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Zeitung für die Landeshauptstadt

20. September 2017 | 04:11 Uhr

Musical in Schwerin : Zwischen Beton und Traumschloss

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Staatstheater stellte das Bühnenbild für die Schlossfestspiele im Sommer vor: West Side Story soll Besucherrückgang stoppen

von
erstellt am 23.Feb.2017 | 21:00 Uhr

Die 15 000. Karte für die diesjährigen Schlossfestspiele wurde am Mittwoch verkauft. Die „West Side Story“ auf dem Alten Garten scheint auf Erfolgskurs zu liegen. Muss sie auch, schließlich soll Bernsteins berühmtes Musical den Besucherrückgang der vergangenen Opern-Jahre aufhalten. Um die Lust der Schweriner auf die tragische Romanze um Tony und Maria noch zu steigern, präsentierten der Intendant des Mecklenburgischen Staatstheaters, Lars Tietje, und der Technische Direktor, Bernd Kreimeyer, gestern das Bühnenbild erstmals der Öffentlichkeit: die abgebrochene goldene Kuppel des Schweriner Schlosses, gestapelte Frachtcontainer wie aus dem Hamburger Hafen, eine Imbissbude, ein Polizeiwagen und eine riesige eingebrochene Betonfläche sind die Kulisse, in der es zu großartiger Musik um rivalisierende Banden und die große wahre Liebe geht. Songs wie „Maria“, „Tonight“, „I Feel Pretty“, „America“ oder „Somewhere“ sind längst zu Evergreens geworden. Mit der Verschmelzung von Jazz, Swingmusik, lateinamerikanischen Tanzrhythmen und Elementen der italienischen Oper schuf Bernstein vor 60 Jahren einen „amerikanischen Sound“, ein neues Musiktheater-Genre. „Wenn die West Side Story auf dem Spielplan steht, steigt die Auslastung in jedem Haus um 30 bis 50 Prozent“, betonte Lars Tietje bei der Vorstellung des Bühnenbildes. „Sie spricht alle Generationen an und ist sowohl bei Opern- als auch bei Musicalfreunden beliebt.“

Getüftelt wird am Bühnenbild bereits seit Sommer 2016. Vor allem die Statik-Planung für die 13 Meter hohe und acht Meter breite Schloss-Spitze war knifflig, berichtete Bernd Kreimeyer. Sie ist nur wenig kleiner als das Original und liegt leicht gekippt auf der 700 Quadratmeter großen „Betonfläche“, die in Wirklichkeit eine Stahlkonstruktion mit Holzplatten und Stoffbahnen ist.

Der österreichische Ausstatter Stephan Prattes hat das Schweriner Bühnenbild gestaltet. Seit 20 Jahren arbeitet er freischaffend an renommierten Bühnen in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Regie und Choreografie übernimmt Simon Eichenberger, der 2015 für die Hamburger Musical-Produktion „Das Wunder von Bern“ den Deutschen Musical Theater Preis in der Kategorie „Beste Choreografie“ bekam.

Die Bühne ist in diesem Sommer wieder zum Schloss ausgerichtet. Die 1800 Zuschauer, die auf den Tribünen Platz haben, blicken dann gleichzeitig auf die betongraue Realität, in der die Handlung spielt, und auf den Traum einer heilen, strahlenden Welt: symbolisiert vom Schweriner Märchenschloss.

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