Schweriner Zoo : Zwischen Jubiläum und Artenschutz

Wer kann einer kleinen Mahlzeit zwischendurch schon widerstehen: Zoo-Direktor Dr. Tim Schikora füttert die Totenkopfaffen, die seit diesem Jahr ebenfalls neu im Schweriner Tierpark sind.  Fotos: Klawitter (3) / Koepke (2) / Weber (1) / Zoo (1)
Wer kann einer kleinen Mahlzeit zwischendurch schon widerstehen: Zoo-Direktor Dr. Tim Schikora füttert die Totenkopfaffen, die seit diesem Jahr ebenfalls neu im Schweriner Tierpark sind. Fotos: Klawitter (3) / Koepke (2) / Weber (1) / Zoo (1)

Zoo feierte im Sommer das 60-jährige Bestehen und will in seinen Gehegen künftig vor allem bedrohte Tiere zeigen

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27. Dezember 2016, 12:00 Uhr

Die Feier zum 60-jährigen Bestehen im Sommer, die Erarbeitung eines neuen Entwicklungskonzeptes, viele große und kleine Projekte: Schön, aber auch unglaublich anstrengend sei das Jahr im Zoo gewesen, sagt Direktor Dr. Tim Schikora. Auf bedrohte Tiere will der Zoo in Zukunft setzen, den Besuchern solche Arten vorstellen, deren Bestand gefährdet ist. Die ersten neuen Bewohner sind schon da: So finden Gäste im Tierpark jetzt beispielsweise auch Goldkopflöwenäffchen, Gelbbrustkapuziner, Balistare und Rote Pandas.

Auch das Konzept für den Bauernhof im Zoo wurde überarbeitet. „Wir zeigen nun Tiere, die das ganze Jahr hindurch gehalten werden können“, erklärt Schikora. Die Stars auf dem neuen Bauernhof sind die beiden Deutschen Sattelschweine Heidi und Hannelore. Zu den Bewohnern des Hofes gehören aber auch Thüringer Waldziegen, Rauhwollige Pommersche Landschafe und Mechelner Hühner, durchweg gefährdete Rassen.

Wichtigstes Projekt im Zoo war in diesem Jahr die Einweihung der neuen Nashorn-Anlage. Mit dem Bullen Kimba ist auch gleich ein neuer Bewohner ins Gehege eingezogen. Er soll zusammen mit den Kühen Clara und Karen für Nachwuchs bei den Dickhäutern sorgen. „Kimba versteht sich gut mit seinen Gefährtinnen“, sagt der Direktor. Ob und wann es mit einem Nashorn-Baby klappe, müsse man nun abwarten.

Rund 126 000 Besucher zählte der Zoo bis Ende November – so viele wie im ganzen Jahr 2015. „Es hätten aber durchaus noch ein paar Gäste mehr sein können“, betont Schikora. Doch das Wetter habe dem Tierpark einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Das Frühjahr war kalt und regnerisch und der Herbst fiel praktisch aus“, so der Direktor. Ende des Jahres seien dann noch die Schutzmaßnahmen wegen der Vogelgrippe-Gefahr dazugekommen und hätten den einen oder anderen Zoo-Freund von einem Besuch im Tierpark abgehalten.

Im kommenden Jahr soll die Bepflanzung der Nashorn-Anlage fortgesetzt werden. Geplant ist außerdem eine Modernisierung der Infrastruktur im Zoo. Die Sicherheit auf den Wegen soll erhöht werden. Neue Lampen, eine neue Tonanlage und auch neue Informationstafeln werde es geben, kündigt Schikora an.

Schließlich soll 2017 auch die künftige Löwenanlage des Zoos auf den Weg gebracht werden. Zunächst gelte es, die Planungen abzuschließen und die letzten bürokratischen Hürden zu nehmen, sagt der Direktor. Nach der Sommer-Saison könne dann vielleicht schon mit den ersten baulichen Schritten begonnen werden. Vorgesehen sei ein begehbares Löwenhaus, in dem die Besucher die Tiere auch bei Kälte und Regen beobachten können, so Schikora. Mit der Löwenanlage solle zugleich der Eingangsbereich des Zoos attraktiver gestaltet werden. Veranschlagte Kosten für das Projekt: 4,6 Millionen Euro.

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