Schweriner Umland: Offene Gärten : Zwischen Hopfen und Holunder

Rund um ein Büdnerhaus hat sich Vera Doneck ihren Traum vom Garten erfüllt. Fotos: Hans Taken
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Rund um ein Büdnerhaus hat sich Vera Doneck ihren Traum vom Garten erfüllt. Fotos: Hans Taken

Gepflegte Wildnis, so umschreibt Vera Doneck ihren Garten in Alt Meteln – und den können sich Gäste schon seit 2006 anschauen

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09. Juni 2017, 12:00 Uhr

Es ist ein Geheimnis dieser Landschaft, dass sie in aller Einfachheit so viele Gesichter hat, dass man ihrer niemals überdrüssig wird. Diese Zeile verfasste einmal die Schriftstellerin Christa Wolf, als sie durch die Künstlerkolonie Drispeth vorbei an der Dambecker Mühle und dem alten Büdnerhaus fuhr. 35 Jahre ist das nun schon her. Die Zeit scheint still gestanden zu sein auf diesem leicht gewellten Fleckchen Erde. Kein Windrad auf den Feldern, keine Biogasanlage weit und breit, kein Autolärm auf den staubigen Wegen. Wer die Ruhe mag, der ist hier richtig. Vera Doneck mag die Ruhe – und hat den Lebensraum gefunden, den sie sich immer gewünscht hat.

August von Plüschow räkelt sich in der Sonne und schaut träge in den blauen Himmel, in dem die Samenwolle der Balsam-Pappeln Schneeflocken gleich umhertreibt und leise auf den grünen Rasen rieselt. „Das ist in ein paar Tagen wieder verschwunden“, sagt Vera Doneck, gönnt sich dann einen Schluck Kaffee und Kater August eine Streicheleinheit.

Wer wissen möchte, warum sich Vera Doneck hier so wohl fühlt, der geht mit ihr am besten in den Garten, der das stilvoll restaurierte Büdnerhäuschen umschließt. Er ist so groß wie verwinkelt, so romantisch wie geheimnisvoll, so beschaulich wie durchdacht. Und er hat – Gärtner-Ehrenwort – 20 Sitzecken.

„Für den Tag der offenen Gärten werden sie alle noch richtig hergerichtet“, sagt Vera Doneck. Unterm Apfelbaum im Obstgarten steht dann ein fruchtiger Saft, an der Feuerstelle mit Blick auf die Dambecker Mühle ein guter Whiskey oder auf dem verwitterten Bettgestell am Feldrand liegt eine weiche Matratze. Wer sich dort niederlässt, der findet Papier mit kleinen Texten aus der Feder der Gastgeberin. Nicht umsonst hat die Schneiderin, Klavierlehrerin, Architektin und Autorin ihr grünes Reich auch „dichterGarten“ genannt.

Die Blätterdächer schlanker Birken, wuchtiger Eschen und stämmiger Eichen spenden Schatten, Holundersträucher, Hopfen und Brennesseln stehen Spalier für den, der sich für den Rundweg durch den Garten entscheidet. Rosensträucher klammern sich an Backsteinmauern ausgedienter Ställe, Spiegel und Sichtachsen eröffnen neue Perspektiven.

„Als ich Haus und Garten vor 14 Jahren übernommen habe, war hier nur Wildnis. Jetzt ist es eine gepflegte Wildnis“, sagt die 57-Jährige, die trotz aller Ideen der Natur noch viel Raum lässt. Als 2006 die Aktion „Offene Gärten“ in Mecklenburg-Vorpommern startete, war sie von Beginn an mit dabei und ließ Besucher in ihren Garten, der sich ständig weiter entwickelt hat und für den Vera Doneck noch viele Ideen hat. Ihn im Zaun zu halten, das sei arbeitsintensiv. Wie er aussieht, das können sich Besucher am Sonnabend und Sonntag jeweils von 10 bis 18 Uhr am Sandweg 1, Alt Meteln ansehen. Wer sich im Vorfeld einen Eindruck machen will, k ann dies im Internet unter www.dichterGarten.de machen.

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