtzeitig bremsen und rauschte in den Laster. Wer konnte, der fuhr in Jesendorf ab und über Land weiter, während es auf der A 14 richtig glatt wurde. „Die Autobahnmeisterei hatte wegen des Unfalls keine Möglichkeit, die Fahrspur von Schwerin in Richtung Wismar zu streuen“, sagte eine Polizeisprecherin.

In Cramonshagen verlor gegen 5.30 Uhr eine Autofahrerin hinter einer Linkskurve die Kontrolle über ihr Fahrzeug. Der Wagen überschlug sich, blieb im Straßengraben auf dem Dach liegen und die Fahrerin musste zur Beobachtung ins Krankenhaus. Ungefähr zur gleichen Zeit rutschte in Groß Brütz eine 36-Jährige mit ihrem Auto erst gegen eine Hauswand, dann gegen einen Zaun und prallte danach gegen einen mit einem Bagger beladenen Anhänger. Die Frau erlitt einen Schock.

Unterdessen meldete die Polizeiinspektion Ludwigslust allein auf ihrem Gebiet bis 7 Uhr früh 16 Glätteunfälle. Auch zwischen Crivitz und Brüel kamen Autos von der Fahrbahn ab. Ein Dutzend Laster hatten auf den Bundesstraßen in Brahlstorf und Raben Steinfeld große Mühe, die Steigungen hochzukommen.

Mittagszeit in Crivitz. Der Schnee taut. „Jetzt müssen wir schauen, dass wir den Matsch von den Straßen und Wegen kriegen“, sagt Gerhard Molzahn. Für ihn steht fest: Spätestens am Nachmittag werden die Temperaturen wieder sinken und es wird glatt auf den Straßen. „Dann legen wir die Abendschicht ein“, sagt er und holt mit dem Gabelstapler eine Tonne Salz aus dem Lager. Die wird gebraucht, denn Sturmtief Egon ist hartnäckig.

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